An diesem Tag

Lazarus

Biblischer Mann

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Lazarus (griechisch Λάζαρος Lazaros) ist der Name zweier biblischer Gestalten: Lazarus von Bethanien wurde gemäß dem Johannesevangelium (Joh 11 ) von Jesus von den Toten auferweckt und gilt in mehreren Kirchen als Heiliger. Der arme Lazarus kommt in einem von Jesus dargelegten, im Lukasevangelium (Lk 16,19–31 ) berichteten Gleichnis vor.

Auf die Gestalt Lazarus’ von Bethanien gehen zahlreiche Legenden zurück. Seine Reliquien sollen in der Kathedrale von Autun liegen. Er ist der Patron der Totengräber. Nach dem auferweckten Lazarus wurden der Lazarus-Effekt, die Wiederauffindung von Tierarten, die als ausgestorben galten, der Lazarus-Effekt in der Halbleiterphysik und das Lazarus-Phänomen (das einer scheinbaren Auferstehung) benannt.

Der Name Lazarus ist die lateinische Form des griechischen Wortes Lazaros, das auf den hebräischen Namen אֶלְעָזָר (Elʿazar, „Gott hat geholfen“) zurückgeht. Bekannte biblische Namensträger sind der dritte Sohn Aarons (Ex 6,23 ) als des Stammvaters der israelitischen Priesterschaft und der Sohn Abinadabs (1 Sam 7,1 ) als Hüter der Bundeslade. Der hebräische Name kommt in der Tora auch in der Form אֱלִיעֶ֑זֶר vor (Eliʿezer, „Mein Gott hat geholfen“). So heißen vor allem der Knecht Abrahams, der im Fall von Kinderlosigkeit dessen Erbe antreten soll (Gen 15,2 ), und der Sohn des Mose (Ex 18,4 ), bei dessen Erwähnung auch die Etymologie des Namens erfolgt.

Nach dem Johannesevangelium (Joh 11,1–45 ) sind Lazarus und seine Schwestern Martha und Maria besondere Freunde Jesu. Nachdem dieser in Abwesenheit von der Krankheit des Lazarus erfahren hat, bleibt er noch zwei Tage im Norden Israels in der Nähe des Sees Genezareth und reist dann nach Bethanien, das in der Nähe Jerusalems liegt (Joh 11,18 ). Lazarus ist in der Zwischenzeit gestorben und bei der Ankunft Jesu bereits seit vier Tagen in einer Höhle beigesetzt. Jesus lässt den Stein vom Grab wegwälzen. Auf den Zuruf Jesu „Lazarus, komm heraus!“ verlässt dieser – noch mit den Grabtüchern umwickelt – lebendig das Grab (Joh 11,41–44 ).

Die Tat Jesu steht im Johannesevangelium dramaturgisch am Beginn der Passion Jesu und gilt daher als Zeichen (griech. σημεῖον semeion) für die spätere Auferstehung Jesu selbst (Joh 11,47 ). Hier wie dort erscheint Gott als wirkende Macht (Joh 11,40–42 ), der Sohn als vom Vater bevollmächtigt (vgl. Joh 5,21 , Joh 10,17f. ).

Dieselbe Geschichte wird – wesentlich erweitert – auch im apokryphen Geheimen Markusevangelium erzählt.

Von einem anderen Lazarus spricht das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus (Lk 16,19–31 ). Der kranke und arme Lazarus liegt vor der Tür eines reichen Mannes und begehrt nur die Brocken, die von dessen reicher Tafel herabfallen, während Hunde seine Geschwüre lecken. Nachdem beide Männer gestorben sind, kommt der Reiche in die Unterwelt („Hades“) und sieht von dort Lazarus „in Abrahams Schoß“ gebettet. Der Reiche bittet Abraham, Lazarus zu ihm zu schicken, um ihm seine Qualen zu erleichtern. Dies verweigert Abraham mit dem Hinweis, der Reiche habe seinen Anteil am guten Leben bereits im Diesseits erhalten. Auch die Bitte des Reichen, Lazarus zu seinen Hinterbliebenen zu senden, um sie vor den Folgen eines üppigen Lebens zu warnen, wird von Abraham abgelehnt unter Hinweis auf die Weisungen der Tora und der zusätzlichen Begründung: „Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht“ (Lk 16,31 ). Dies ist das einzige überlieferte Gleichnis Jesu, in dem eine der Personen einen Namen hat.

Die Erzählung vom auferweckten Lazarus hat eine Reihe von Legenden geprägt:

Einige Legenden lassen den auferweckten Lazarus unter Kaiser Claudius, der das römische Reich von 41 bis 54 n. Chr. regierte, friedlich entschlafen, während andere Legenden erzählen, dass Lazarus unter Domitian, der von 81 bis 96 n. Chr. regierte, bedroht wurde. Dieser soll ihn vergeblich zum heidnischen Opfer aufgefordert haben. Nach Lazarus’ Widersetzung ließ Domitian ihn demnach in den Kerker werfen. Dort sei ihm Christus erschienen und habe ihn ermutigt. Danach sei Lazarus enthauptet worden.

Nach einer weiteren Legende war die zweite Heimat von Lazarus das Königreich Kition mit seiner Residenz-Hauptstadt Larnaka auf Zypern. Lazarus war demnach der erste Bischof von Larnaka, eingesetzt von Paulus und Barnabas, als diese Zypern bereisten. Im Jahre 890 unter der Herrschaft Kaiser Leos VI. soll in Larnaka ein Sarkophag mit der Aufschrift „Lazarus, der Freund Christi“ gefunden worden sein. Über der Fundstelle wurde eine Lazarus geweihte Kirche errichtet, heute die Hauptkirche von Larnaka. Der Sarkophag in der Krypta dieser Kirche ist jedoch inzwischen leer. Die Gebeine wurden bald nach ihrer Entdeckung nach Byzanz – dem heutigen Istanbul – gebracht. Von dort wurden sie durch Kreuzfahrer im Jahr 1204 nach Marseille verschleppt. Darauf beruhen die Legenden von Lazarus als Bischof von Marseille. Nach einer dieser Legenden, die aus dem Hochmittelalter stammt, war Lazarus ein Herzogssohn, der auf alle Eitelkeit der Welt verzichtete. Er wurde von Juden zusammen mit seinen Schwestern und mit seinen Freunden Maximin und Cedonius auf einem Schiff ohne Ruder und Segel auf dem Meer ausgesetzt. Dieses Schiff landete in Marseille, wo Lazarus zum Bischof gewählt wurde.

Spätestens seit dem ersten Drittel des 4. Jahrhunderts war in Bethanien ein Lazarus-Grab bekannt. So schreibt der Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea im Jahr 330:

An dem genannten Ort soll Lazarus die vier Tage bis zu seiner Auferstehung gelegen haben. Nach dem Zeugnis des Hieronymus scheint dort um 390 eine kurz zuvor erbaute Kirche gestanden zu haben.

Dieser Ort in Bethanien wurde später nach Lazarus „Lazarion“ genannt. Der Ort heißt heute arabisiert El-Azarjeh und liegt in Palästina. Das „L“ aus Lazarus kommt von hebräisch El, also deutsch Gott und Elʿāzār von deutsch ‚Gott hat geholfen‘. Der Ortsname bewahrt den biblischen Namen Elʿāzār. Am Samstag vor Palmsonntag findet jährlich eine Prozession von Jerusalem nach Bethanien statt; auch in Frankreich, Spanien und Italien wurde sein Fest früher am Palmsonntag begangen.

Katholisch: 29. Juli (bis zur Reform des Heiligenkalenders war dies der 17. Dezember). Papst Franziskus nahm 2021 Lazarus von Betanien neben Maria und Marta von Betanien in den Generalkalender auf.

in Autun: Übertragung der Gebeine 20. Oktober

orthodox: Samstag vor Palmsonntag (Lazarus-Samstag)

evangelisch: 29. Juli im Kalender der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika und der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode

Rezeption der Auferstehung des Lazarus

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