Kurt Paul Felix (* 27. März 1941 in Wil, Kanton St. Gallen; † 16. Mai 2012 in St. Gallen) war ein Schweizer Fernsehmoderator und Fernsehjournalist, der ab 1995 auch die italienische Staatsbürgerschaft besass.
Grosse Bekanntheit erlangte er in der Schweiz mit der Samstagabend-Show Teleboy und im gesamten deutschsprachigen Raum mit Verstehen Sie Spaß? Letzte präsentierte er gemeinsam mit seiner Ehefrau Paola, wobei das Paar zu den seinerzeit beliebtesten Fernsehmoderatoren gehörte. Kurt Felix hatte die Versteckte Kamera zwar nicht erfunden, aber als erster eine Samstagabend-Show daraus gemacht. Im Schweizer Fernsehen der 1970er Jahre gehörte er zusammen mit Heidi Abel und Mäni Weber zu den bedeutenden Moderaten von Unterhaltungssendungen.
Kurt Felix wurde als Sohn des Musiklehrers Fritz Felix und dessen Ehefrau Hildegard geboren. Von 1948 bis 1954 besuchte er die Gemeinde-Primarschule in Wil, anschliessend bis 1957 die Gemeinde-Realschule Wil.
Sein Vater schenkte ihm schon früh ein Tonbandgerät, mit dem Kurt dann Rundfunkreporter spielte. So ging er damit auf den Fussballplatz um Reportagen vom Spiel seiner Klassenkameraden anzufertigen. Anschliessend wollte er nie etwas anderes als Fussballreporter werden. Deswegen schrieb er als Drittklässler an den Direktor von Radio Zürich, um sich zu erkundigen, wie man es wird. Daraufhin antwortete der Direktor Jakob Job persönlich, man benötige eine Berufsausbildung und er empfehle Schauspieler, Buchhändler oder Lehrer zu werden. Als Kurt Felix elf Jahre alt war, liessen sich seine Eltern scheiden und konnten beide alleine von ihrem Einkommen nicht leben, so dass Kurt letztlich zu Pflegeeltern kam. Der Pflegevater war ein überzeugter Kommunist, woraufhin Kurt nach Gegenargumenten suchte und dafür die Radiosender RIAS und Radio Freies Europa auswählte, die er während seiner Sekundarschulzeit ausschliesslich hörte. Dadurch kannte er sich in der deutschen Politik mindestens so gut wie in der einheimischen aus, was bis zum Ende seines Lebens so blieb. Die Sender brachten Kurt Felix auch die Big-Band-Musik einschliesslich der deutschen Tanzorchester nahe, woraufhin er in Erinnerung an diese Zeit später immer eine Big Band zu seinen Shows gehörte.
Entsprechend dem Vorschlag des Radiodirektors besuchte Kurt Felix von 1957 bis 1962 das Lehrerseminar Kreuzlingen, für das er ein Stipendium vom Kanton Thurgau bekam, dafür aber vier Jahre als Lehrer tätig sein musste. Im Schuljahr 1960/61 absolvierte er dabei das Lehrerpraktikum an der Primarschule Hüttwilen. Parallel dazu führte er Tonbandinterviews mit Prominenten, die ab Januar 1960 in der Radiosendung Hallo Teenager des Österreichischen Rundfunks ausgestrahlt wurden. In dieser Zeit reiste er auch nach Berlin, um sich den Bau der Mauer anzusehen, was er als «das traurigste Ereignis des Jahres überhaupt» in Erinnerung behielt. Er gewann im Laufe der Zeit viele deutsche Freunde, woraufhin er später sehr gerne in Deutschland arbeitete. Nach Erhalt des Lehrerpatents übernahm Kurt Felix im Schuljahr 1962/63 eine Abschlussklasse in Hüttwilen und wechselte dann an die Primar- und Gewerbeschule Frauenfeld.
1963 begann Kurt Felix bereits, nebenbei als Radioreporter für SRG über Neues rund um den Bodensee zu berichten. Seine Berichte besassen stets eine Unterhaltungskomponente, da er bereits früh bemerkte, dass man den Zuschauern eine fachliche Berichterstattung nur mit einem unterhaltsamen Rahmen nahebringen kann.
Mit seinen Schülern sang Felix viel, insbesondere selbst komponierte und getestete Werke. Dazu gehörte das 1962/63 entstandene Musical Professor Musikmann für Kinder und Orffsches Instrumentarium, wobei die Instrumente wie eine Big Band eingesetzt waren. Das Musical gelangte nach der Bühnen-Uraufführung ins Radio- und Fernsehprogramm und führte 1965 zur Auszeichnung Goldenes Mikrophon für die beste Stereo-Aufnahme des Jahres. Der Erfolg ermöglichte ihm überdies, im Sommer 1965 ganz zum Fernsehen zu wechseln. Im Schweizer Fernsehen wurde das Musical am 7. November 1965 in der Sendung Sonntags zwischen 4 und 6 gezeigt.
Beim SF wollte Kurt Felix nach wie vor zum Sport, das empfand man für einen Lehrer aber als unpassend, woraufhin er in der Abteilung Kultur und Wissenschaft unterkam, wo ihn der Leiter von Heimat und Region Wysel Gyr in sein Ressort holte. Dort lernte er «jede Ländlerkappelle und Trachtengruppe» kennen und war an fast allen kulturellen und volkstümlichen Veranstaltungen zugegen, wobei er binnen kürzester Zeit die gesamte Schweiz kennenlernte.
Nachdem sich Felix mehrere Unterhaltungsshows ausgedacht und erfolgreich eingeführt hatte, gab es Befürchtungen, er könnte sich als Mitarbeiter der Abteilung Kultur und Wissenschaft «unter dem Hag durchfressen» und in der Unterhaltung mitarbeiten. Daraufhin versetzte der Direktor Guido Frei ihn mit Beginn des Jahres 1973 in die Abteilung Theater und Unterhaltung. Als Redakteur im Ressort Quiz und Spiele bekam er dort nach jeder Show mit Hans-Joachim Kulenkampff einen ganzen Stapel Zuschauerbeschwerden auf seinen Schreibtisch, Kuhlenkampff spreche zu schnell. So musste er eine Anfrage, auch Dalli Dalli in der Schweiz auszustrahlen, mit der Begründung ablehnen, Rosenthal rede viel zu schnell. Für die Show Am laufenden Band suchte Felix die Schweizer Kandidaten aus, er war im Dezember 1975 zu Gast in der Show und zeigte Ausschnitte aus Teleboy, die mit einem Kandidatenspiel verbunden waren.
Kurt Felix war bekannt für extrem detaillierte Manuskripte, während eine gewöhnliche Unterhaltungsshow mit 10 Seiten auskam, waren es bei ihm immer um die 100 Seiten. Ab 1972 arbeitete er bevorzugt mit dem Regisseur Max Sieber zusammen, der auch später bei den Sendungen in Deutschland dabei war.
1978 wählte man Felix zum Ressortleiter Quiz und Spiele, wovon er mit Ablauf des Jahres 1980 zurücktrat, um seine Laufbahn in Deutschland fortzusetzen.
Fahrt mit Dampf und Volksmusik
Eine der ersten Arbeiten beim Schweizer Fernsehen war Kombination aus Dokumentarfilm und Musiksendung Fahrt mit Dampf und Volksmusik. Kurt Felix hielt im Sommer 1965 die letzten Fahrten der Dampflokomotive EC 3/5 auf der Mittelthurgaubahn fest. Dazu hatte man einen Zug aus einem alten Postwagen und zwei ausrangierten Personenwagen zusammengestellt und damit die fahrplanmässig frequentierten Strecke mehrfach befahren, um den Zug von allen Seiten aufnehmen zu können. Hinzu kamen Musikgruppen, die ausschliesslich von Ortschaften der Strecke stammten. Bei der Ausstrahlung am 3. Oktober war die Strecke bereits auf elektrischen Betrieb umgestellt. Sie fand an einem Sonntagnachmittag im Rahmen der Sendereihe Für Stadt und Land von Wysel Gyr statt, in der es um volkstümliche Musik und heimatkundliche Themen ging. Mit dem Film konnte Felix seine Begeisterung für die Eisenbahn einbauen, der 45-minütige Film kam bei den Zuschauern so gut an, dass er – obwohl in schwarzweiss – im Laufe der Jahre mehrfach wiederholt wurde.
Im Frühjahr 1967 filmte Kurt Felix das Dampfschiff Schaffhausen bei seinen letzten Fahrten auf dem Bodensee, wieder in Kombination mit lokalen Musikern. Der Film wurde am Montagabend, den 2. Oktober 1967 gezeigt. als das Schiff bereits verschrottet war.
Im Sommer 1968 hielt Kurt Felix die Brienz-Rothorn-Bahn in bewegten Bildern fest. Da es sich um eine Kooperation mit ORF und ZDF handelte, deutete er darin Schweizerdeutsch nur an. Es handelte sich um das erste Fahrt mit Dampf und Volksmusik in Farbe, sie wurde kurz nach Einführung des Farbfernsehens in der Schweiz ausgestrahlt, nämlich am 4. November im Abendprogramm auf dem Sendeplatz von Für Stadt und Land um 20.20 Uhr. Im ZDF lief der Beitrag in der Reihe Musik macht Laune.
Kurt Felix dreht bereits 1970 eine neue Fahrt mit Dampf und Volksmusik über die Vitznau-Rigi-Bahn, die aber erst am 11. Mai 1971 anlässlich des 100. Bestehens der Bahn – im Abendprogramm – gesendet wurde.
Club 66 war eine Jugendsendung, die als Club 67 und Club 68 fortgesetzt wurde und infolgedessen von 1966 bis 1968 lief. Es handelte sich aus einer Kombination aus Quiz- und Musikshow. Bereits im Club 66 fand der erste Fernsehauftritt von Marc Dietrich und Peter Reber statt, die später mit Peter, Sue & Marc grosse Bekanntheit erlangten. In der letzten Ausgabe von Club 68 nahm Paola Del Medico teil, es war die erste Begegnung mit ihrem späteren Ehemann.