Korsika (französisch , korsisch und italienisch Corsica) ist die nach Sizilien, Sardinien und Zypern viertgrößte Insel im Mittelmeer. Sie besteht zu einem großen Teil aus einem Hochgebirge und liegt westlich der Apenninhalbinsel, nördlich von Sardinien und südöstlich der Côte d’Azur. Die Insel ist eine französische Gebietskörperschaft mit Sonderstatus. Sie gehört seit 1768 zu Frankreich, liegt jedoch näher an Italien als am französischen Festland. Neben dem Französischen wird auf Korsika noch Korsisch, eine dem Italienischen engverwandte romanische Varietät, gesprochen. Brauchtum und Küche weisen ebenfalls teilweise auf die Nähe Italiens hin.
Korsika hat eine Fläche von 8.760 km² und 355.486 Einwohner (Stand 1. Januar 2023). Hauptstadt und Verwaltungssitz ist die Hafenstadt Ajaccio. Weitere größere Städte am Meer sind Bastia und Calvi sowie im Inselinneren die Universitätsstadt Corte. Korsika wird, zurückgehend auf die altgriechische Bezeichnung Kalliste (,die Schönste‘), auch als Île de Beauté (‚Insel der Schönheit‘) bezeichnet.
Korsika ragt als Gebirgslandschaft stellenweise aus 2500 m Meerestiefe empor. 24 km von der Westküste entfernt erreicht die Insel im Massiv des Monte Cinto (2706 m) ihre höchste Erhebung. Die Geländemorphologie ermöglicht zahlreiche Ausblicke und gab Korsika den Beinamen „Gebirge im Meer“. Wegen der vielen Buchten, insbesondere auf der Westseite der Insel, hat Korsika eine über 1000 km lange Küste. Ein Drittel davon besteht aus Stränden, der Rest ist felsig.
Korsika liegt zwischen 43° 01′ und 41° 22′ nördlicher Breite und 9° 34′ und 8° 33′ östlicher Länge. Die Insel wird im Norden vom Ligurischen Meer, im Osten und Süden vom Tyrrhenischen Meer und im Westen vom westlichen Mittelmeer begrenzt. Von Norden (Cap Corse) bis Süden (Capo Pertusato) misst die Insel 183 km, von Osten (Alistro) nach Westen (Capo Rosso) 83 km.
Die Entfernung nach Frankreich (Nizza) beträgt 180 km, die Italienische Halbinsel ist 83 km (Livorno) und die italienische Insel Sardinien im Süden 12 km entfernt.
Zum Großteil besteht die Insel aus einem Hochgebirge im Westen und einem Mittelgebirge im Osten. Etwa 86 % der Insel sind Bergland, 14 % Küstentiefland. Lediglich die Ostküste besitzt einen ebenen Streifen, der an manchen Stellen bis zu 10 km breit ist. Korsika hat eine durchschnittliche Höhe von 568 m (Sardinien: 344 m, Sizilien: 441 m). Auf Korsika befinden sich mehr als 50 Berge mit einer Höhe von mehr als 2000 m.
Das Grundgebirge im Westen besitzt einen von Nordwesten nach Südosten ziehenden über 2000 m hohen meist gratförmigen Hauptkamm mit s-förmigem Verlauf und zeigt einen typischen Hochgebirgscharakter. Vom Hauptkamm aus, der gleichzeitig die Wasserscheide bildet, laufen zahlreiche steil abfallende Seitenkämme und Seitentäler hinunter zur buchtenreichen Westküste. Der Hauptkamm wird auf seiner ganzen Länge durch den Weitwanderweg GR 20 (im Regionalen Naturpark Korsika) durchquert.
Unmittelbar im Hauptkamm befinden sich die beiden höchsten Berge der Insel:
Erwähnenswert sind ferner die schroffen Felstürme der Aiguilles de Bavella, die auch als korsische Dolomiten bezeichnet werden, obwohl sie im Gegensatz zu den Dolomiten aus Graniten aufgebaut sind. Der Hauptkamm wird von insgesamt vier Gebirgspässen durchquert (Col de Bavella, Col de Verde, Col de Vergio, Col de Vizzavona), von denen der Col de Vergio mit einer Höhe von 1470 m der höchste und der Col de Vizzavona (1163 m) der verkehrsreichste ist. Weitere Passstraßen erschließen in über 1000 m Höhe die Seitenausläufer.
Nach Süden hin nimmt die Schartenhöhe des Reliefs deutlich ab. Am Südende nahe der Stadt Bonifacio trifft man großflächig sedimentierte Dolomitkalke an, die vermutlich durch sekundäre Dolomitisierung von Kalkschlamm marinen Ursprungs entstanden. Die verkarsteten Kalkfelsen von Bonifacio sind sowohl von den Gezeiten als auch von Stürmen eindrucksvoll gezeichnet.
Korsika entstand wie die Alpen im Tertiär und besteht zu zwei Dritteln aus einem kristallinen Granitsockel, vor allem im Westen und Süden; man spricht daher vom „kristallinen Korsika“. Der Nordosten, das „alpine Korsika“, besteht überwiegend aus Schiefern, die sich aus Meeressedimenten gebildet haben, und Schwemmland. Die Grenze dazwischen verläuft ungefähr entlang einer Linie von Saint-Florent im Norden über Corte in der Inselmitte bis Sari-Solenzara im Südosten. Die Gesteine des Hauptkamms bestehen überwiegend aus variszischen Graniten und Vulkaniten, wie Rhyolith und Quarzporphyr, aus dem Karbon bis Perm. Das östlich gelegene „alpine“ Schiefergebirge bleibt mit seinen Gipfelhöhen deutlich unter 2000 m und besitzt damit den Charakter eines Mittelgebirges. Es besteht aus untermeerisch abgelagertem und später gefaltetem Schiefer (Tonschiefer, Glanzschiefer, metamorphe Ophiolithe), dessen Entstehung auf die gewaltigen Landmassenbewegungen während der Auffaltung der Alpen in der geologischen Epoche des Eozän zurückgeht. Stellenweise weist der Tonschiefer fein verteilte Pyriteinschlüsse auf. Die Glanzschieferdecke ist weniger klastisch geprägt und enthält dafür zahlreiche Radiolaritvorkommen.
Ganz im Nordosten gibt es auch noch vereinzelt junge Vulkanite der Korsischen Magmenprovinz, an die weiter östlich die Toskanische Magmenprovinz (inkl. Elba) anschließt.
Während der Hochzeit der letzten Eiszeit des Pleistozäns, also vor 30.000 bis 20.000 Jahren, war Korsika stark vergletschert. Als Überbleibsel dieser Zeit finden sich in den Bergen Kare, die zum Teil mit Wasser gefüllte Karseen bilden, und zahlreiche durch Gletscher geformte Täler mit Endmoränen. In den Zungenbereichen der ehemaligen Gletscher liegen noch ausgedehnte Schutt- und Geröllhalden, die nicht selten bis in die Sommermonate hinein von abfließendem Schmelzwasser durchströmt werden.
Geologisch interessant ist der Küstenabschnitt im Westen zwischen Porto und Piana, der als „Calanche de Piana“ und für seine Tafoni-Verwitterungen bekannt ist. Die wissenschaftliche Bezeichnung Tafone wurde der korsischen Sprache entlehnt.
Die bevölkerungsreichsten Städte Korsikas sind:
Die Hauptstädte (Sitz der Präfektur) der beiden früheren Départements waren Ajaccio an der Westküste und die Hafenstadt Bastia im Nordosten. Calvi im Nordwesten ist eine weitere wichtige Hafenstadt. In Corte, der früheren Hauptstadt im Zentrum der Insel, wurde die Universität Pascal Paoli Korsika angesiedelt.
Weitere bedeutende Städte im Süden sind:
Bonifacio (Bunifaziu): südlichste Stadt Korsikas