An diesem Tag

Klettern

Fortbewegung mit Armen und Beinen, Sportart

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Klettern ist die Bewegung in der Vertikalen mithilfe der Beine, Arme und Hände entlang von Kletterrouten in Felswänden. Zur Absicherung von einem Sturz werden Kletterseileverwendet, die durch einen Karabiner geführt werden, der wiederum mit Haken, bzw. Bohrhaken oder mobilen Sicherungsmitteln am Fels verankert wird. Der jeweils kletternde Seilpartner oder Seilpartnerin wird durch den fest verankerten Partner gesichert.

Ursprünglich wurde nur an natürlichen Felsen geklettert, seit Anfang der 1990er-Jahre auch in Kletterhallen.

Im Englischen wird Climbing sowohl für das Klettern als auch das Bergsteigen verwendet, während im Deutschen differenziert wird. Bergsteigen kann von Bergwandern bis zum hin zu Expeditionen auf die höchsten Gipfel der Erde sein. Klettern ist die Überwindung von Felswänden, die leicht geneigt, senkrecht oder auch überhängend sein können.

Klettern ist eine vom Menschen seit jeher angewandte Fortbewegungsart in der vertikalen Ebene. Dabei wurden auch immer schon Felsen bestiegen, sei es aus kulturellen Gründen (zum Beispiel als religiöser Ort) oder aus praktischen Gründen wie dem Ausschauhalten nach Tieren oder Feinden. So wurden auf dem Rabenfels in der Fränkischen Schweiz Tonscherben gefunden, die belegen, dass dieser Fels bereits 800 bis 400 v. Chr. bestiegen wurde. Die damaligen Bewohner bewältigten dabei bereits den dritten Schwierigkeitsgrad. Im Mittelalter bekamen Felsen eine zunehmende strategische Bedeutung, exponierte Felsen wurden als Spähwarte zum Schutz vor Feinden oder als Signaltürme zum Weiterleiten von Nachrichten genutzt. Durch die Besteigung immer weniger zugänglicher Gipfel ab ca. 1800 musste auch beim Bergsteigen zur Überwindung von Graten und Felsstufen zunehmend geklettert werden, dies geschah jedoch meist technisch.

Als Geburtsstunde des sportlich motivierten Kletterns gilt die Besteigung des Falkensteins in der Sächsischen Schweiz durch Schandauer Turner im Jahr 1864. Ab etwa 1890 entwickelte sich in der Sächsischen Schweiz das Freiklettern, bei dem auf künstliche Hilfsmittel zur Fortbewegung beim Klettern gänzlich verzichtet wird (siehe dazu auch die Geschichte des Kletterns in der Sächsischen Schweiz) und die Sächsischen Kletterregeln festgelegt wurden.

Im Jahr 1911 hat nach dem Mauerhakenstreit der Extremkletterer Paul Preuß seine Leitsätze in 6 Kletterregeln formuliert, deren Grundlage es ist, dass nur solche Stellen geklettert werden sollen, die auch frei, also ohne künstliche Hilfsmittel, bewältigt werden können.

1874 wurde der Club Alpin Francais gegründet, dessen Mitglieder an den Sandstein-Blöcken im Wald von Fontainebleau übten. Vorerst wurde das Bouldern vor allem als Training für alpine Unternehmungen betrachtet und entwickelte sich erst in den folgenden Jahrzehnten zu einem eigenständigen Betätigungsfeld. Innerhalb dieser Gruppe wurde viele wesentliche Meilensteine für das Klettern erfunden, wie der moderne Kletterschuh, das Kletterseil aus Nylon oder den Vorläufer der Seilklemme. Bereits 1934 gab es sehr schwierige Boulderprobleme in Fontainebleau, auch wenn das damals noch nicht so genannt wurde. Angeregt durch Fontainebleau, haben John Gill (USA) und Wolfgang Fietz (Deutschland) das Bouldern in ihre Heimatländer importiert und dann weiterentwickelt.

Das technische Klettern wurde ab den 1920er-Jahren verstärkt weiterentwickelt und eingesetzt, wodurch die letzten bedeutenden unbezwungenen Wände der Alpen geklettert werden konnten. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten mithilfe des neu entwickelten Bohrhakens immer abweisendere Felswände geklettert werden. So war es – mit entsprechendem Material- und Zeitaufwand – möglich, praktisch jede Felswand zu bezwingen. Dies mündete schließlich in dem Ziel, sämtliche Wände zu klettern. Mitte der siebziger Jahre begannen einige Alpinisten das technische Direttissima-Klettern als Sackgasse und „Mord am Unmöglichen“ zu kritisieren.

Durch die steigende Leistungsorientierung entstand dann Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre auf Basis des Freiklettergedankens aus der Sächsischen Schweiz das Sportklettern. Westdeutsche Kletterer lernten diese Art zu Klettern bei Besuchen im Elbsandsteingebirge kennen, importierten diese nach Westdeutschland und entwickelten sie weiter. Dies mündete schließlich 1975 in den Rotpunkt-Gedanken von Kurt Albert. Seitdem wurden alle Varianten des Kletterns weltweit immer populärer, durch systematisches Training und zunehmende Professionalisierung kam es zu enormen Leistungssteigerungen. Auch im alpinen Bereich wurde der Stil einer Begehung bzw. Besteigung immer wichtiger, auf künstliche Hilfsmittel wird verzichtet und Haken und mobile Sicherungsmittel dienen nur zur Absicherung und nicht zur Fortbewegung.

Kletter- und Boulderhallen, Etablierung von Wettkämpfen

Einen Boom erlebte Klettern durch die Einführung von Kletter- und Boulderhallen in den letzten 20 Jahren, 2021 gab es bereits 535 Boulder- und Kletterhallen alleine in Deutschland. Besonders großen Zuwachs hat im gleichen Zeitraum das Bouldern erlebt, hier hat sich die Anzahl der Aktiven stark vergrößert. Insgesamt wird von mehr als 600.000 Kletterern und Kletterinnen nur in Deutschland ausgegangen. Von diesen sind rund 66 % männlich und 34 % weiblich.

Seit den späten 1980er-Jahren werden auch zunehmend Kletterwettkämpfe ausgetragen, einer der ältesten ist der Rockmaster in Arco, Italien, der seit 1987 ausgetragen wird und immer noch zu einem der bedeutendsten Wettkämpfe gehört. Anfangs wurden die Wettkämpfe an natürlichen Felsen ausgetragen, dies hat sich aber sehr schnell als unpraktikabel erwiesen, daher finden seit Anfang der 1990er-Jahre die Wettkämpfe ausschließlich an künstlichen Wänden statt.

Das Internationale Olympische Komitee beschloss 2016, Klettern ins olympische Programm aufzunehmen. Bei den Olympischen Sommerspielen 2020 wurde es als kombiniertes Format aus Speed, Boulder und Lead erstmals ausgetragen. Für die Olympischen Spiele 2024 wurde der Modus geändert: Boulder und Lead werden als kombiniertes Format abgehalten und Speedklettern getrennt gewertet.

Die Übergänge zwischen den einzelnen Varianten des Kletterns sind fließend, oft lassen sie sich nicht klar voneinander abgrenzen.

Zu unterscheiden ist das sportlich orientierte Klettern von Kletterarten, die nur dem Erreichen von unzugänglichen Orten dienen sowie von berufsmäßigen Tätigkeiten.

Beim Alpinklettern müssen in der Regel mehrere Seillängen hohe Felswände oder Pfeiler überwunden werden. Da die Kletterer je nach Erreichbarkeit und Ausmaß der Wand ganz oder teilweise auf sich allein gestellt sind, sind eine sorgfältige Routenplanung und -auswahl sowie Kenntnisse in Standplatzbau, Abseilen und Bergungstechniken erforderlich. Auch wenn das Alpinklettern dem Freiklettern zuzuordnen ist, kann es nötig sein, technische Kletterei anzuwenden, um an Stellen, für die der Kletterer keine frei kletterbare Lösung findet, nicht unnötig Zeit zu verlieren und so die Seilschaft in Gefahr zu bringen.

Durch die immer bessere Ausrüstung und den gestiegenen Leistungsstand der Kletterer hält der Sportgedanke inzwischen auch im Alpinklettern Einzug, was sich in der Spielform des sogenannten alpinen Sportkletterns äußert. Hier wird versucht, die Leistungsgrenze auch in alpinen Mehrseillängenrouten immer weiter nach oben zu verschieben.

Beim technischen Klettern wird das Seil und eine Vielzahl von Hilfsmitteln – bis hin zu Trittleitern und Steigklemmen – zur Fortbewegung benutzt. Diese Art des Kletterns entstand in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, erreichte in den 1960er-Jahren ihren Höhepunkt und blieb bis in die 1970er- und 1980er-Jahre sehr populär. Heute wird technische Kletterei nur noch vereinzelt angewendet, meist bei Freikletterversuchen zum Überwinden von anders nicht kletterbaren Stellen.

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