An diesem Tag

Laura Bush

Ehefrau des früheren US-Präsidenten George W. Bush

Anúncio

Laura Lane Welch Bush (* 4. November 1946 in Midland, Texas als Laura Lane Welch) ist die Ehefrau des ehemaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush und war damit von 2001 bis 2009 die First Lady der Vereinigten Staaten.

Welch wuchs als Einzelkind in Midland auf. An der Southern Methodist University machte sie 1968 einen Bachelor in Grundschulpädagogik. Nach einigen Jahren als Lehrerin studierte sie an der University of Texas at Austin Bibliothekswissenschaft und erreichte 1972 ihren Master. Danach arbeitete sie schließlich als Schulbibliothekarin in Austin. Hier lernte sie über gemeinsame Freunde George W. Bush kennen und heiratete ihn knapp drei Monate später im November 1977.

Laura Bush begleitete und unterstützte ihn auf seinen folgenden Wahlkämpfen um einen Sitz im Repräsentantenhaus, das Amt des Gouverneurs von Texas und schließlich das Weiße Haus. Als First Lady unternahm sie zahlreiche Auslandsbesuche und setzte überdauernde Initiativen im Bereich der Frauenrechte, des Umwelt- und Denkmalschutzes, der Bildung und Gesundheit in Gang. Einige Wochen nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 hielt sie als erste Präsidentengattin die wöchentliche Radioansprache des Präsidenten. 2005 besuchte sie als erste First Lady nach Pat Nixon mit Afghanistan einen aktuellen Kriegsschauplatz der amerikanischen Streitkräfte. Laura Bush wurde eine der beliebtesten First Ladys, seitdem die Gallup Organization Umfragen zu diesem Zwecke erhob. Im Jahr 2010 veröffentlichte sie ihre Autobiographie Spoken from the Heart.

Auch nach der Präsidentschaft ihres Mannes setzte Laura Bush ihr internationales Engagement für Frauenrechte fort. Zusammen mit Michelle Obama initiierte sie die First Ladies Initiative zur Unterstützung Afrikas.

Kindheit und Ausbildung (1946–1969)

Die spätere First Lady kam im November 1946 in Midland, damals noch eine Kleinstadt in der Prärie von Westtexas vor dem Ölboom, als Laura Lane Welch zur Welt. Sie wuchs als Einzelkind auf, denn drei Geschwister starben nur wenige Tage nach ihrer Geburt. So lernte Welch bereits in jungen Jahren, sich alleine zu beschäftigen, wurde eine begierige Leserin und bereits mit fünf Jahren eingeschult. Ihre Eltern, deren Vorfahren überwiegend aus England stammten, hatten 1944 in einer Militärkapelle in Fort Bliss geheiratet. Zu dieser Zeit diente Harold Welch als Richtschütze in der United States Army, während Jenna Hawkins als Buchhalterin in einem Kaufhaus in El Paso arbeitete. Welch kämpfte im Zweiten Weltkrieg in Europa und gehörte im April 1945 zu den Soldaten, die das KZ Mittelbau-Dora befreiten. Nach dem Krieg arbeitete er in einem Kreditunternehmen in El Paso. Als der Ölboom in Midland zu einer großen Nachfrage nach Eigenheimen führte, zog die Familie dorthin. Ihr Vater gründete dort ein Wohnungsbauunternehmen, was ihm angesichts des rasanten Bevölkerungswachstums geschäftlichen Erfolg bescherte. Als Jugendliche kam Welch mit der Rassentrennung in Kontakt, weil die Schulen im Ort noch der Segregation unterlagen. Als Teenager störte Welch sich daran, als 1960 ihre High School nach dem Südstaaten-General Robert E. Lee benannt wurde.

Am 6. November 1963 verursachte Welch bei einer Nachtfahrt durch das Übersehen eines Stoppschildes auf einer unbeleuchteten Landstraße einen Autounfall, bei dem der Fahrer des anderen Wagens, ihr enger Freund Michael Dutton Douglas (1945–1963), durch einen Genickbruch getötet wurde. Aus diesem tragischen Vorfall entstanden ihr keine rechtlichen Konsequenzen, zumal es an dieser Stelle bereits mehrfach tödliche Unfälle gegeben hatte. Sie vermied für lange Zeit, über diesen Vorfall zu sprechen, und tat dies erst, als er im Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2000 öffentlich wurde. 2001 gab sie Oprah Winfrey ein Interview zu diesem Ereignis und beschrieb es später detailliert mit seinen psychologischen Folgen in ihrer Autobiographie Spoken from the Heart. So habe sie nach dem Unfall für viele Jahre ihren religiösen Glauben verloren und nie den Mut aufgebracht, die Familie des Verstorbenen zu besuchen.

Im Jahr 1964 besuchte Welch die Southern Methodist University im Dallas County und erwarb dort im Jahr 1968 einen Bachelor in Grundschulpädagogik. Danach begann sie als Grundschullehrerin in Dallas zu arbeiten.

Berufliche Neuorientierung (1969–1977)

Im Juli 1969 versuchte Welch eine berufliche Neuorientierung. Mit einer Freundin zog sie nach Washington, D.C. und bewarb sich dort ohne Erfolg bei dem Abgeordneten aus ihrem Kongresswahlbezirk George H. Mahon um eine Anstellung. Am Ende des Sommers kehrte sie nach Texas zurück und arbeitete für zwei Jahre als Lehrerin in Houston. Bewusst entschied Welch sich mit der John F. Kennedy Elementary School für eine Schule, die hauptsächlich von afroamerikanischen Kindern aus verarmten Elternhäusern besucht wurde. Betroffen von den dort erlebten Verhältnissen entschied sie sich, Bibliothekarin zu werden, um mit der Förderung der Lesebildung von Kindern und Jugendlichen ihre Perspektiven zu verbessern. Hierzu studierte sie Bibliothekswissenschaft an der University of Texas at Austin und schloss 1972 mit einem Master ab. Danach kehrte Welch nach Houston zurück und arbeitete an einer öffentlichen Bibliothek in einer einkommensschwachen Gegend. Hier half sie neben ihrer Hauptbeschäftigung unter anderem Kindern das Lesen beizubringen und beschäftigte sich mit den Klassikern in der Literatur. Welch trat einem Lesezirkel für Frauen bei, der sich feministische Literatur aneignete. Darunter waren Werke von Germaine Greer, Betty Friedan und Robin Morgan. In einem TV-Interview mit ABC News bezeichnete sie sich als Feministin und hatte eine entsprechende Einstellung wahrscheinlich schon vor ihrem Eintritt in diesen Lesezirkel.

Schließlich kehrte sie wieder in den Schuldienst zurück und übernahm die Leitung der Bibliothek der Molly Dawson Elementary School in Austin. Wie sie später als First Lady vor dem Senatsausschuss für Erziehung (United States Senate Committee on Health, Education, Labor, and Pensions) berichtete, wurde ihr hier die gesellschaftliche Bedeutung einer besseren Alphabetisierung noch bewusster. Sie stellte nämlich fest, dass viele Lehrer Schüler mit Leseproblemen fallen ließen, obwohl diese eigentlich viele andere Begabungen und Talente aufwiesen. Zu dieser Zeit hatte sie trotz ihres sozialen Engagements kein besonderes politisches Interesse, das über die Ausübung des Stimmrechts hinausging, das sie regelmäßig demokratisch wählen ließ.

Hochzeit mit George Walker Bush, Familiengründung und Beginn der politischen Laufbahn (1977–2000)

Daher lehnte Welch das Angebot ihrer Freunde, sie mit dem Sohn des ehemaligen Kongressabgeordneten George H. W. Bush bekannt zu machen, zuerst ab. Als sie George W. Bush im Spätsommer 1977 auf einer Barbecue-Party gemeinsamer Freunde schließlich doch kennenlernte, entwickelte sich zwischen ihnen sofort eine große Leidenschaft. Keine sieben Wochen danach verlobten sie sich und am 5. November 1977 heirateten sie. Aus der Ehe gingen im November 1981 die Zwillinge Barbara und Jenna hervor. Bereits vor ihrer Bekanntschaft hatte sich Bush dazu entschlossen, für den Kongress zu kandidieren. Daher begleitete sie unmittelbar nach der Hochzeit ihren Mann auf seiner Wahlkampftour, auf der sie ihre erste politische Rede hielt. Trotz der Niederlage von George H. W. genoss Laura diese Erfahrung und schätzte das Verständnis ihres Mannes für die strategischen und persönlichen Aspekte von Politik.

Im Jahr 1987 kehrte George W. Bush in die Politik zurück und zog mit seiner Frau für kurze Zeit nach Washington, wo er den Präsidentschaftswahlkampf seines Vaters unterstützte. Laura Bush war zu dieser Zeit regelmäßig bei ihren Schwiegereltern im Number One Observatory Circle, der offiziellen Residenz des amerikanischen Vizepräsidenten. Hier bekam sie einen ersten Eindruck davon, was es bedeutet, ständig im Rampenlicht der Öffentlichkeit zu stehen. Im Jahr 1994 half Laura Bush ihrem Mann beim erfolgreichen Wahlkampf für das Amt des Gouverneurs von Texas. Dazu hielt sie Reden vor Frauengruppen rund um Dallas und begleitete George W. Bush auf seiner Wahlkampftour durch den Bundesstaat. Als First Lady von Texas war Laura Bush sowohl bei Republikanern als auch Demokraten beliebt. Sie war federführend für einige Förderprojekte wie zum Beispiel die Früherkennung von Brustkrebs, Bibliotheken und im Bereich der Kultur. Außerdem arbeitete sie mit Abgeordneten beider Fraktionen aus der State Legislature von Texas zusammen, um Programme zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung und Lesefähigkeit anzustoßen. Der Höhepunkt ihres Wirkens war die 1996 geschehene Einführung des Texas Book Festivals, das als Literaturfestival Vorbild für das später entstandene National Book Festival („Nationales Buchfestival“) wurde und Spenden für Bibliotheken einsammelte.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Laura Bush | World in Stories