An diesem Tag

Konrad Wolf

Deutscher Filmregisseur (1925–1982)

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Konrad Wolf (* 20. Oktober 1925 in Hechingen, Hohenzollernsche Lande; † 7. März 1982 in Ost-Berlin) war ein deutscher Filmregisseur. Durch Filme wie Der geteilte Himmel, Ich war neunzehn und Solo Sunny galt er als einer der wichtigsten Regisseure in der DDR. Er war langjähriger Präsident der Akademie der Künste der DDR und wurde 1981 Mitglied des Zentralkomitees der SED.

Konrad Wolf ist der zweite Sohn des Arztes und Schriftstellers Friedrich Wolf mit dessen Frau Else Wolf, geborene Dreibholz. Sein älterer Bruder ist Markus Wolf, der langjährige Chef des Auslandsgeheimdienstes der DDR. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 emigrierte die Familie zunächst nach Frankreich und von dort aus später nach Moskau. Er besuchte dort die deutsche Karl-Liebknecht-Schule und erwarb die sowjetische Staatsbürgerschaft. Schon in dieser Zeit kam Konrad Wolf intensiv mit dem sowjetischen Film in Berührung. Als Zehnjähriger spielte er 1936 eine Nebenrolle in dem Exilfilm Borzy (Kämpfer) des Regisseurs Gustav von Wangenheim.

Ende 1942 wurde Wolf als 17-Jähriger in die Rote Armee eingezogen und einer Politabteilung der 47. Armee zugeteilt, wo seine Deutschkenntnisse genutzt wurden. Dadurch blieb ihm die Grundausbildung und später meist Kampfeinsätze erspart. Er übersetzte Texte, verhörte Gefangene und Überläufer, gab anderen sowjetischen Offizieren Sprachunterricht und hörte nachts ausländische Radiosender, um die Politoffiziere auf dem aktuellen Stand der Ereignisse zu halten. 1945 gehörte er als Neunzehnjähriger zu den Truppen, die Berlin einnahmen. Für kurze Zeit war er im April 1945 der erste sowjetische Stadtkommandant von Bernau bei Berlin. Von 1945 bis 1947 war er unter anderem für die SMAD (Sowjetische Militäradministration) in Wittenberg und Halle (Saale) für die darstellende Kunst zuständig. Von 1949 bis 1954 studierte er an der 1919 gegründeten Moskauer Filmhochschule.

Danach arbeitete er als Regisseur bei der DEFA, wo er vor allem anspruchsvolle und kritische Filme drehte. Sonnensucher wurde 1958 verboten und durfte erst Anfang der 1970er Jahre erstmals in der DDR gezeigt werden. Vielfach beschäftigte sich Wolf in seinen Filmen mit der jüngeren deutschen Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus. Es entstanden unter anderem Lissy (1957), Sterne (1959) und Professor Mamlock (1961). Seine eigenen Kriegserlebnisse beschrieb Wolf später in dem Film Ich war neunzehn (1968). Das Verhältnis zwischen Deutschen und Russen beschäftigte ihn zeit seines Lebens. In seinem Spätwerk werden immer mehr kritische Töne gegen die Beeinflussung der Kunst durch Obrigkeiten laut – etwa in seinem Goya-Epos oder in dem leisen Film Der nackte Mann auf dem Sportplatz. Sein Spielfilm Solo Sunny, den er gemeinsam mit seinem langjährigen Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase inszenierte, zeigt das Leben einer Außenseiterin der DDR-Gesellschaft im Prenzlauer Berg in Berlin.

Zuletzt arbeitete er als Künstlerischer Leiter an einem 6-teiligen Dokumentarfilm-Projekt Busch singt, das anhand der Biografie des kommunistischen Schauspielers und Sängers Ernst Busch einen Querschnitt durch die politische und künstlerische Entwicklung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland geben sollte.

Von 1965 bis 1982 war er Präsident der Akademie der Künste der DDR. Hierfür hatte er sich auch als linientreuer Verfechter des SED-Parteiregimes qualifiziert. Um ihn lange im Amt zu halten, wurden die Statuten der Akademie geändert, die nur eine einmalige Wiederwahl vorsahen. Wolf unterstützte die im November 1976 erfolgte Ausbürgerung Wolf Biermanns, während über 100 Kulturschaffende der DDR eine Protestnote gegen die Ausbürgerung unterschrieben. Biermann gehe „einen anderen politischen Weg“, er bediene die Konterrevolution. Wolf hat aber auch einzelne Künstler im Rahmen seiner Möglichkeiten bei ihrer Auseinandersetzung mit dem Regime unterstützt. Ab Juli 1971 war Wolf Mitglied der Kulturkommission beim Politbüro des ZK der SED. 1981 wurde er Mitglied des ZK der SED.

Konrad Wolf war in erster Ehe von 1955 bis 1960 mit der Kostümbildnerin Annegret Reuter, in zweiter Ehe von 1960 bis 1978 mit der Schauspielerin Christel Bodenstein verheiratet. Aus dieser Beziehung stammt sein 1961 geborener Sohn Mirko, ein als Trickfilmzeichner ausgebildeter Animator und Illustrator. Die Brüder Konrad und Markus Wolf haben mehrere Halbgeschwister aus Beziehungen ihres Vaters mit verschiedenen Frauen, darunter den Physiker Thomas Naumann.

Konrad Wolf starb im Alter von 56 Jahren in Berlin an den Folgen von Krebs. Seine Urne wurde am 12. März 1982 in einem Staatsbegräbnis in der Gräberanlage „Pergolenweg“ des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg beigesetzt. Sein umfangreicher schriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.

Darstellung Wolfs in der bildenden Kunst der DDR

Walter Arnold: Porträtskizze Konrad Wolf (1966, Bleistift)

1966: Die Ermittlung (Theateraufzeichnung)

1974: Der nackte Mann auf dem Sportplatz

1979: Addio, piccola mia (Darsteller)

1981/82: Busch singt (6-teiliger Dokumentarfilm, von anderen vollendet; Regisseure: Reiner Bredemeyer, Erwin Burkert, Ludwig Hoffmann, Peter Voigt, Konrad Wolf)

Nur auf die Minute kommt es an

1935 oder Das Fass der Pandora

Und weil der Mensch ein Mensch ist

1956: Bronzemedaille des Filmfestivals der Internationalen Messe Damaskus für Genesung

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