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La clemenza di Tito (Metastasio)

Opern-Libretto von Pietro Metastasio

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La clemenza di Tito ist ein Opern-Libretto in drei Akten von Pietro Metastasio. Erstmals aufgeführt wurde es in der Vertonung von Antonio Caldara am 4. November 1734 zur Feier des Namenstags Kaiser Karls VI. in Wien. Eine spätere Fassung des Librettos trägt den Titel Tito Vespasiano. Mit ungefähr 50 Vertonungen gehört es zu Metastasios beliebtesten Werken.

Eine deutsche Übersetzung des Librettos von Johann Anton Koch erschien 1769 unter dem Namen Die Gütigkeit des Titus im zweiten Band seiner unvollendet gebliebenen Gesamtausgabe Des Herrn Abt Peter Metastasio Kayserl. Königl. Hofpoetens Dramatische Gedichte.

Das Libretto handelt vom römischen Kaiser Titus, der seinem Vater Vespasian auf dem dem vorherigen Kaiser Vitellius entrissenen Thron nachgefolgt war.

Die folgende Inhaltsangabe basiert auf dem Libretto der 1738 in Dresden aufgeführten Vertonung von Johann Adolph Hasse.

Vitellia, die Tochter des früheren Kaisers Vitellius ist der Ansicht, dass der römische Thron rechtmäßig ihr zusteht. Der gegenwärtige Kaiser Tito hat jedoch nicht die Absicht, sie zu heiraten, sondern zieht ihr mit Berenice sogar eine Ausländerin vor. Daher überredet sie ihren Verehrer Sesto, einen Freund Titos, am geplanten Aufstand teilzunehmen und darin eine führende Rolle zu übernehmen. Sesto willigt nur widerstrebend ein. Er hält Tito für unschuldig und großmütig, aber Vitellia kann er nichts abschlagen. Er befestigt das Zeichen der Aufrührer, ein rotes Band, an seinem Mantel.

Sestos Freund Annio kommt und teilt ihm mit, dass der Kaiser zur Freude des römischen Volks Berenice fortgeschickt habe. Annio liebt Sestos Schwester Servilia und wartet nur noch auf die Genehmigung des Kaisers, um sie heiraten zu können.

Vorhof des Jupiter Stator, bekannt wegen der Ratsversammlung

Dahinter ein Teil des römischen Markts, prachtvoll mit Triumphbogen, Pyramiden und Siegeszeichen geschmückt. Auf der Seite sieht man die Palatinische Brücke, einen großen Teil der heiligen Straße, den äußersten Teil des Kapitols und die dorthin führende prächtige Straße. Im Vorhof befinden sich Publius, die römischen Ratsherren und die Gesandten der eroberten Länder, die gekommen sind, um den jährlichen Tribut zu erlegen. Währenddessen kommt Titus in Begleitung einer Volksmenge vom Kapitol. Vor ihm gehen die Knechte. Es folgt die Leibwache.

Der Chor preist Tito als „Vater des Vaterlandes“ und möchte ihm einen Tempel weihen. Auch der Prätorianer-Hauptmann Publio und Annio stimmen ein. Tito lässt sich gerne als Vater bezeichnen, aber für göttergleich hält er sich nicht. Er bittet sie, das für den Tempel vorgesehene Geld für die Opfer des jüngsten Vesuv-Ausbruchs zu verwenden. Nachdem er die meisten Anwesenden fortgeschickt hat, teilt er Sesto und Annio mit, dass er sich eine Braut nehmen möchte, mit der auch die Römer einverstanden sind. Daher hat er sich für Sestos Schwester Servilia entschieden. Obwohl Sesto und Annio darüber erschrocken sind, erzählen sie ihm nichts von der Beziehung Servilias mit Annio. Tito bittet Annio, es ihr selbst mitzuteilen, was dieser auch tut. Servilia jedoch ist fest entschlossen, Annio treu zu bleiben.

Ein Lusthaus in der kaiserlichen Burg auf dem Palatin

Publio bringt Tito eine Liste von Leuten, die schlecht über frühere Kaiser geredet haben und deshalb bestraft werden sollen. Tito meint, dass diese Sitte endlich abgeschafft werden müsse. Auch als Publio auf eine Person hinweist, die Tito selbst beleidigt hat, findet er das nicht der Strafe wert. Das Gespräch wird von Servilia unterbrochen, die Tito etwas mitteilen möchte. Nachdem Publio gegangen ist, versichert Servilia Tito ihrer Dankbarkeit. Sie liebe allerdings bereits Annio. Tito ist froh, dass endlich jemand ehrlich zu ihm ist und will sie nun nicht mehr heiraten, sondern ihr ein väterlicher Freund sein. Sie solle allen sagen, dass er lieber schmerzhafte Wahrheiten höre als falsche Schmeicheleien.

Vitellia kommt zu Servilia, um ihr als zukünftiger Kaiserin zu huldigen. Servilia ist jedoch nicht gut auf sie zu sprechen und lässt sie links liegen. Vitellia ist beleidigt. Sie fühlt sich auch von Tito zurückgesetzt und freut sich auf ihre Rache. Sesto kommt zu ihr. Er hat zu ihrem Verdruss den Aufstand immer noch nicht begonnen. Auf ihr Drängen versichert er ihr, dass sie bald das Kapitol brennen sehen werde und er selbst Tito töten wolle. Nachdem er gegangen ist, kommt Publio und teilt Vitellia mit, dass Tito nun sie zur Braut ausersehen habe. Vitellias Traum kann also doch wahr werden. Um den Aufstand zu stoppen, bittet sie Publio, Sesto sofort zurückzuholen. Vitellia ist von Gefühlen überwältigt.

Der Aufstand hat begonnen. Sesto ist prinzipiell bereit, teilzunehmen. Er hat aber schwere Gewissensbisse. Der Mitverschworene Lentulo hat bereits das Kapitol in Brand gesteckt. Sesto hofft trotzdem, Tito retten zu können, und macht sich auf den Weg, ihn zu suchen. Er wird jedoch von Annio aufgehalten. Auch Servilia und Publio kommen hinzu. Annio macht sich Sorgen um Sesto und will ihm helfen. Weil er Servilia aber nicht allein zurücklassen kann, bittet er Publio, auf sie zu achten. Publio wiederum bittet Servilia, in ihre Wohnung zu gehen, und gibt ihr eine Wache zum Schutz mit. Er selbst muss sich auf Befehl Titos auch um Vitellia kümmern. Publio lobt die Umsicht Titos, und Servilia sorgt sich um Annio.

Sesto berichtet Vitellia vom begonnenen Aufstand. Auch Tito sei bereits tot. Er selbst habe es aber nicht getan, sondern im Gegenteil versucht, ihm zu helfen. Ein anderer Verschwörer habe Tito hinterrücks erstochen und sei dann geflohen. Er habe dann den Dolch herausgezogen und dadurch seinen eigenen Mantel mit Blut befleckt. Vitellia zeigt sich jetzt empört, dass er an der Verschwörung teilgenommen hat. Sesto ist zutiefst verwirrt wegen ihres Sinneswandels. Vitellia jedoch fühlt sich schuldig am Tod Titos und am Verlust ihrer schon erhofften Macht als Kaiserin.

Sesto ist verzweifelt. Er zieht den Degen, um sich umzubringen. Da kommt Annio und ruft ihn zu Tito. Dieser war nie verletzt worden. Sesto hatte ihn mit jemand anderem verwechselt. Sesto ist erleichtert. Er wagt es aber nicht, zu Tito zu gehen, weil er selbst zu den Verschwörern gehörte. Stattdessen will er das Land verlassen. Annio weist darauf hin, dass das nicht nötig sei. Noch glauben alle, dass der Brand zufällig ausgebrochen sei. Sesto solle lieber zu Tito gehen und alles tun, um seine Taten wiedergutzumachen. Weil Sestos Mantel noch blutverschmiert ist, tauschen die beiden ihre Mäntel.

Mit Statuen geschmückte Galerie in einem Garten

Servilia erzählt Tito von der Verschwörung Lentulos und bittet um Vergebung für einen anderen Mitschworenen, der sich schon von der Gruppe losgesagt hat. Lentulo hatte nach der Brandstiftung bereits kaiserliche Kleidung angelegt und wurde irrtümlich von einem der Verschwörer getötet, weil dieser ihn für Tito gehalten hatte. Sie verrät Tito das Geheimzeichen der Aufrührer: ein rotes Band an der rechten Schulter des Mantels. Tito ist enttäuscht von den Römern, die ihn trotz all seiner Wohltaten zu hassen scheinen.

Sesto will Tito seine Teilnahme an der Verschwörung gestehen, aber Vitellia kommt rechtzeitig hinzu und verhindert es. Da kommt Annio mit Sestos Mantel und berichtet, dass das Feuer inzwischen gelöscht wurde. Inzwischen ist allgemein bekannt, dass es nicht zufällig ausgebrochen war. Als Tito das Zeichen der Verschwörer an seinem Mantel bemerkt, wird Annio für einen der Beteiligten gehalten. Weil er seinen Freund Sesto nicht in Gefahr bringen will, kann er das Missverständnis aber nicht aufklären. Sesto kann das nicht mit ansehen und fällt vor dem Kaiser auf die Füße. Aber bevor er etwas sagen kann, greift Vitellia ein und bittet Sesto im Namen Titos, ein gnädiges Urteil über Annio zu sprechen. Tito befiehlt, Annio zu verhören, möchte aber vor einem Urteil erst die Untersuchung abwarten. Servilia sagt sich von Annio los und will seine Erklärungen nicht anhören. Nachdem sie gegangen ist, bittet Annio Sesto um Hilfe. Er wolle gern für ihn ins Gefängnis gehen, aber es sei ihm unerträglich, die Geliebte zu verlieren.

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La clemenza di Tito (Metastasio) | World in Stories