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La Resurrezione

Oratorium von Georg Friedrich Händel

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La Resurrezione (deutsch: Die Auferstehung), eigentlich La Resurrezione di Nostro Signor Gesù Cristo (HWV 47) ist ein Oratorium von Georg Friedrich Händel.

Händel schrieb sein Werk auf das Libretto „Oratorio per la Risurrettione di Nostro Signor Giesù Cristo“ (Oratorium über die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus) von Carlo Sigismondo Capece, dem Sekretär der im römischen Exil lebenden polnischen Königin Maria Casimira Mitte März/Anfang April 1708 in Rom, als Auftragswerk des Marchese Francesco Maria Marescotti Ruspoli. Er wohnte in dieser Zeit, von Ende Februar bis Ende April in dessen Palast (Palazzo Bonelli an der Piazza Santi Apostoli), in dem es am Ostersonntag, 8. April, unter Händels Leitung und dem Konzertmeister Arcangelo Corelli auch uraufgeführt und am folgenden Tag wiederholt wurde (Francesco Valesio, Diario di Roma). Zahlreiche Rechnungsbelege im Archivio Segreto Vaticano zeigen, dass mehrere Handwerksbetriebe mit dem Bau einer Bühne und von Dekorationen beauftragt waren, das Werk also zumindest halbszenisch aufgeführt wurde. Zirka 1500 gedruckte Libretti belegen, dass einschließlich dreier öffentlicher Proben am 1., 2. und 7. April etwa 300 Zuhörer pro Aufführung zugegen waren.

Die Aufführung fiel in jenen Zeitraum zwischen 1702 und 1709, in dem Papst Clemens XI. zur Hebung der Religiosität in der Stadt und zur Bekämpfung des allgemeinen sittlichen Niedergangs, einer Bittschrift aus dem Kreis der Konservatoren folgend, alle Theater- oder Opernaufführungen untersagte. Diese Verordnung wurde jedoch nicht konsequent umgesetzt: Es gab Ausnahmeregelungen besonders für ausländische Staatsvertreter. Dennoch waren öffentliche Aufführungen nicht gern gesehen, zumal mehrere Erdbeben im Jahre 1703 als göttliche Vorzeichen eines kommenden Untergangs gedeutet wurden.

Lucifero – Cristofano Cinotti (Bass)

Maddalena – Margherita Durastanti (Sopran)

Angelo – Sig. Filippo (Soprankastrat)

San Giovanni – Vittorio Chiccheri (Tenor)

Cleofe – Pasqualino Betti, detto Pasqualino (Altkastrat)

Obwohl bei der Uraufführung nicht anwesend, erregte Händels Oratorium trotz des privaten Charakters der Produktion den Argwohn des Papstes allein dadurch, dass mit der Durastanti eine Frau als Sängerin beteiligt war. Sie wurde deshalb bei der Wiederholungsaufführung am Ostermontag vermutlich durch einen Kastraten ersetzt. Ein Beleg dafür fehlt aber. Dem Werk warf man zum anderen vor, dass es sich als Oratorium musikalisch kaum von einer Oper unterscheide.

In der erwähnten römischen Chronik, dem Diario di Roma, wird die Uraufführung am 8. April 1708 folgendermaßen gewürdigt:

Nach den beiden glanzvollen römischen Aufführungen am 8. und 9. April 1708 geriet Händels Auferstehungsoratorium völlig in Vergessenheit. Zwar wurde das Werk im Rahmen von geplanten bzw. getätigten Gesamtausgaben von Samuel Arnold (ca. 1796) und Friedrich Chrysander (1878) gedruckt, was aber nicht half, das Oratorium der Vergessenheit zu entreißen.

1960 entdeckte Rudolf Ewerhart Händels Direktionspartitur von La Resurrezione in der Santini-Sammlung der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars in Münster (Westfalen). Dies weckte allgemeines Interesse praktischer Musiker an diesem Frühwerk des Komponisten. Der Fund Ewertharts konnte insbesondere einige Lücken der bisher vorliegenden Quellen schließen, da im Autograph beispielsweise die instrumentalen Einleitungen zu beiden Teilen ebenso fehlen wie die Musik zur gesamten Eingangsszene. Auf dieser durch den Fund der Direktionspartitur vervollständigten Fassung fußte auch seine 1961 erfolgte Aufführung in Münster, welche auch die Grundlage für die szenische Aufführung während der Händelfestspiele in Göttingen im gleichen Jahr unter der musikalischen Leitung von Günther Weißenborn und mit der Regie von Martin Ankermann war. Seitdem hört man La Resurrezione wieder des Öfteren. 1969 wurde das Stück das erste Mal in England durch die Handel Opera Society und dem Chandos Ensemble unter Leitung von Charles Farncombe im Londoner Victoria and Albert Museum aufgeführt. Während der Händel-Festspiele Halle wurde La Resurrezione am 10. Juni 1995 im Goethe-Theater Bad Lauchstädt in einer szenischen Produktion mit Les Musiciens du Louvre unter Marc Minkowski und der Regie von Marshall Pynkoski gespielt.

Das Libretto stammt von Carlo Sigismondo Capece, der als Sekretär der in Rom lebenden polnischen Ex-Königin Maria Casimira tätig war, und geht auf die neutestamentlichen Berichte von der Auferstehung Jesu Christi zurück. Allerdings übernahm er diese nicht wörtlich aus der italienischen Übersetzung der Bibel, sondern dichtete diese in Versform nach, ähnlich, wie Barthold Heinrich Brockes ein paar Jahre später mit seiner Passionsdichtung Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesus (in Deutsch) in Hamburg verfahren sollte. Die fünf handelnden Personen des Textbuchs ringen in Streitgesprächen und philosophischen Diskursen um die Bedeutung von Tod und Auferstehung Christi.

Der erste Teil spielt in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag, wobei das Kräftemessen von Engel und Teufel im Vordergrund steht: der strahlende Engel fährt zum Höllentor hinab, damit Christus eintreten und das Licht in die Finsternis bringen kann – wogegen sich Lucifero heftig wehrt. Er glaubt, mit dem Tod Jesu dessen Heilsverkündung verhindert und somit über ihn triumphiert zu haben. Aber der Engel desillusioniert ihn und kündigt an, dass der „mächtige König der Ehren“ ihn in seine Schranken verweisen und er „seine Knie vor ihm beugen“ werde. Höhnisch und wütend ruft er nun seine höllischen Verbündeten herbei: die Mächte des Erebos und die Eumeniden, um die Erde zu verwüsten und den Krieg in den Himmel zu tragen.

Als Maddalena und Cleofe um den verstorbenen Christus trauern, kommt San Giovanni, um sie zu trösten: Jesus hatte doch versprochen, am dritten Tage wieder aufzuerstehen. Da will Maddalena zum Grab aufbrechen, um Christi Leib zu salben. In der Hoffnung, den Erlöser vielleicht sogar lebend anzutreffen, geht Cleofe mit ihr. Giovanni will sich jedoch um Maria, der Mutter Jesu, kümmern.

Der Engel befreit nun die Patriarchen und Propheten aus ihren höllischen Kerkern, die nun durch den Siegeszug des Herrn, Christus in den Himmel folgen können. Jubilierend ob des Sieges über den Tod endet der erste Teil.

Der zweite Teil beginnt am Ostermorgen in Jerusalem. Froh erscheint Giovanni, weil Jesus sein Versprechen eingelöst hat, das Böse zu überwinden. Er folgt den Frauen zum Grab Jesu, um auch am Wunder der Auferstehung teilzuhaben.

Vom Engel erfährt nun auch Lucifero von Christi Triumph über das Böse und den Tod. Dieser reagiert ungläubig darauf und schwört, den Menschen diese Nachricht zu verschweigen. Jedoch hat der Engel den himmlischen Auftrag, die frohe Botschaft mit der Hilfe der beiden Frauen (Maddalena, Cleofe) in die Welt zu tragen.

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La Resurrezione | World in Stories