Kurt Mehlhorn (* 29. August 1949 in Ingolstadt) ist ein deutscher Informatiker und Hochschullehrer.
Kurt Mehlhorn studierte von 1968 bis 1971 Mathematik und Informatik an der Technischen Universität München und promovierte 1974 an der Cornell University in Ithaca (New York) bei Robert Lee Constable mit dem Thema „Polynomial and Abstract Subrecursive Classes“. Er ging anschließend an die Universität des Saarlandes in Saarbrücken und wurde dort 1975 zum Professor ernannt, wo er 2025 nach 50 Jahren seinen Dienst beendete. Von 1990 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2019 war Mehlhorn Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken, dessen Gründungsdirektor er war. Von August 2016 bis 2022 war er im wissenschaftlichen Rat des Europäischen Forschungsrates. Von 2002 bis 2008 war er Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft. Er gründete 1995 zusammen mit Stefan Näher und Christian Uhrig die Algorithmic Solutions Software GmbH, die sich unter anderem mit der Weiterentwicklung und dem Vertrieb der Softwarebibliothek LEDA (Library of Efficient Data Types and Algorithms) beschäftigt.
Er heiratete 1972 Ena Friedrichson und hat drei Kinder.
Mehlhorn beschäftigt sich vor allem mit Datenstrukturen, Graphentheorie, Algorithmen, Komplexitätstheorie und der Erstellung von Programmbibliotheken.
Er wurde für seine Leistungen zusammen mit Günter Hotz und Wolfgang Paul 1987 mit dem Leibnizpreis ausgezeichnet.
1977 Effiziente Algorithmen, Teubner
1984 Data Structures and Algorithms (3 Bände), Springer
1986 (mit Jacques Loeckx und Reinhard Wilhelm) Grundlagen der Programmiersprachen, Teubner
1999 (mit Stefan Näher) LEDA: A Platform for Combinatorial and Geometric Computing, Cambridge University Press
2008 (mit Peter Sanders) Algorithms and Data Structures: The Basic Toolbox, Springer
Susanne Albers (Hrsg.): Efficient algorithms : essays dedicated to Kurt Mehlhorn on the occasion of his 60th birthday, Berlin; Heidelberg; New York, NY: Springer 2009, ISBN 978-3-642-03455-8.
Auszeichnungen und Mitgliedschaften (Auswahl)
Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis, Deutsche Forschungsgemeinschaft, 1987
Humboldtpreis für Deutsch-Französische Kooperation, 1989
Karl Heinz Beckurts-Preis, 1994
Mitglied der Academia Europaea, 1995
Konrad-Zuse-Medaille für Verdienste um die Informatik, 1995
Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, 2001