Lars Rudolph (* 18. August 1966 in Wittmund, Ostfriesland) ist ein deutscher Schauspieler, Musiker und Komponist.
Lars Rudolph wurde im ostfriesischen Wittmund als einer von vier Söhnen geboren. Die Familie zog häufig um, da sein Vater als Fregattenkapitän der Bundesmarine oft versetzt wurde. Rudolph spielte als Jugendlicher Trompete in einem Blasorchester. Nach dem Abitur studierte Rudolph zunächst Musik an der Universität Oldenburg. 1984 war er Gründungsmitglied der Punk-Jazz-Band KIXX, zu der auch der spätere Komiker und Moderator Wigald Boning gehörte. Der Besuch einer Aufführung der Dreigroschenoper am Theater Kiel weckte seine Theaterbegeisterung und Rudolph brach sein Studium ab, um sich der Schauspielerei zuzuwenden. Er absolvierte 1994 ein Intensivstudium am Berliner Theaterstudio 1992 e. V. und besuchte Schauspielkurse, unter anderem bei Susan Batson.
Rudolph ist als Charakterdarsteller in Nebenrollen in Film und Fernsehen bekannt. Er war bislang an über 60 Filmproduktionen beteiligt. 1997 erhielt er für seine Arbeit in Jan Ralskes Not a Love Song den Max-Ophüls-Preis als bester Nachwuchsdarsteller. Daneben war Rudolph an verschiedenen Theatern zu sehen, etwa am Schauspielhaus Zürich, an den Münchner Kammerspiele und an der Berliner Volksbühne. Von 2020 bis 2024 war er festes Ensemblemitglied am Schauspielhaus Hamburg.
1994: Kühnen 94 oder bring mir den Kopf von Adolf Hitler – Regie: Christoph Schlingensief (Volksbühne Berlin)
1996: Straße der Besten – Regie: Christoph Marthaler (Volksbühne Berlin)
1997: Genetik Woyzeck – Regie: Peter Meining / Harriet Böge
2001–2004: Was ihr wollt – Regie: Christoph Marthaler, Musik: Lars Rudolph, Martin Schütz, Christoph Marthaler (Schauspielhaus Zürich, Gastspiele: Budapest, Berlin, Paris, Rom)
2002: In den Alpen – Regie: Christoph Marthaler, Musik: Lars Rudolph, Martin Schütz, Christoph Marthaler (Schauspielhaus Zürich / Münchner Kammerspiele)
2004: Epidemic – Regie: Sebastian Baumgarten (Hebbel-Theater Berlin)
2004/2005: Solaris – Regie: Peter Meining (Premiere in Dresden – Festspielhaus Hellerau, Gastspiel: Schauspielhaus Hannover, Theaterhaus Zürich)
2006: Die Vaterlosen nach Anton Tschechow und Thomas Brasch – Regie: Stefan Pucher (Premiere: Volksbühne Berlin)
2013: Hebbels Nibelungen, born to die – Regie Dieter Wedel (Nibelungenfestspielen in Worms)
2015: Bad Hersfelder Festspiele – Komödie der Irrungen (Inszenierung: Dieter Wedel)
2016: Die Kabale der Scheinheiligen. Das Leben des Herrn de Molière nach Michail Bulgakow – Regie: Frank Castorf (Volksbühne Berlin)
2017: Faust von Johann Wolfgang von Goethe – Regie: Frank Castorf (Volksbühne Berlin)
2018: Salzburger Festspiele – Hunger (Hamsun)
2018: Wilde Welt Wald – Theater Performance von BBM, der Galerie Divan und dem Biosphären‐Reservat Flusslandschaft Elbe (Ferbitzer Forst, Gadow)
1984–1994 und 2004: KIXX: The Hidden Lover (ITM 1986)