An diesem Tag

Krassimir Balakow

Bulgarischer Fußballspieler

Anúncio

Krassimir Gentschew Balakow (bulgarisch Красимир Генчев Балъков, wiss. Transliteration Krasimir Genčev Balăkov; * 29. März 1966 in Weliko Tarnowo) ist ein ehemaliger bulgarischer Fußballspieler und derzeitiger -trainer. Ihm gelangen in 92 Länderspielen für die bulgarische Fußballnationalmannschaft 16 Tore. Er nahm an der Weltmeisterschaft 1994 in den Vereinigten Staaten teil, bei der die Nationalmannschaft mit dem vierten Platz den größten Erfolg des bulgarischen Fußballs erreichte. Als hauptverantwortlicher Trainer arbeitete er nach seinem Karriereende in der Schweiz, Bulgarien, Kroatien und Deutschland sowie zuletzt im bulgarischen Nationalteam.

Krassimir Balakow stammt aus Weliko Tarnowo, einer Stadt am Nordhang des Balkangebirges, damals Volksrepublik Bulgarien. In seiner Heimatstadt spielte er für die Jugendmannschaften des FK Etar. Schon früh wurde Balakows außergewöhnliches Talent entdeckt, so dass er 1982 bereits im Alter von 16 Jahren in der höchsten bulgarischen Spielklasse (A Grupa) debütierte. Nach zwei Spielzeiten als Ergänzungsspieler schaffte er als Flügelstürmer auf der linken Außenbahn den Durchbruch und kam in der Spielzeit 1984/85 in allen 30 Ligaspielen zum Einsatz (sechs Tore). Anschließend bremste eine schwere Verletzung Balakow zunächst aus und er war gezwungen längerfristig zu pausieren. Nach seiner Wiedergenesung erkämpfte sich der Edeltechniker unter dem langjährigen Trainer Georgi Wassilew erneut einen Stammplatz und fand zu alter Stärke zurück. Im Herbst 1988 wurde Balakow Nationalspieler.

Mit Balakow als Antreiber rückte Etar Weliko Tarnowo – vormals regelmäßig im mittleren und hinteren Tabellenbereich platziert – in Reichweite der Europapokalränge und belegte 1989 sowie 1990 jeweils den dritten Platz der bulgarischen Meisterschaft. Allerdings konnte Etar die Dominanz der Hauptstadt-Klubs ZSKA, Lewski und Slawia Sofia nicht brechen. Mittlerweile hatte Balakow die Begehrlichkeiten von ZSKA Sofia geweckt, jedoch kam der Wechsel wegen des politischen Umsturzes in Bulgarien nicht zustande.

Auch in der Nationalelf etablierte er sich an der Seite von Spielern wie Christo Stoitschkow, Jordan Letschkow, Nasko Sirakow und Emil Kostadinow als Stammkraft.

Kurz nach Beginn der Hinrunde der Spielzeit 1990/91 erhielt Balakow die Freigabe seines Klubs für einen Wechsel nach Westeuropa und folgte dem Angebot des portugiesischen Klubs Sporting Lissabon. Während sein Heimatverein am Saisonende erstmals den bulgarischen Meistertitel holte, erreichte er an der Seite von Luís Figo, Fernando Gomes und Luizinho als Tabellendritter der portugiesischen Liga die Teilnahme am UEFA-Pokal. In Lissabon avancierte der Bulgare rasch zum Publikumsliebling und entwickelte sich zu einem der besten Spieler der portugiesischen Meisterschaft. Mittlerweile taktisch anders aufgestellt und als Mittelfeldregisseur in die Schaltzentrale auf dem Spielfeld gerückte, gestaltete er das Spiel des Klubs.

Auch in der Nationalmannschaft wurde Balakow zum Spielgestalter. In der Qualifikation zur Weltmeisterschaftsendrunde erreichte er als Stammkraft mit der von Trainer Dimitar Penew betreuten Auswahl überraschend den zweiten Platz der Qualifikationsgruppe 6 hinter Schweden. Im letzten Gruppenspiel bezwang die Mannschaft im direkten Duell die französische Mannschaft, der ein Unentschieden genügt hätte, auswärts mit einem 2:1-Erfolg nach zwei Toren von Kostadinow. Den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1-Pausenstand hatte Balakow als Eckstoßschütze vorbereitet. Beim Turnier kam der Auswahl allenfalls eine Außenseiterrolle zu, als sie mit Nigeria, Argentinien und Griechenland in eine Gruppe gelost wurde. Nach einer 0:3-Niederlage gegen Nigeria folgte ein 4:0-Erfolg über Griechenland. Anschließend ließ die Auswahl aufhorchen, der amtierende Vizeweltmeister Argentinien wurde mit einem 2:0-Sieg vom zweiten Tabellenplatz verdrängt. Ein unansehnliches Spiel bekamen die Zuschauer schließlich im Achtelfinale zu sehen, als das Duell gegen Mexiko ins Elfmeterschießen ging. Dort versagte Balakow als erster bulgarischer Schütze, nach drei Fehlschüssen auf Seiten der Mittelamerikaner blieb der verschossene Elfmeter ohne Folgen. Nach einem 2:1-Erfolg über Deutschland scheiterte die Mannschaft im Halbfinale an Italien um den überragenden Roberto Baggio, der seine Leistung mit zwei Toren krönte. Eine eher lustlos wirkende bulgarische Nationalmannschaft ging im Spiel um den dritten Platz mit einer 0:4-Niederlage gegen Schweden unter; auch beim siebten Turnierspiel blieb Balakow ohne Torerfolg. Dennoch wurde er als eine der auffälligsten Figuren in das WM-All-Star-Team gewählt. Darüber hinaus erreichte er Ende des Jahres bei den Wahlen zum FIFA-Weltfußballer des Jahres und zum Ballon d’Or für Europas Fußballer des Jahres gute Platzierungen, als er sich jeweils unter den ersten zwanzig ausgewählten Spielern wiederfand.

Den Schwung des WM-Turniers schien Balakow mit in die portugiesische Meisterschaft mitgebracht zu haben. Als Antreiber führte er die von Carlos Queiroz und Assistenztrainer José Mourinho trainierte Mannschaft von Sporting zu 22 Saisonsiegen. Mit der Vizemeisterschaft hinter dem FC Porto erreichte er sein bestes Saisonergebnis in Portugal, zudem zog er mit dem Klub ins Endspiel um den Landespokal ein. Gegen Marítimo Funchal holte er mit einem 2:0-Erfolg seinen ersten Titelgewinn. Jedoch gab es mit dem Trainer zunehmend Probleme, die letztlich zu einer Trennung vom Klub führten.

Im Sommer 1995 wechselte Balakow in die Bundesliga, der VfB Stuttgart überwies umgerechnet zwei Millionen Euro an den portugiesischen Verein. Der schwäbische Klub war nach dem Gewinn der Meisterschaft 1992 ins Mittelfeld der Liga abgerutscht und versuchte einen Neuanfang. Zu diesem Zweck hatte er mit dem Österreicher Rolf Fringer zu Saisonbeginn einen neuen Trainer verpflichtet, der mit einer offensiven Spielweise mit dem FC Aarau in der Schweiz erfolgreich gewesen war und den Klub 1993 zu einem Meistertitel geführt hatte. Hinter dem Sturmduo Giovane Élber und Fredi Bobič etablierte er sich als Dreh- und Angelpunkt des Offensivspiels. Mit dem Brasilianer portugiesisch und dem Deutsch-Kroaten kroatisch sprechend integrierte er sich schnell bei seinem neuen Verein. Aufgrund mangelnder Konstanz erreichte der Verein dennoch nur den zehnten Tabellenplatz.

Im Sommer nahm Balakow mit der Auswahlmannschaft an der Europameisterschaft 1996 teil, nachdem im Rahmen der Qualifikation hinter Deutschland – das erste Duell entschied Bulgarien mit einem 3:2-Erfolg für sich, so dass sie Mannschaft vor dem Rückspiel am letzten Spieltag bereits mindestens als einer der besten Gruppenzweiten qualifiziert war und die 1:3-Niederlage nur fürs Endklassement ausschlaggebend war – der zweite Tabellenplatz belegt worden war. Beim Turnier in allen drei Spielen im Einsatz belegte die Mannschaft in der Gruppe mit Frankreich, Spanien und Rumänien den dritten Platz und schied am Ende der Vorrunde aus.

Auch das frühe Ausscheiden der Schweizer „Nati“ hatte Auswirkungen auf Balakows weiteren Werdegang: nachdem der Auswahltrainer Artur Jorge nach dem Turnier heftig in der Kritik gestanden hatte, entschloss er sich zum Rücktritt. Schnell fiel der Name Fringer als Nachfolger und angesichts der allenfalls passablen Vorsaison erteilte der VfB Stuttgart nach kurzen Verhandlungen dem Trainer die Freigabe für den Schweizer Verband. Kurz vor Saisonbeginn ohne Trainer dastehend kürte der Klub Fringers bisherigen Assistenten Joachim Löw zum interimsweisen Nachfolger. Das Offensivtrio zeigte sich torgefährlich und erhielt alsbald den Beinamen „Magisches Dreieck“. Mit 78 Saisontoren hatte der Klub am Saisonende die meisten Tore aller Bundesligisten erzielt, Balakow hatte 13 Saisontore beigetragen. Da jedoch die Balance zwischen Offensive und Defensive nicht in allen Spielen stimmte, erreichte der Klub lediglich den vierten Tabellenplatz. Dennoch blieb die Spielzeit nicht ohne Titelgewinn, mit einem 2:0-Endspielerfolg im DFB-Pokal über den Drittligisten Energie Cottbus holte Balakow zum zweiten Mal in seiner Karriere einen Pokaltitel.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Krassimir Balakow | World in Stories