Die 1. Leichtathletik-Weltmeisterschaften fanden vom 7. bis 14. August 1983 in Helsinki statt. Mit Ausnahme der Marathonläufe und der Gehwettbewerbe wurden die Wettkämpfe im Olympiastadion von 1952 ausgetragen. Es nahmen insgesamt 1235 Athleten aus 154 Ländern teil.
Der Weltleichtathletikverband IAAF hatte sich entschlossen, nun auch Weltmeisterschaften auszutragen, was in anderen Sportarten bereits sehr lange der Fall war. So gab es neben den Olympischen Spielen nun auch für die Leichtathleten ein weiteres großes Kräftemessen auf Weltniveau. Für die Austragung war zunächst ein Rhythmus von vier Jahren vorgesehen. Einen optimalen Zeitpunkt zu finden war nicht ganz einfach, denn die Jahre in der Mitte zwischen zwei Olympischen Spielen waren für die verschiedenen Kontinentalmeisterschaften vorgesehen, die eine große Bedeutung hatten und haben, die bei dieser Lösung in ihrer Relevanz heruntergestuft worden wären. So wurden die ungeraden Jahre direkt vor den Olympischen Spielen als Austragungszeitpunkt für die Weltmeisterschaften festgelegt.
Allerdings blieb es nicht lange bei diesem Modus. Für die beiden kommenden Weltmeisterschaften 1987 und 1991 blieb die gewählte Austragungsvariante noch erhalten. Anschließend wurde beschlossen, dass auch im jeweils zweiten ungeraden Jahr zwischen zwei Olympischen Spielen Leichtathletik-Weltmeisterschaften stattfinden sollten. So wurde der vierjährige Austragungsrhythmus durch einen zweijährigen abgelöst. Dieser Modus bewährte sich und wurde zum Standard für die Austragung von Leichtathletik-Weltmeisterschaften.
Teilnehmende Nationen und Sportler
In Klammern die Anzahl der Teilnehmer
Das Leistungsniveau war insgesamt sehr hoch. Mit wenigen Ausnahmen waren die weltbesten Leichtathleten in den verschiedenen Disziplinen am Start und sorgten für hochkarätig einzustufende Zeiten und Weiten.
4 × 100 m Männer – USA in der Besetzung Emmit King, Willie Gault, Calvin Smith, Carl Lewis, 37,86 s
400 Meter Frauen – Jarmila Kratochvílová (Tschechoslowakei), 47,99 s
Es wurden fünf Landesrekorde aufgestellt:
800 Meter Männer – Willi Wülbeck (BR Deutschland), 1:43,65 min
4 × 100 m Männer – Italien in der Besetzung Stefano Tilli, Carlo Simionato, Pierfrancesco Pavoni, Pietro Mennea, 38,37 s
4 × 100 m Männer – BR Deutschland in der Besetzung Werner Bastians, Christian Haas, Jürgen Evers, Andreas Rizzi, 38,56 s
400 Meter Frauen – Gaby Bußmann (BR Deutschland), 49,75 s
3000 Meter Frauen – Brigitte Kraus (BR Deutschland), 8:35,11 min
Folgende Athleten errangen mindestens zwei Goldmedaillen:
Marita Koch, DDR – 3-mal Gold: 200 Meter, 4 × 100 m, 4 × 400 m, außerdem Silber über 100 Meter
Carl Lewis, USA – 3-mal Gold: 100 Meter, 4 × 100 m, Weitsprung
Jarmila Kratochvílová, Tschechoslowakei – 2-mal Gold: 400 Meter, 800 Meter, außerdem Silber über 4 × 400 m