Die Komische Oper Berlin ist ein Opernhaus, derzeit ansässig im Schillertheater in Berlin-Charlottenburg. Das Hauptgebäude wird momentan saniert und befindet sich in der Behrenstraße im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Es ist das kleinste der drei Berliner Opernhäuser und mit der Deutschen Oper, der Staatsoper Unter den Linden sowie dem Staatsballett Berlin und dem Bühnenservice Berlin Teil der Stiftung Oper in Berlin.
Eine Besonderheit des Gebäudes sind die schlicht gestaltete Fassade, das moderne Foyer und die ebenfalls moderne Wandelhalle aus den Jahren des Wiederaufbaus der 1960er Jahre, die im starken Gegensatz zum im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstörten neobarocken Innenraum stehen.
Im Juli 2024 wurde die Oper aufgrund von Sparmaßnahmen bei der dringend notwendigen Sanierung auf die Rote Liste bedrohter Kultureinrichtungen des Deutschen Kulturrats gesetzt.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs
Siehe Hauptartikel: Alte Komische Oper Berlin
Bereits von 1904 bis 1944 befand sich in der Friedrichstraße 104 an der Weidendammer Brücke ein Musiktheater mit dem Namen Komische Oper. Deren Gründer Hans Gregor bemühte sich darin um einen zeitgenössischeren Zugriff auf das Opernrepertoire, scheiterte aber finanziell. Das Haus wurde in der Folge vor allem mit Operetten bespielt. Im Zweiten Weltkrieg brannte es aus und wurde 1952 abgerissen.
Diese alte Komische Oper ist nicht identisch mit der Neugründung von Walter Felsenstein 1947 in der Behrenstraße 55–57 in Ost-Berlin.
Die Wiener Architekten Hermann Helmer und Ferdinand Fellner (Büro Fellner & Helmer) errichteten das Theatergebäude als Theater Unter den Linden in der Behrenstraße 55–57 für den Wiener Theaterunternehmer Anton Ronacher. Am 23. September 1892 wurde es eröffnet.
Die nicht mehr erhaltene Schaufassade war in Anlehnung an das Wiener Schloss Belvedere gestaltet. Das Giebelrelief, die Seeligen der Erde darstellend, stammte von Theodor Friedl. Der erhaltene Zuschauerraum ist mit prachtvoller Stuckatur im Stil des Neorokoko verziert. Das Deckengemälde des Wiener Malers Eduard Veith zeigte den Einzug „neckischer Kobolde“ durchs Brandenburger Tor.
Ende der 1890er Jahre wechselten die Eigentümer. Neuer Nutzer wurde das Metropol-Theater, das vor dem Ersten Weltkrieg wegen seiner berühmten Metropol-Revuen und nach 1918 als Operettentheater bekannt war.
Im Jahr 1933 wurde das Metropol-Theater geschlossen. 1934 wurde es von der NS-Organisation „Kraft durch Freude“ wiedereröffnet und diente etwa der Uraufführung der Operette Maske in Blau von Fred Raymond oder Frauen im Metropol von Ludwig Schmidseder. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile des Gebäudes sowie der Eingangsbereich und das Deckengemälde zerstört; der Zuschauerraum blieb nahezu unbeschädigt.
Im Jahr 1947 begann mit der Gründung der Komischen Oper in Ost-Berlin durch den österreichischen Regisseur Walter Felsenstein und der Eröffnung am 23. Dezember mit Johann Strauss’ Operette Die Fledermaus ein neues Kapitel in der Geschichte des Gebäudes. Mit der Arbeit von Walter Felsenstein, der bis zu seinem Tod 1975 Intendant und Chefregisseur des Hauses war, erlangte die Komische Oper Berlin weltweite Anerkennung als Geburtsstätte des modernen Musiktheaters.
Einige der Inszenierungen des Regisseurs genießen heute fast legendären Ruhm, so etwa Hoffmanns Erzählungen und Ritter Blaubart von Jacques Offenbach sowie Verdis La traviata. Es wurde ein völlig neues Ensemble gegründet und von dem Kapellmeister Leo Spies ein Orchester neu aufgebaut. Zu den namhaften Dirigenten, welche das 1947 unter Leo Spies gegründete Orchester der Komischen Oper Berlin im Laufe der folgenden Jahre leiteten, zählten Otto Klemperer, Václav Neumann, Rolf Reuter und Kurt Masur. Als Dramaturgen wirkten an der Komischen Oper u. a. Götz Friedrich (auch Regisseur), Siegfried Matthus, Horst Seeger und Hermann Neef.
In den Jahren 1965 und 1966 wurde das Haus nach Entwürfen des Architekten Kunz Nierade umgebaut. Dabei wurde die alte Fassade zerstört und durch eine neue, schlichte Fassade ersetzt; ein neues Funktionsgebäude wurde errichtet. Das Haus wurde am 4. Dezember 1966 mit Mozarts Don Giovanni in der Inszenierung von Walter Felsenstein wiedereröffnet.
Nach der Wende ging es weiter.
Die Komische Oper Berlin verfügt heute über eine Kapazität von 1190 Sitzplätzen.
In der Saison 2002/03 bespielte museum in progress mit dem Großbild (90 m²) Looking Back des norwegischen Künstler-Duos Michael Elmgreen und Ingar Dragset den eisernen Vorhang der Komischen Oper Berlin als „lebendigen Museumsraum“. 2005–2006 wurde das Foyer der Oper nach den Plänen des Architekten Stephan Braunfels umgebaut.
Nach dem Tod des Begründers der Komischen Oper war sein Schüler Joachim Herz von 1976 bis 1980 Intendant und Chefregisseur des Hauses. 1981 wurde Werner Rackwitz Intendant und Harry Kupfer Chefregisseur. 1994–2004 übernahm Albert Kost den Posten des Intendanten.