Lassing ist eine Gemeinde mit 1669 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) in der Obersteiermark im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Liezen, ungefähr 8 km von der Bezirkshauptstadt Liezen entfernt.
Lassing liegt zum Teil im steirischen Teil des Ennstals und im Paltental, 130 km von Graz, 140 km von Salzburg und 250 km von Wien entfernt. Das Gemeindegebiet liegt auf Meereshöhen zwischen 750 und 900 m im nördlichen Teil der Rottenmanner Tauern, zwischen dem Mitterberg im Norden und dem Blosen beziehungsweise der Hohen Trett im Süden.
Das Gemeindegebiet umfasst folgende 18 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026):
Nach der Errichtung der politischen Gemeinden 1848 bestand das heutige Gemeindegebiet aus zwei eigenständigen Gemeinden mit zwei getrennten Gemeindevorstehungen, Lassing Schattseite und Lassing Sonnseite, die noch heute als Katastralgemeinden bestehen. 1872 wurden diese Gemeinden zur heutigen Gemeinde Lassing vereinigt.
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Lassing Schattseite und Lassing Sonnseite.
Die Pfarre Lassing wird erstmals 1036 als Laznichove urkundlich erwähnt. Der Name geht auf slawisch laz (Rodung, Lichtung) und althochdeutsch ouwa (Aue) zurück. Lassing ist die Mutterpfarre von Rottenmann und Liezen, war jedoch bis zu dessen Aufhebung dem Augustiner-Chorherrenstift Rottenmann inkorporiert. 1513 wird die spätgotische Pfarrkirche fertiggestellt und am 16. Juni 1513 vom Bischof von Chiemsee geweiht. Sie wird der Schule des Kirchenbauers Christoph Marl zugeschrieben, der auch die Kirchen in Rottenmann, Kammern und Gaishorn baute. Eine Pfarrschule existierte nach Urkunden erstmals 1596 in Lassing.
Während der Reformationszeit wurde die Burg Strechau Zentrum des Protestantismus. Unter den Freiherren von Hoffmann wurde auch in Lassing ein protestantischer Prediger installiert. Im Zuge der katholischen Reform wurde das Gemeindegebiet rekatholisiert; es verblieben jedoch bis zum Toleranzpatent Geheimprotestanten in der Gemeinde.
Bis 1786 gehörte die Pfarre zum Erzbistum Salzburg und unterstand dem Hauptpfarrer von Haus im Ennstal.
Im Jahre 1786 fiel die Pfarre an das neu gebildete Bistum Leoben und der damalige Bischof von Leoben Alexander Graf Engel spendete in Lassing 265 Firmlingen die Firmung. 1803 wurden in Admont 320, 1823 in Rottenmann 332 Lassinger Firmlinge gefirmt. 1829 wurden in der Pfarre 4204 Hl. Kommunionen gespendet. Die Ortschaft Fischern wurde 1789 zur Pfarre Lassing eingemeindet, gehört aber zur Gemeinde Aigen im Ennstal. 1832 errichtete man durch Spenden der Familie Legensteiner aus St. Lorenzen Kreuzwegstationen auf den Kalvarienberg. Diese sind heute jedoch bis auf die Kapelle nicht mehr erhalten.
Zu Ostern 1823 wollte Erzherzog Johann die Postmeistertochter Anna Plochl auf Burg Strechau heiraten. Aufgrund der fehlenden Zustimmung von Kaiser Franz I. wurde die Ehe jedoch im letzten Moment verhindert. Johann hatte jedoch bereits im Ehebuch der Pfarre Lassing unterschrieben.
1827 wurde die Straße nach Liezen errichtet, im Jahre 1828 bis zur Palten. 1826 veranlasste der damalige Pfarrer Johann Baptist Wudi die Errichtung einer Gemeindeschule in Döllach. Im Jahre 1850 wurden die beiden Lassinger Gemeinden: Lassing Sonnseite und Lassing Schattseite installiert und im Jahre 1872 vereinigt.
1862 verwüstete ein Hochwasser und Murenabgänge viele Ortsteile, vor allem Lassing-Kirchdorf. Kaiser Franz Joseph I. stiftete zum Wiederaufbau 500 Gulden zur Milderung der ärgsten Not. 1884 wurde danach der Kirchdorfbach um 1000 Gulden verbaut. 1894 wurde die Freiwillige Feuerwehr Lassing durch Oberlehrer Wolf ins Leben gerufen. Im gleichen Jahr übernahm der Bezirk die den Ort durchquerende Straße.
Von Oberlehrer Christian Wolf wurde 1895 der Spar- und Vorschusskassenverein nach Raiffeisen gegründet. Aus diesem Verein entsteht die heutige Raiffeisenbank Liezen mit den vier Bankstellen in Lassing, Selzthal, Weißenbach bei Liezen und Wörschach.
Im 19. Jahrhundert verlor die Gemeinde Lassing den Ortsteil Strechau mit Klamm an Rottenmann.
Im Jahre 1929 wurde Lassing Kirchdorf durch einen Brand stark beschädigt. Fast alle Häuser waren betroffen. Mit der Gründung der Gemeinde Selzthal, vor rund hundert Jahren, wurde der Ortsteil Neulassing nach Selzthal übertragen. Der Plan, die Burg Strechau an die Gemeinde Rottenmann zu übertragen, wurde durch ein historisches Gutachten verhindert.
In den beiden Weltkriegen mussten auch zahlreiche Lassinger Männer ihr Leben lassen. Ihre Namen sind auf den beiden Kriegerdenkmälern zu finden.
1943 verlor Lassing die Ortschaft Neulassing an Selzthal.
Im Juli 1998 ereignete sich in der Ortschaft Moos das Grubenunglück von Lassing; es gilt als schwerstes Grubenunglück Österreichs in der Nachkriegszeit. Der zunächst allein verschüttete Georg Hainzl sollte von einer zehnköpfigen Rettungsmannschaft geborgen werden. Aber diese wurde durch einen weiteren Einbruch verschüttet.