Kristen Jaymes Stewart (* 9. April 1990 in Los Angeles, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Filmschauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin. Sie ist die bisher einzige US-Amerikanerin, die den Filmpreis César, der als französisches Pendant des Oscars gilt, gewonnen hat.
Kristen Stewart wuchs im San Fernando Valley von Los Angeles zusammen mit ihrem älteren Bruder Cameron und ihren beiden Adoptivbrüdern Taylor und Dana auf. Ihre Eltern arbeiten beide in der Filmindustrie, ihr Vater John Stewart als Fernsehproduzent, Filmregisseur und Inspizient, ihre aus Queensland (Australien) stammende Mutter Jules Mann-Stewart als Script Supervisor, weshalb Kristen bereits als Kind viel Zeit an Filmsets verbrachte. Sie besuchte die öffentliche Schule bis zu ihrem Abschluss der Junior High School. Danach musste sie aufgrund ihrer unregelmäßigen Drehtermine und ihrer zunehmenden Bekanntheit bis zu ihrem Highschool-Abschluss im Jahr 2009 Privatunterricht nehmen.
Ihre erste kleinere Schauspielrolle hatte sie im Disney-TV-Film Das dreizehnte Jahr (1999), nachdem ein Schauspielagent bei einer Theateraufführung ihrer Grundschule auf die damals Achtjährige aufmerksam geworden war. Es folgten eine Komparsenrolle in Die Flintstones in Viva Rock Vegas (2000) sowie Auftritte in mehreren Werbespots, unter anderem für die Automarke Porsche.
Ihre erste größere Rolle hatte Stewart im Independent-Film The Safety of Objects (2001), wo sie die Tomboy-Tochter von Patricia Clarkson verkörperte. Größere Aufmerksamkeit erhielt sie erstmals für ihre Rolle im Film Panic Room (2002), in dem sie die zuckerkranke Tochter Sarah von Meg Altmann (Jodie Foster) spielt. Für Stewart war vor allem die Zusammenarbeit mit ihrer Mentorin Jodie Foster prägend für ihre weitere Schauspielkarriere.
Es folgten zahlreiche weitere Schauspielauftritte. Im Thriller Cold Creek Manor (2003) spielte Stewart die Tochter von Dennis Quaid und Sharon Stone. In der US-Neuverfilmung des dänischen Kinderfilms Kletter-Ida, Mission: Possible (2004), hatte Stewart eine der Hauptrollen. Im Alter von 13 Jahren übernahm sie in Speak – Die Wahrheit ändert alles (2004) die Rolle einer Highschool-Schülerin, die von einem älteren Mitschüler auf einer Party vergewaltigt wird, dies jedoch niemandem anvertraut. Ihre schauspielerische Leistung in Speak wurde sehr positiv aufgenommen. Im Jahr 2005 spielte Stewart in Fierce People neben Diane Lane und Donald Sutherland und war im Fantasyfilm Zathura als Lisa zu sehen. 2006 übernahm Stewart die Rolle des Teenagers Lucy Hardwicke im romantischen Drama Im Land der Frauen und war dort neben Meg Ryan und Adam Brody zu sehen. 2008 spielte Stewart im Drama The Cake Eaters die 15-jährige, schwer kranke Georgia. Im selben Jahr verkörperte sie die Filmfigur der Martine an der Seite von William Hurt und Maria Bello in Das gelbe Segel und wirkte in einer Nebenrolle im Film Into the Wild – Die Geschichte eines Aussteigers von Sean Penn mit.
Im Jahr 2009 war sie an der Seite von Jesse Eisenberg im Film Adventureland in der Hauptrolle der Emily „Em“ Lewin zu sehen. Adventureland, ein Drama über Studierende, die während ihrer Sommerferien in einem Freizeitpark arbeiten, wurde noch vor der Veröffentlichung der Twilight-Saga, mit der Stewarts internationale Berühmtheit einherging, abgedreht und war der erste von drei Filmen, in denen sie und Jesse Eisenberg zusammen als Hauptfiguren auftraten.
Noch 2008 wurde Kristen Stewart für die Rolle der Bella Swan in Twilight – Biss zum Morgengrauen (2008), der Verfilmung des ersten Buchs der gleichnamigen, vierteiligen Roman-Reihe von Stephenie Meyer schlagartig international bekannt. Die als Mega-Blockbuster aufgezogene Liebesgeschichte zwischen der sterblichen Highschool-Schülerin Bella und einem über 100 Jahre alten Vampir namens Edward Cullen (Robert Pattinson) wurde Gegenstand einer eigenen Fankultur. Neben der positiven Resonanz wurden Film und Schauspieler im Spannungsfeld des Hypes aber auch mit Kritiken und Hass konfrontiert.
Der zweite Teil der Reihe New Moon – Biss zur Mittagsstunde kam 2009 in die deutschen Kinos und setzte den großen Erfolg fort. Es folgten die Teile drei bis fünf der Twilight-Saga Eclipse – Biss zum Abendrot (2010), Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht, Teil 1 (2011) und Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht, Teil 2 (2012).
In The Runaways (2010), einem Film über die gleichnamige Rock-’n’-Roll-Band, verkörperte Stewart Joan Jett. Für den Film sangen Dakota Fanning und Stewart einige Songs der Runaways neu ein, die Teil des Film-Soundtracks wurden. Zum Lied Cherry Bomb drehten Fanning und Stewart zudem ein Musikvideo.
2010 war Stewart im Drama Willkommen bei den Rileys an der Seite von James Gandolfini und Melissa Leo als jugendliche Prostituierte Mallory zu sehen. Der Film wurde 2010 im Rahmen des Independent-Filmfest Sundance Film Festival erstaufgeführt und führte zu positiven Kritiken für Kristen Stewarts schauspielerische Leistung.
2012 war sie außerdem in On the Road – Unterwegs und in Snow White and the Huntsman zu sehen. Letzterer stellte vor allem aufgrund schlechter Kritiken, die gezielt gegen Stewart gerichtet wurden, ein Fiasko dar, aber auch weil Stewart aufgrund einer von Paparazzi öffentlich gemachten Affäre mit dem Regisseur Rupert Sanders Mittelpunkt eines medialen Skandals wurde. Kristen Stewart, die zudem stark unter dem der Twilight-Saga entspringenden medialen Interesse an ihrem Privatleben litt, zog sich daraufhin für zwei Jahre aus der Öffentlichkeit und dem Filmgeschäft zurück.
Ab 2014: Schauspielerische Festigung und Weiterentwicklung
Nach ihrer Rückkehr mit der Übernahme tragender Nebenrollen in den Filmdramen Still Alice – Mein Leben ohne Gestern und Die Wolken von Sils Maria begann Kristen Stewart abseits der Blockbuster Hollywoods vermehrt im Bereich des internationalen Independent-Films Erfahrungen zu sammeln. Beide Filme wurden von Kritikern sehr positiv aufgenommen. Für ihre Rolle der persönlichen Assistentin von Maria Enders (Juliette Binoche) in Olivier Assayas Werk Die Wolken von Sils Maria wurde sie als erste US-amerikanische Schauspielerin mit dem César, dem wichtigsten französischen Filmpreis als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Ebenfalls im Jahr 2014 erschien der US-amerikanische Independent-Film Camp X-Ray – Eine verbotene Liebe, in dem Stewart die Hauptfigur der Amy Cole verkörpert, einer Soldatin im Militärgefängnis von Guantanamo Bay.
2015 spielte sie neben Jesse Eisenberg eine der beiden Hauptrollen im Stoner-Film American Ultra, der gemischte Kritiken erhielt. Mit Woody Allens Film Café Society (2016) folgte der dritte Film als Hauptfigur an der Seite von Jesse Eisenberg. Der Film feierte 2016 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes Premiere. In Kelly Reichardts Episodenfilm Certain Women (2016) spielt Stewart die Anwältin Beth Travis aus Montana. Ebenfalls im Jahr 2016 erschien Personal Shopper, ein Film des französischen Regisseurs Olivier Assayas, der die von Stewart verkörperte Figur der Assistentin in Die Wolken von Sils Maria ideell fortsetzt und von Assayas bewusst auf die schauspielerischen Fähigkeiten von Kristen Stewart zugeschnitten wurde.
Im Musikvideo zum Song Ride ’Em On Down der Rolling Stones, der sich auf dem Album Blue & Lonesome von 2016 befindet, fährt Kristen Stewart in einem blauen Ford Mustang umher, leckt an einem blauen Dauerlutscher und tanzt lasziv, mit angesteckter Zigarette im Mund, an einer Tankstelle zu dem ursprünglich von Bluesgitarrist Eddie Taylor komponierten Song.
2019 war sie an der Seite von Naomi Scott und Ella Balinska im Blockbuster 3 Engel für Charlie von Regisseurin Elizabeth Banks zu sehen. Im 2019 erschienenen Thriller Jean Seberg – Against all Enemies spielt Stewart die Hauptrolle der realen Figur Jean Seberg, wofür sie positive Kritiken erhielt.
Nach dem Science-Fiction-Film Equals – Euch gehört die Zukunft aus dem Jahr 2015, war Kristen Stewart 2020 mit ihrer Hauptrolle der Norah Price im bereits 2018 fertiggestellten Film Underwater – Es ist erwacht wieder im Science-Fiction-Genre zu sehen. 2020 war Kristen Stewart zudem Teil der US-amerikanischen queeren Rom-Com Happiest Season von Clea DuVall, in der Stewart neben Mackenzie Davis eine der Hauptfiguren darstellt.