Lasla Prager, auch Laßla, Lasler oder Ladislaus bzw. auch Praga oder von Prag genannt (tschechisch Ladislav Pražský) (* vor 1486; † 28. November 1514 in Windhaag bei Perg) war ein Grundbesitzer und Politiker, der als Geldgeber des Kaisers zu besonderem Einfluss und Ansehen gelangte.
Er stammte aus einem böhmischen Adelsgeschlecht, 1486 wurde er in Aachen zum Ritter geschlagen und 1505 in den Freiherrenstand erhoben. Danach nannte er sich Laßla von Prag, Freiherr zu Windhag. Er war außerdem Erbmarschall von Kärnten, Kaiserlicher Rat und Truchsess, Hauptmann von Wiener Neustadt, Pfleger von Enns und Kämmerer von Kaiser Friedrich III.
Lasla (Ladislaus I.) Prager stammt aus einem ursprünglich böhmischen Adelsgeschlecht. Er war der Sohn von Jakob, Herr von Prag (Jakob Prager) und Barbara von Graben, Tochter des ortenburgischen Hauptmannes Andreas von Graben, Schwester des görzischen Reichsverwesers Virgil von Graben, welche über ihre Familie auch mit den Auersperg und Breuner verwandt war.
Pragers Familie trat im heutigen Slowenien mit der Errichtung der Burgen Pragersko (Pragerhof) in Windisch-Feistritz und Prebold (Pragwald) westlich von Cilli auf, bevor sie in Oberösterreich in Erscheinung trat. Lasla Prager war auf Grund seines Reichtums als Geldgeber in der Gunst des Kaisers. Beim oberösterreichischen Adel galt er als Emporkömmling. Sein Wappen zeigt einen Affen (Meerkatze) an einer goldenen Kette.
Lasla Prager verkaufte die Besitzungen Obertruchsen, Wolfseck und Schoneck in Kärnten, bevor er nach Oberösterreich ging.
Erste Ehefrau war Regina Tannpeck, die Erbtochter der Herren von Tannpeck auf Schloss Aich und Schloss Windhaag: Veit, Caspar und Hans Tannpeck. Hans, der letzte Tannpeck, war Reginas Vater. Regina starb 1498 oder 1499, begraben in der Pfarrkirche St. Georgen bei Grieskirchen.
Zweite Ehefrau war eine Schwester des Balthasar Eggenberger aus Graz. Die Eggenberger waren wichtige Geldgeber des Kaisers.
Dritte Ehefrau war ab 1505 Anna Fux von Fuxberg (Fuchsberg, * um 1485 in Sankt Michael in Eppan, † 1534), Tochter von Daxen (Degenhard) Fux von Fuxberg (* 1450, † 1572), kaiserlicher Salzmeier zu Hall in Tirol, und Ehefrau Eva von Freundsberg. Mit Anna hatte Ladislaus sieben Kinder, von denen zwei als Kinder starben. Erwachsen wurden: Anna (* 1506; † 1522). Hans (* 1507; † 1572). Ladislaus II. (* 1508; † 1558). Christoph (* 1510; † 1535). Andreas (* 1514; † 1569).
Nach der Heirat mit der Erbtochter Regina Tannpeck wurde Lasla Prager von Kaiser Friedrich III. 1485 mit der Burg Windhaag belehnt. Bald darauf konnte er den Besitz seiner neuen Verwandten erwerben, zu dem ab 1492 auch Schloss und Herrschaft Aich gehörten.
Am 19. Dezember 1491 wurde Windhaag in Oberösterreich zur Herrschaft erhoben und der Burgfrieden zu einem umfangreichen Landgericht erweitert. Dieses Landgericht umfasste die Gemeinden Windhaag, Münzbach und Altenburg sowie Teile von Rechberg. Der damalige römisch deutsche König und Erzherzog von Österreich sowie spätere deutsche Kaiser Maximilian I. bestätigte das Landgericht am 2. März 1494. Weitere Bestätigungen folgten 1535, 1565 und 1568.
1491 ließ Lasla Prager das Schloss Pragstein in Mauthausen an der Donau erbauen. 1512 ließ Prager in der Pfarrkirche Altenburg (nun zu Filialkirche der Pfarrkirche Windhaag geworden) unter der Annakapelle eine Familiengruft errichten und mit Fresken schmücken. Die Fresken sind heute noch erhalten. Bei der Öffnung der Gruft im Jahre 1907 wurden zwölf Särge von Familienmitgliedern der Prager dort vorgefunden.
Die Familie Prager war bis 1597 im Besitz der Herrschaft Windhaag. Die Herrschaft war 1597 schon so schwer verschuldet, sodass sie von den Ständen eingezogen wurde. 1616 kaufte Hans Kalchgruber die Herrschaft.
Spätestens Lasla Pragers Söhne waren eifrige Protestanten. Demgemäß galten die drei Pfarren und Kirchen Altenburg, Münzbach und Pergkirchen und die meisten dort ansässigen Untertanen in der Zeit von etwa 1558 bis 1624 als protestantisch und sie hatten auch protestantische Pfarrer.
Die Nachkommen der Prager wanderten in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts als eifrige Protestanten aus. 1630 wird noch ein Freiherr von Prag zu Ulm genannt.
Lasla (Ladislaus I.) Prager trat als Geldgeber für den Kaiser auf, erhielt als Pfand verschiedene Schlösser und Grundherrschaften, zum Beispiel Freistadt (im Zeitraum von 1500 bis 1509) und Klingenberg einschließlich des Marktes Münzbach (im Zeitraum 1500 bis 1514) und wurde schließlich mit diesen belehnt.
Bereits 1490 war Prager in den Besitz der Grundherrschaft Mauthausen gelangt. Er ließ dort 1491 das Schloss Pragstein auf einer Felsinsel in der Donau errichten. Er soll die Mauthausener Bürger sehr hart behandelt haben. Das Schloss steht heute am Ufer und nicht mehr auf einer Insel, da die Donau in diesem Bereich verlegt wurde.
1494 errichtete Prager in der Heinrichskirche in Mauthausen ein Karmelitenkloster für drei Karmeliten, die allerdings nur bis 1507 dort blieben.
Dem Windhager Urbar von 1508 ist der damalige durch Erbschaft (von den Tannpecks) und Kauf erworbene Besitz Pragers untergliedert in acht Ämter zu entnehmen: Windhaag, Zell, Weißenbach, Freistadt, Haid bei Wels, Sankt Florian, Linz, Kirchdorf, Klingenberg.