Konrad Johann Aloysia Beikircher (* 22. Dezember 1945 in Bruneck, Südtirol; † 28. Juli 2026 in Bonn) war ein deutscher Kabarettist, Musiker und Autor, dessen Wirken sich vor allem der rheinischen Lebensart und dem rheinischen Regiolekt widmete.
Konrad Beikircher wurde 1945 in Südtirol als jüngster Sohn von Adolf Beikircher, Leiter des städtischen Elektrizitätswerks in Bruneck, und Flora von Ingram zu Liebenrain, Fragsburg und Graben geboren. Seine Mutter war Schülerin von Marie von Rokitansky. Sein ältester Bruder war der Opernsänger Ivo Ingram Beikircher; ein weiterer Bruder ist der Altphilologe Hugo Beikircher. Der Dirigent Lukas Beikircher ist sein Neffe.
Das Abitur absolvierte Beikircher am Internat des Franziskanergymnasiums Bozen. 1964 ging er zum Studium der Psychologie und Journalistik nach Wien. 1965 wechselte er an die Universität Bonn, wo er Psychologie, Musikwissenschaften und Philosophie belegte. Nach seinem Abschluss als Diplom-Psychologe war er ab 1971 als Gefängnispsychologe in der JVA Siegburg tätig. Vor einer anstehenden Beförderung 1986 quittierte er den Dienst und arbeitete danach als freiberuflicher Kabarettist.
Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahr 1981 heiratete er erneut. Von seiner zweiten Frau trennte er sich 1986. Seit 1989 war er mit der Künstlerin Anne Siering-Beikircher verheiratet. Der zweiten Ehe entstammen zwei und der dritten Ehe drei Kinder. Er lebte in Bad Godesberg-Schweinheim.
Beikircher war römisch-katholisch. Er trat zwei Mal aus der Kirche aus, sah sich jedoch als Christ und dem Katholischen verbunden.
Beikircher stand sechs Wochen vor seinem Tod noch auf der Bühne. Er starb im Juli 2026 im Alter von 80 Jahren in Bonn. Am 8. August 2026 wurde er nach den Exequien im Bonner Münster auf dem Alten Friedhof in Bonn beigesetzt. Die Exequien gestalteten enge Freunde, darunter Franz Meurer, Willibert Pauels, Anka Zink, Wenzel Jacob, Manfred Lütz, Günther Lückerath und Jürgen Becker, mit.
In seinen Kabarettprogrammen widmete sich Beikircher vor allem der Sprache und dem Wesen des Rheinländers. Mit seinen Konzertführern Andante Spumante und Scherzo Furioso sowie den Opernführern Palazzo Bajazzo, Bohème Suprême und Pasticcio Capriccio wagte Beikircher sich auf ein Terrain, das in Deutschland außer ihm eigentlich nur noch Eckhard Henscheid beherrscht, – die Kunst, dem Hörer/Leser musikalische Werke auf humorvolle Weise nahezubringen. Dies zeigte er auch 2006 mit seinem Programm Una festa sui prati, in dem er Lieder von Adriano Celentano (darunter das titelgebende Una festa sui prati) interpretierte und auf Deutsch kommentierte. Beikircher moderierte bis 2024 das Pasticcio musicale der SWR2-Musikstunde.
Für seine Verdienste um die Mundart oder den Regiolekt und den Erhalt des Dialektes oder des Regiolektes wurde Beikircher mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1988 mit der Morenhovener Lupe, 1993 mit dem Rheinlandtaler und 2002 mit dem Friedestrompreis. 2005 erhielt Beikircher sowohl den mit 30.000 Euro dotierten Großen Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland als auch die Krefelder Krähe. Im September 2006 erhielt er den KölnLiteraturPreis. In der Begründung der Jury hieß es: „Mit hoher Einfühlung in die Gedankenwelt, Mentalität und Sprache des Rheinländers und ganz speziell des ‚Kölnischen Menschen‘ hat er sein Wesen beobachtet und analysiert. Seine Aussagen trägt er mit Witz und psychologischem Geschick so klar und einsichtig vor, dass immer wieder überraschende Effekte zu Tage treten.“ 2012 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.
Rheinische Trilogie (jeweils Doppel-CDs):
Himmel un Ääd – Rheinisch beim Wort genommen (Eichborn, 1991)
Wie isset? … Jot! – Neues zwischen Himmel un Ääd (Eichborn Verlag, Neuauflage 1997)
Wo Sie jrad sagen: Beikircher (Indigo, 1993)
Nee … Nee … Nee (Roof Music, 2001) 1995
Normal! (Roof/Tache (Indigo), 2004) 1999
Ja sicher! – Rheinisch überleben dank Konrad Beikircher (Roof Music, 2001)
… und sonst?! (Roof Music, 2002)
neues und altes zwischen Himmel un Ääd (Roof Music, 2005)
Die rheinische Neunte – 2007 (2007)