La straniera (deutsch: Die Fremde) ist eine tragische Oper in zwei Akten von Vincenzo Bellini. Das Libretto verfasste Felice Romani auf Grundlage des Romans L’Étrangère von Charles Victor Prévôt, Vicomte d’Arlincourt. Die Uraufführung fand am 14. Februar 1829 im Teatro alla Scala in Mailand statt.
Der König hat seine Gemahlin Isemberga verstoßen und sich der Herzogstochter Agnese zugewandt. Da der Papst die Aufhebung der Ehe mit Isemberga nicht anerkannte, musste der König Isemberga wieder aufnehmen, Agnese schickte er unter Bewachung ihres Bruders Leopoldo auf ein Schloss in der Bretagne. Agnese floh und versteckt sich seither als Alaide in einer Hütte am See von Montolino. Sie verlässt die Hütte nur verschleiert und wird von den Anwohnern, die ihre Herkunft nicht kennen, die Fremde genannt.
Auf dem Schloss Montolino wird die Hochzeit von Isoletta und Graf Arturo di Ravenstel vorbereitet. Isoletta beklagt sich bei ihrem Vertrauten Valdeburgo, einem Freund Arturos, über das veränderte Verhalten ihres Verlobten; sie fürchtet, dieser habe sich in die Fremde verliebt. Arturo sucht die Fremde auf, er gesteht ihr seine Liebe, aber sie teilt ihm mit, dass ihre Liebe nicht erfüllt werden könne.
Arturo schickt Valdeburgo zu der Fremden und Valdeburgo, der in Wahrheit Leopoldo ist, erkennt in ihr seine Schwester Agnese, wahrt aber deren Inkognito. Als Arturo sieht, dass Valdeburgo die Fremde umarmt, hält er ihn für einen Rivalen. Er fordert Valdeburgo zum Duell, in dessen Verlauf Valdeburgo verwundet in den See stürzt. Als Alaide alias Agnese Arturo mitteilt, dass Valdeburgo alias Leopoldo ihr Bruder sei, stürzt sich Arturo aus Verzweiflung ebenfalls in den See. Da Alaide das Blut ihres Bruders an den Händen hat, wird sie des Mordes an Valdeburgo und Arturo bezichtigt.
In der vom Prior geleiteten Gerichtsverhandlung gibt Alaide ihre Identität nicht preis. Als ihr die Todesstrafe droht, stürzt der durchnässte Arturo herbei, der sich aus dem See retten konnte. Nun wird Arturo des Mordes an Valdeburgo beschuldigt. Arturo und Alaide sollen zusammen hingerichtet werden – aber glücklicherweise erscheint jetzt Valdeburgo, der sich ebenfalls aus dem See retten konnte. Valdeburgo verzeiht Arturo, jedoch nur unter der Bedingung, dass dieser Alaiden entsagt und umgehend Isoletta ehelicht. Arturo stimmt zu, verlangt aber, dass Alaide an der Hochzeit teilnimmt.
Arturo bittet nun auch Isoletta um Vergebung, aber diese ahnt, dass sie sein Herz für immer verloren hat. Als sie sich weigert, Arturo unter diesen Umständen zu heiraten, tritt Alaide herbei und ermutigt Isoletta zur Trauung, die Liebe werde schon noch kommen. Während Alaide vor der Kirche ihr Los beklagt, bricht Arturo die Zeremonie ab, weil er nicht ohne Alaide leben könne. Da tritt der Prior hervor und nennt Alaide „Königin“, denn soeben ist Isemberga verstorben, so dass Alaide/Agnese rechtmäßige Gattin des Königs werden kann. Angesichts dieses Rivalen erkennt Arturo die Aussichtslosigkeit seiner Liebe und mit dem Ruf, dass der Weg zum Thron nur über seine Leiche führe, ersticht er sich. Alaide/Agnese beklagt abermals ihr Los.
Die Orchesterbesetzung der Oper enthält die folgenden Instrumente:
Holzbläser: zwei Piccoloflöten, zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotte, Serpent
Blechbläser: vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Altposaune, Cimbasso
Pauken, Schlagzeug: Große Trommel, Becken, Triangel
Bühnenmusik: vier Klarinetten, zwei Fagotte, Serpent, acht Hörner, Harfe, Violoncello
Introduktion und Chor – Voga, voga
Rezitativ und Duett – Io la vidi (Isoletta, Valdeburgo)
Rezitativ – Osburgo?… (Montolino, Osburgo)
Szene und Romanze – Sventurato il cor che fida (Alaide)
Szene und Duett – Serba, serba i tuoi segreti (Alaide und Arturo)
Chor der Jäger – Campo ai veltri
Rezitativ und Terzett – No, non ti son rivale (Alaide, Arturo, Valdeburgo)