An diesem Tag

Lee Jae-myung

Südkoreanischer Politiker, 14. Präsident von Südkorea

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Lee Jae-myung (koreanisch 이재명, Aussprache [i:t͡ɕɛmjʌ̹ŋ]; * de facto 8. Dezember, de jure 22. Dezember 1963 in Andong, Gyeongsangbuk-do) ist ein südkoreanischer Politiker der sozialliberalen Deobureo-minju-Partei. Seit dem 4. Juni 2025 amtiert er als Präsident der Republik Korea. Am selben Tag wurde er – nach Auszählung der Wahl vom 3. Juni – zum Präsidenten gewählt. Zuvor profilierte er sich als Menschenrechtsanwalt sowie als Bürgermeister von Seongnam (2010 bis 2018) und als Gouverneur der Provinz Gyeonggi (Juli 2018 bis Oktober 2021). Er unterlag bei der Präsidentschaftswahl 2022 knapp und wurde danach als Mitglied der Nationalversammlung Oppositionsführer.

Lee wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf und war in jungen Jahren Fabrikarbeiter, bevor er sich durch schulische Bildung und berufliche Ausbildung nach oben arbeitete.

Seine Familie stammt aus dem Umkreis von Gyeongju. Er wurde im Dezember 1963 als fünftes von sieben Kindern geboren. Sein genaues Geburtsdatum ist aufgrund der prekären Armutsverhältnisse seiner Familie unbekannt. Das von seinem Vater eingetragene Datum beläuft sich auf den 22. Dezember. Laut Aussagen seiner Mutter soll er am 7. oder 8. Dezember geboren worden sein. Laut Eigenaussagen wuchs er in einem schwierigen familiären Umfeld auf. Er hatte viele Fehltage in der Schule aufzuweisen, da sein Heimatort etwa 5 Kilometer entfernt gelegen war. Nach dem Abschluss der Grundschule zog seine Familie im Februar 1976 nach Seongnam. Statt die Mittelschule zu besuchen, fing er an, in einer Halskettenfabrik zu arbeiten. Seine zweite Anstellung war in einer Lötfabrik. Er arbeitete als Minderjähriger mit falschen Papieren und erhielt oftmals den Lohn zu spät. Bei seiner dritten Anstellung verletzte er sich den Finger. Anfang 1977 kam es während seiner Anstellung als Zinnschneider beim Kühlschrankhersteller Aju-Industries zu zwei Arbeitsunfällen, bei denen sein Handrücken aufgerissen wurde. Nach der Insolvenz der Firma im Herbst desselben Jahres wechselte er zu Daeyang Industries; einem Hersteller von Baseballprodukten aus Leder. Im Jahr 1978 geriet seine Hand zwischen eine Industriepresse und er erlitt einen schweren Handgelenksbruch. Einen Besuch im Krankenhaus lehnte er aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ab. Sein Arm wuchs infolgedessen verbogen. Er wurde später mit einer Behinderung 6. Grades eingestuft, womit er vom Militärdienst befreit wurde.

Im Frühjahr 1979 ging Daeyang durch den Abschwung der Baseball-Industrie in Insolvenz, weswegen er zu Orient Watch wechselte, einer Tochtergesellschaft des Autoherstellers Orient Precision, wo er in der Lackierabteilung arbeitete. Durch das ständige Einatmen von Benzol- und Aceton-Dämpfen verlor er seinen Geruchssinn, weil 55 % seiner Riechzellen abstarben und sein Nasenbein deformiert wurde. Währenddessen begann er, sich für das Erlangen des nie erreichten Mittelschulabschlusses zu interessieren.

Geplagt von Depressionen und seiner Behinderung begann er mit 17 Jahren den ersten seiner drei Suizidversuche. Beim ersten Versuch erlosch das Kohlebecken von selbst. Beim zweiten Versuch wurde er von seinem Schwager entdeckt, der ihn vom Suizid abhielt. Beim dritten Versuch wollte er eine Überdosis Schlaftabletten nehmen. Ein aufmerksamer Apotheker gab ihm stattdessen harmlose Medikamente. Als die Arbeitszeiten in seiner Fabrik um 30 Minuten verkürzt wurden, nutzte er die Gelegenheit, um eine Abendschule zu besuchen. Er bestand nach drei Monaten die Prüfung zur Aufnahme in die Oberstufe. Ermutigt durch das erfolgreiche Bestehen des Mittelschulabschlusstests erholte er sich allmählich von seiner Depression. Ebenfalls begann er gegen den Willens seines Vaters, der ihn dazu drängte, eine Arbeit zu finden, sich auf die Aufnahme zur Universität vorzubereiten.

1979 kam es zum Putsch des 12. Dezember (12·12 군사 반란) durch die Geheimgesellschaft Hanahoe innerhalb des Militärs, wodurch das Kriegsrecht ausgerufen wurde. Die Aufnahmeprüfungen von Universitätsstudenten wurden ausgesetzt und Lee Jae-myungs Studiumsvorhaben löste sich damit auf. Im folgenden Jahr kam es zum Putsch des 17. Mai und der Absetzung der Zivilregierung.

Die darauffolgenden Bildungsreformen führten dazu, dass mit dem Wegfall der Hauptprüfung für ihn das größte Hindernis zur Hochschulaufnahme entfiel.

Er erhielt 285 von 400 möglichen Punkten – genug für die Wirtschaftsfakultät der Seoul National University. Er entschied sich jedoch für die juristische Fakultät der Chung-Ang-Universität, die ein Vollstipendium anbot, das nicht nur die Studiengebühren deckte, sondern auch ein monatliches Taschengeld von etwa 200.000 Won beinhaltete – mehr als doppelt so viel wie sein damaliger Fabrikarbeiterlohn von 80.000 Won.

Am ersten Tag an der Universität erschien Yi in einer Schuluniform – unwissend, dass Universitätsuniformen bereits Mitte der 1970er Jahre abgeschafft worden waren. Sein Stipendium ermöglichte es ihm sogar, seinen älteren Bruder Yi Jae-seon finanziell beim Studium zu unterstützen, welcher später Wirtschaftsprüfer wurde. Auch während seines Studiums arbeitete er wieder bei Orient Watch in der Fabrik.

Später bestand er die juristische Prüfung und war als Menschenrechtsanwalt tätig.

Mit 23 Jahren bestand Yi die Anwaltsprüfung im Jahr 1986; wenige Tage bevor sein Vater an Magenkrebs starb.

Arbeit als Anwalt und zivilgesellschaftliches Engagement

1987 besuchte er das Institut für juristische Forschung und Ausbildung (사법연수원) und ließ sich mutmaßlich von den Vorträgen des Menschenrechtsanwalts und zukünftigen Präsidenten Roh Moo-hyun inspirieren, selbst ebenfalls Menschenrechtsanwalt zu werden. Ab seinem zweiten Jahr arbeitete in einer Anwaltskanzlei, wurde im Amtsgericht Seongnam als Richterassistent und als Staatsanwalt im Bezirksamt seiner Heimatstadt Andong tätig.

Nach dem Besuch des Justizausbildungsinstituts (Rangplatz etwa 60 von 297) lehnte er Angebote für Positionen als Richter oder Staatsanwalt ab und eröffnete stattdessen eine Anwaltskanzlei in Seongnam City und übernahm Arbeitsfälle im Seongnam Industrial Complex, Arbeitsunfälle mit ausländischen Arbeitern und die Verteidigung inhaftierter Studenten an der Kyungwon University und der Hankuk University of Foreign Studies sowie Fälle von politischen Gefangenen im Stadtgericht. Zweimal pro Woche besuchte er das Icheon Labor Counseling Center, um die Gewerkschaftsbewegung zu unterstützen und arbeitsrechtliche Beratung anzubieten.

1989 trat er der Organisation Anwälte für eine demokratische Gesellschaft (민주사회를 위한 변호사모임, Minjusahoereul Uihan Byeonhosamoim, kurz: Minbyeon) bei.

Ab 2003 beteiligte sich zugleich als Aktivist bei einer Bürgerbewegung zur Gründung eines städtischen Krankenhauses in der Stadt Seongnam, nachdem zwei bestehende Kliniken geschlossen wurden. Er trat als Mitinitiator und Sprecher auf und sammelte über 18.000 Unterschriften für ein entsprechendes Gesetzesvorhaben.

Bei den 5. landesweiten Kommunalwahlen im Jahr 2010 wurde er erstmals zum Bürgermeister von Seongnam gewählt und schaffte es 2014, bei den 6. landesweiten Kommunalwahlen wiedergewählt zu werden. Während seiner acht Jahre als Bürgermeister beglich er alle Schulden von Seongnam, die sich auf rund 664,2 Milliarden Won beliefen, und erreichte eine durchschnittliche Erfüllungsquote seiner Wahlversprechen von 95 %.

Nationale Bekanntheit erlangte er als Bürgermeister von Seongnam, unter anderem durch einen 11-tägigen Hungerstreik im Jahr 2016 gegen Pläne der Regierung Park Geun-hye zur Neuordnung der Kommunalverwaltung.

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