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Konstanze von Aragón

Königin von Ungarn, Königin von Sizilien, römisch-deutsche Kaiserin

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Konstanze von Aragón (* um 1184; † 23. Juni 1222 in Catania) war durch ihre erste Ehe Königin von Ungarn, durch ihre zweite Ehe Königin von Sizilien, ab 1212 römisch-deutsche Königin und ab 1220 Kaiserin.

Sie war die älteste Tochter des Königs Alfons II. von Aragón, Graf von Barcelona, und der Sancha von Kastilien.

In erster Ehe heiratete sie um 1199, wohl auf Vermittlung von Papst Innozenz III., den König Emmerich von Ungarn. Aus dieser Ehe stammt der spätere ungarische König Ladislaus. Dieser wurde noch vor dem Tod seines Vaters 1204 zum König gekrönt, starb aber bereits 1205. Mutter und Sohn hatten beim österreichischen Herzog Leopold VI. Zuflucht gefunden.

Nachdem Konstanze 1204 Witwe geworden war, wurde die Verlobung des sizilischen Königs Friedrich mit ihrer jüngeren Schwester Sancha noch Ende des Jahres gelöst. Der Ehevertrag zwischen Friedrich und Konstanze kam 1208 zustande, erneut durch Vermittlung durch Innozenz, die Ehe wurde dann am 5./15. Juli 1209 in Messina geschlossen. Friedrich war bei der Heirat 15 Jahre alt, Konstanze 25. Der junge Herrscher hatte sich zunächst gegen die Ehe gesträubt, jedoch brachte Konstanze eine Streitmacht von 500 spanischen Rittern mit in die Ehe, die er zur Durchsetzung seines Herrschaftsanspruchs benötigte. Aus dieser zweiten Ehe entstammt ein Sohn, Heinrich (* 1211; † Februar 1242).

1211 wurde Friedrich zum römischen König gewählt und zog 1212 ins Heilige Römische Reich. Konstanze blieb in Sizilien, wo sie die Regentschaft für ihren Sohn Heinrich übernahm, nachdem Friedrich zu dessen Gunsten auf die sizilische Krone verzichtet hatte, um die römische Königswahl zu erreichen. 1216 folgte sie mit ihrem Sohn ihrem Ehemann ins Reich, der nun wieder selbst die sizilische Königswürde übernahm. Heinrich wurde Herzog von Schwaben und 1220 vivente imperatore römischer König.

Im Herbst 1220 begleitete Konstanze Friedrich bei seinem Romzug und wurde mit ihm am 22. November zur Kaiserin gekrönt. Anschließend zog das Paar weiter ins Königreich Sizilien, wo Konstanze 1222 verstarb. Sie wurde in der Kathedrale von Palermo in einem römischen Sarkophag bestattet, dessen Relief eine Löwenjagd zeigt. Die lateinische Inschrift über dem Relief lautet:

Friedrich legte ihr seine Krone mit ins Grab. Er heiratete 1225 aus politischen Gründen Isabella von Brienne, die Königin von Jerusalem.

Norbert Kamp: Costanza d'Aragona, imperatrice, regina d'Ungheria e di Sicilia. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 30: Cosattini–Crispolto. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1984.

Maria Amalia Mastelloni, Il sarcofago antico di Costanza d'Aragona, in M. Andaloro (a cura di), Federico e la Sicilia, dalla terra alla corona. Arti figurative e arti suntuarie, Palermo, 1995, S. 46–52.

Uwe A. Oster: Die Frauen Kaiser Friedrichs II. Piper Verlag, München 2008.

Ingo Runde: Konstanze von Aragón, in: Die Kaiserinnen des Mittelalters, hrsg. von Amalie Fößel, Pustet, Regensburg 2011, S. 232–248.

Ingo Runde: Art. „Aragón, Konstanze von“, in: NDB-online, veröffentlicht am 1. Juli 2024.

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