An diesem Tag

Kommunistische Partei Deutschlands

Politische Partei in Deutschland (1919–1956)

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Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) war eine zum Jahreswechsel 1918/19 in der Weimarer Republik gegründete, aus dem Spartakusbund hervorgegangene politische Partei. Auf der Grundlage ihrer marxistischen und später marxistisch-leninistischen Ideologie lehnte sie die Demokratie der Weimarer Republik ab und versuchte deren politisches System, teils kämpferisch, zu überwinden. Die KPD war Gründungsmitglied der Kommunistischen Internationale (Komintern) und entwickelte sich als deren Mitglied schrittweise zur Partei neuen Typus. Um ihren langjährigen de facto-Vorsitzenden Ernst Thälmann baute sie als nun agierende Kaderpartei einen Personenkult auf. Im Zuge der nationalsozialistischen Machtergreifung und des damit verbundenen Endes der Weimarer Republik wurden die Mandate der Partei aberkannt, ihre Strukturen zerschlagen und die Partei in den Untergrund gedrängt.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte ihr Wiederaufbau, der stark durch die Teilung Deutschlands geprägt war: In der Sowjetischen Besatzungszone und Berlin kam es 1946 unter Führung der KPD zur Zwangsvereinigung mit der SPD zur SED und damit zum Aufstieg zur nationalen Regierungspartei. In der Bundesrepublik entwickelte sich die KPD im Laufe der 1950er Jahre zu einer Kleinpartei, ehe sie 1956 auf Antrag der Bundesregierung mit einem Parteiverbot belegt wurde.

In personeller und programmatischer Nachfolge der verbotenen KPD gründete sich 1968 in der Bundesrepublik die Deutsche Kommunistische Partei (DKP). Die Westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre ließ in den Jahren nach 1968 verschiedene, oft maoistische, kommunistische Splittergruppen, Parteiaufbauorganisationen, Bünde oder Parteien entstehen, die sich als wahre Nachfolger der KPD betrachteten.

In der Weimarer Republik (1918–1933)

Die Gründung der KPD war infolge des Ersten Weltkriegs und der Novemberrevolution seit etwa Anfang Dezember 1918 von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht geplant und erfolgte dann als direkte Reaktion auf die Weihnachtskämpfe in Berlin. Bereits am 14. Dezember hatte Die Rote Fahne Luxemburgs programmatischen Text Was will Spartakus veröffentlicht, in dem sie die Weltrevolution des Proletariats und den dadurch zu errichtenden Sozialismus als einzigen Ausweg aus dem Chaos propagierte. Ein Übergang zur parlamentarischen Demokratie und die Wahl einer Nationalversammlung wurde entschieden abgelehnt, da sie kein zureichendes Mittel gegen den Kapitalismus sei. Mit dieser Position blieben die Spartakisten auf dem Reichsrätekongress, der kurz darauf vom 16. bis zum 21. Dezember in Berlin zusammentrat, in der Minderheit.

Die KPD konstituierte sich während einer dreitägigen Gründungskonferenz vom 30. Dezember 1918 bis zum 1. Januar 1919 im Festsaal des Preußischen Landtags durch den Zusammenschluss des Spartakusbundes mit den Internationalen Kommunisten Deutschlands (IKD), die aus den Hamburger und Bremer Linksradikalen hervorgegangen waren. Geleitet wurde die Gründungsversammlung von Wilhelm Pieck und Jacob Walcher.

Auf der Konferenz legte sich die Mehrheit entgegen dem Eintreten der Spartakusführung früh auf eine Ablehnung der bürgerlichen Demokratie und der Konkurrentin SPD, der älteren und lange Zeit führenden Arbeiterpartei, fest. Vor allem die Bremer Linksradikalen unter Otto Rühle und die IKD vertraten eine enge Anlehnung an die sowjetischen Bolschewiki unter Führung Lenins.

Nach der Niederschlagung der allgemein als Spartakusaufstand bekannt gewordenen Erhebung in Berlin im Januar 1919 kam es zur Ermordung von Luxemburg und Liebknecht durch Angehörige der Garde-Kavallerie-Schützen-Division.

Die KPD blieb in den ersten Jahren ihrer Existenz ohne breitere betriebliche Basis, weil sie es nicht vermochte, sich auf ihrem Gründungskongress mit den Revolutionären Obleuten zusammenzuschließen. Erst 1920 stießen mit der Spaltung der USPD und dem Zusammenschluss zur VKPD die Mehrheit der Obleute und ihre Infrastruktur zur KPD.

Vereinigung mit der USPD (1920)

Bei den Wahlen zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 behauptete sich die SPD als stärkste Kraft, die aber fortan auf wechselnde Koalitionspartner aus dem bürgerlichen Lager angewiesen war. Nun setzte der Reichswehrminister Gustav Noske, der nach eigener Aussage vom 6. Januar der „Bluthund sein musste“, rücksichtslos die neuen, meist rechtsextremen Freikorps gegen die Aufständischen ein, um jeden Ansatz einer Räterepublik, wie er sich in einigen Großstädten gebildet hatte, wieder zu zerschlagen. Als letztes Experiment dieser Art wurden im Mai die Münchner Räterepublik zerstört und ihre Führer hingerichtet, unter ihnen beispielsweise der KPD-Funktionär Eugen Leviné. Im Verlauf dieser Kämpfe wurde im März auch Leo Jogiches im Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit ermordet. Mit der Verabschiedung der Reichsverfassung am 11. August war die bürgerlich-parlamentarische Weimarer Republik praktisch durchgesetzt.

Die KPD hatte zunächst nur wenige Mitglieder und gewann in der Rätebewegung auch während der Aufstände keine führende Rolle; dazu war sie zu neu und organisatorisch zu wenig in der Arbeiterbewegung verankert. Ihre Mitglieder waren zumeist ehemalige Sozialdemokraten. Durch ihre Weigerung, an den Parlamentswahlen teilzunehmen, geriet die KPD weiter ins Abseits und wurde außerdem durch die Verfolgung und Verhaftung ihrer Mitglieder reduziert. Im Frühjahr 1919 war sie verboten worden und konnte ihre folgenden Parteitage nur illegal durchführen. Darum suchte die Partei Rückhalt, indem sie Mitglied der im selben Jahr gegründeten Komintern, der Dritten Internationale, wurde.

Im Bund mit dem linken Flügel der USPD versuchte die KPD im Januar 1920 die Verabschiedung des Betriebsrätegesetzes mit einer Demonstration zu verhindern, weil sie weitergehende rätedemokratische Ziele verfolgte. Militär und Sicherheitspolizei setzten Schusswaffen ein, das Ergebnis war am 13. Januar 1920 ein Blutbad am Reichstagsgebäude. Daraufhin verhängte die sozialdemokratische Reichsregierung erneut den erst im Dezember 1919 aufgehobenen Ausnahmezustand und verbot die Zeitungen Freiheit und Die Rote Fahne. Am 19. Januar wurden zwölf Parteifunktionäre der USPD und der KPD, darunter die Vorsitzenden Ernst Däumig und Paul Levi, für einige Zeit inhaftiert.

Paul Levi, enger Freund Luxemburgs und nach deren Tod Herausgeber ihrer Werke, setzte beim zweiten, dem sogenannten Heidelberger Parteitag der KPD jedoch die Beteiligung an den Reichstagswahlen von 1920 durch. Einige Parteimitglieder glaubten, dass damit der revolutionäre Weg verlassen würde. Damit zeichnete sich ein innerer Klärungsprozess ab: Die rätekommunistischen und utopistisch orientierten Mitglieder traten aus und bildeten die eigene Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands (KAPD), die Otto Rühle leitete und der zunächst (bis zu ihrem Ausschluss im August 1920) auch die Nationalbolschewisten Fritz Wolffheim und Heinrich Laufenberg angehörten. Die KAPD konnte sich bis 1922 halten und zerfiel dann in Einzelgruppen, die sektiererisch miteinander konkurrierten.

Zuvor jedoch mobilisierte der Putschversuch von Wolfgang Kapp und Walther von Lüttwitz im Frühjahr 1920 noch einmal die Kräfte der Linken im ganzen Reich: Spontane Massenstreiks führten zum Generalstreik, dem sich freie Gewerkschaften, SPD, USPD und KPD anschlossen, um gemeinsam die Republik zu retten. Er führte zur Eroberung des Ruhrgebiets durch eine Rote Ruhrarmee. Doch sobald die rechtsnationalistischen Putschisten aufgegeben hatten und der Generalstreik beendet war, verbündete sich die SPD wieder mit den zuvor abtrünnigen Reichswehrverbänden und Freikorpseinheiten und ließ diese in das von den aufständischen Arbeitern besetzte Ruhrrevier einrücken. Bei den unter dem Namen Ruhraufstand bekannten bürgerkriegsähnlichen Kämpfen kamen etwa 2000 Arbeiter und 372 gegenrevolutionäre Soldaten ums Leben.

Auf einem gemeinsamen Parteitag vom 4. bis 7. Dezember 1920 vereinigte sich die linke USPD (349 Delegierte vertraten 300.000 Mitglieder) mit der KPD (146 Delegierte vertraten 70.000 Mitglieder) zur Vereinigten Kommunistischen Partei Deutschlands (VKPD). Die VKPD bekannte sich zur Komintern und peilte die Diktatur des Proletariats und die Räterepublik als Ziel an. Unter dem Vorsitz von Levi und Ernst Däumig entstand eine Massenpartei mit 356.000 Mitgliedern Anfang 1921, einer Zahl, die sie in der Weimarer Republik nie wieder erreichte. Allerdings befanden sich darunter nur 5 % der in den freien Gewerkschaften organisierten Arbeiter. Bei den preußischen Landtagswahlen vom Februar 1921 erhielt die VKPD nur 5,5 % der Stimmen. 1921 rief die KPD-Zentrale zu einer Politik der Einheitsfront auf. Diese Einheitsfronttaktik wurde von der Komintern, insbesondere von Sinowjew und Bucharin, zunächst kritisiert. Nachdem es 1921 zu einem von den Kronstädter Matrosen angeführten Aufstand linker Kräfte gegen die Bolschewiki gekommen war, und den heftigen Fraktionskämpfen und Streiten zwischen Lenin, Bucharin und Trotzki, führten die Spannungen innerhalb der Kommunistischen Partei Russlands zu einer Krise in der Komintern, die im März 1921 zu einer radikalen Änderung der Linie der VKPD führte.

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