Led Zeppelin II ist das zweite Studioalbum der britischen Band Led Zeppelin. Es wurde von Januar bis August 1969 in London, Los Angeles, New York City und Vancouver aufgenommen und am 22. Oktober 1969 veröffentlicht.
Als eines der bekanntesten Alben von Led Zeppelin war das zweite Album ein Vorreiter des Heavy Metal und inspirierte eine Reihe zeitgenössischer (z. B. Deep Purple) sowie späterer Vertreter des Rock (z. B. Van Halen).
Jimmy Page beschreibt in dem Buch Led Zeppelin – Biografie einer Band die Songs folgendermaßen:
Whole Lotta Love basiert auf dem Song „You Need Love“ von Muddy Waters aus dem Jahre 1962 und enthält Zitate aus dem Song „You Need Loving“ von den Small Faces aus dem Jahre 1966.
Niemand weiß, woher das unvergessliche (Gitarren-)Riff kam, das sich im Song stets wiederholt. John Paul Jones meinte, es sei erstmals als Teil von Dazed and Confused auf einem Bühnenjam entstanden. Robert Plant kommentierte es so: „Egal wo es herkam, es hing alles an diesem Riff“.
Für Jimmy Page war dieser Song einfach ein simpler Rocksong, bei dem im Mittelteil ein paar elektronische Sounds eingesetzt werden. Später erklärte Page, wie er das Riff aufgebaut hatte:
Da Led Zeppelin sich weigerten, Whole Lotta Love als zurechtgestutzte und überarbeitete 3-Minuten-Single aufzunehmen, wurde der Titel von den Top-Forty Sendern der USA zunächst boykottiert (Zu jener Zeit passte ein Song von 5:34 Minuten nicht ins Schema der Radiostationen). Charterfolge des Albums und Hörerreaktionen zwangen die Programmchefs jedoch zum Umdenken. Nachdem sich die Band weigerte, den Titel einzukürzen, schnitten einige Sender aus dem Solopart ein Stück heraus. Die Hörer nahmen das positiv auf, weil sie froh waren, überhaupt etwas von Led Zeppelin im Radio zu hören. Innerhalb weniger Tage war die Plattenfirma Atlantic aufgrund der massiven Nachfrage gezwungen, diese gekürzte und verfälschte Version als Single zu veröffentlichen. Die Band lehnte jedoch die Veröffentlichung der 3:06 Minuten langen Single aus kreativen Gründen immer strikt ab.
What Is and What Should Never Be
Page betrachtete diese Nummer als „eine Abwechslung für die Band“. Auf dem Album sollten einige neue Ideen ausprobiert werden und dieser Titel war eins der ersten Ergebnisse. Page bescheinigt Robert Plant aufgrund des Refrains die Entwicklung zu einem ernsthaften Songtexter. Für John Paul Jones liegt der Schwerpunkt des Stücks in seiner guten Bass-Melodie.
Plant verarbeitet in What Is and What Should Never Be seine Affäre mit der jüngeren Schwester seiner Frau.
The Lemon Song ist die ursprünglichste Bluesnummer auf dem Album, so Jimmy Page. Weiter führt er aus:
Wir haben ihn live im Studio runtergespielt und nur in der Bridge ein paar Gitarren-Overdubs gemacht – ich glaube, es war eine elektrische zwölfsaitige von Fender oder Rickenbacker.
Thank You ist eine romantische Liebes-Ballade.
Jimmy Page äußert sich über den Song:
Mit meinen eigenen Lyrics war ich nie ganz zufrieden. Ich hatte immer gehofft, dass Robert diesen Part ganz übernehmen könnte, was glaube ich mit dieser Nummer losging.[…]
Damit brachte er zum Ausdruck, dass Robert Plant mit diesem Titel den Durchbruch als wichtigster Song-Texter der Band schaffte. Plant schrieb diesen Titel für seine Frau, weil sie immer wieder über seine Seitensprünge und andere Eskapaden hinwegsah.
Dieser Song ist zur echten Warmlaufnummer in Konzerten geworden. Es ist die reine Riff-Hackerei, ein paar Riffs mit Roberts Texten.
Page spielt in diesem Song ein ca. anderthalbminütiges, zweiteiliges Gitarrensolo, welches als eines der bekanntesten Rocksolos überhaupt gilt und welches Page angeblich im Studio improvisiert eingespielt hat. Es wurde vom Magazin Guitar World auf Platz 16 der 100 besten Gitarrensoli gewählt. Bemerkenswerte Elemente sind dabei die schnellen Läufe sowie die Bends über zwei Ganztöne im ersten Teil. Bei letzteren zog Page die Saiten durch Drücken am Hals seiner Gitarre nach oben. Eddie Van Halen gab an, von diesem Solo zu der Tapping-Technik inspiriert worden zu sein, die ihn später berühmt machen sollte.