Kolumbien (amtlich República de Colombia [reˈpuβ̞lika ð̞e koˈlombja] , deutsch Republik Kolumbien; Kurzform spanisch Colombia ; abgeleitet von Christoph Kolumbus) ist eine Republik im nördlichen Teil von Südamerika und mit 53,1 Millionen Einwohnern (Stand: 2025) bevölkerungsmäßig der zweitgrößte und flächenmäßig viertgrößte Staat Südamerikas.
Er grenzt sowohl an den Pazifischen Ozean als auch an das Karibische Meer und auf dem Festland im Nordwesten an Panama, im Osten an Venezuela, im Südosten an Brasilien, im Süden an Peru und im Südwesten an Ecuador. Bogotá ist wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Kolumbiens sowie Hauptstadt des Landes.
Ursprünglich war das Land von einer Vielzahl indigener Völker bewohnt. Ab 1510 wurde es von Europäern besiedelt und mit der Zeit von Spanien kolonialisiert. In der Kolonialzeit war Kolumbien zuletzt Teil des spanischen Vizekönigreichs Neugranada. 1810 erlangte dieses seine Unabhängigkeit von Spanien.
Kolumbien leidet seit Mitte des 20. Jahrhunderts unter bewaffneten Konflikten.
Kolumbien liegt im Nordwesten Südamerikas und grenzt sowohl an den atlantischen (1626 km Küstenlinie) als auch an den Pazifischen Ozean (1448 km). Im Südwesten grenzt Kolumbien an die Nachbarstaaten Ecuador (586 km Grenzlinie) und Peru (1626 km), im Südosten an Brasilien (1645 km), im Nordosten an Venezuela (2219 km) und im Nordwesten an das seit 1903 von Kolumbien abgetrennte Panama (266 km).
Die Gesamtlänge der kolumbianischen Landesgrenze beträgt 6342 Kilometer.
Der Erdäquator verläuft durch Kolumbien (siehe auch Staaten, Inseln und Städte am Äquator).
Kolumbien gliedert sich in sechs unterschiedliche Großräume.
Es sind die Región Caribe, die am Karibischen Meer anliegt, die Región insular, die die Inseln in der Karibik (San Andrés und Providencia) und im Pazifischen Ozean (Malpelo und Gorgona) umfasst, die Región del Pacífico, die an den Pazifischen Ozean grenzt, die Región Andina (Andenregion) mit den Anden, dominiert von der Zentralkordillere, die Región de la Orinoquía, einem Teil der Llanos-Ebenen, hauptsächlich im Flussgebiet des Río Orinoco entlang der Grenze zu Venezuela, und die Región Amazónica mit dem Amazonas-Regenwald.
Die westliche Hälfte Kolumbiens wird von den Anden geprägt, bedeutsam ist besonders die Zentralkordillere. Der höchste Berg des Landes ist mit 5720,4 Metern der Pico Simón Bolívar in der Sierra Nevada de Santa Marta. Zwischen den Andenketten fließt der Río Magdalena sowie der Río Cauca, die beide ins karibische Meer entwässern. Der Westen Kolumbiens entwässert großteils über den Río Atrato in die Karibik sowie über die Flüsse Río San Juan und Río Baudó in den Pazifik.
Das weitgehend ebene karibische Küstentiefland Kolumbiens ist, vom Küstenstreifen abgesehen, relativ dünn besiedelt und von großflächigen Sumpfgebieten geprägt. Dünn besiedelt ist, von wenigen Hafenstädten abgesehen, auch das im Westen Kolumbiens befindliche pazifische Küstentiefland. Es ist von einem immerfeucht-heißen Klima mit hohen Niederschlägen geprägt und mit tropischem Regenwald bedeckt.
Der Südosten Kolumbiens umfasst den kolumbianischen Teil Amazoniens. Diese Region ist ebenfalls nahezu vollständig von dichtem Regenwald bedeckt. Aufgrund der Entwässerung lässt sich das Gebiet in zwei Teile (Orinokien und Amazonien) aufteilen, die entwässernden Flüsse münden im Orinoco oder im Amazonas.
Zwischen 1861 und 1886 war Kolumbien eine Bundesrepublik und bestand aus den neun Bundesstaaten Antioquia, Bolívar, Boyacá, Cauca, Cundinamarca, Magdalena, Panamá, Santander und Tolima. 1886 wurden die Bundesstaaten aufgelöst und durch 23 Departamentos ersetzt. Im frühen 20. Jahrhundert wurden weitere vier Intendencias und fünf Comisarías zur Verwaltung der dünnbesiedelten Urwaldgebiete am Amazonas eingerichtet. 1991 wurden sämtliche Intendencias und Comisarías in reguläre Departamentos umgewandelt.
Kolumbien ist politisch in 32 Departamentos und einen Hauptstadtdistrikt (Distrito Capital) unterteilt. Jedes Departamento hat einen Gouverneur (gobernador) und einen Departementsrat (asamblea departamental), die alle vier Jahre vom Volk gewählt werden. Der Gouverneur kann nicht für eine unmittelbar folgende Regierungszeit wiedergewählt werden. Die Departamentos sind weiter in 1121 Gemeinden (municipios) oder gemeindeähnliche Verwaltungseinheiten (corregimientos departamentales abgekürzt: C.D.) eingeteilt, die von einem volksgewählten Bürgermeister (Alcalde) und einem Gemeinderat (Consejo Municipal) regiert werden.
Zehn Gemeinden gelten wegen ihrer besonderen Stadtstruktur als Distrikte (Distritos), sie werden ebenfalls von einem Bürgermeister und einem Rat des Distrikts (Consejo Distrital) geleitet:
Bogotá ist als Bundesdistrikt eine Ausnahme und ist weiterhin vom Departamento Cundinamarca abhängig.
Barranquilla bildet offiziell den Spezial-, Industrie- und Hafendistrikt Barranquilla (Distrito Especial, Industrial y Portuario de Barranquilla kurz: Distrito Barranquilla).
Santa Marta (Distrito Turístico, Cultural e Histórico de Santa Marta)