Klaus Emil Heinrich Zapf (* 17. Mai 1952 in Bad Rappenau; † 20. August 2014 in Eppingen) war ein deutscher Umzugsunternehmer sowie der Gründer und Miteigentümer der Firma Zapf Umzüge in Berlin.
Zapf war der Sohn eines Polizisten und wuchs im nordbadischen Eppingen auf. Anfang der 1970er Jahre zog er nach Berlin, um dem Wehrdienst in der Bundeswehr zu entgehen. An der Freien Universität Berlin studierte er Jura und jobbte als Bierzapfer oder als Möbelpacker. Seine Freunde waren in der linken Szene engagiert; zu seinen Bekannten zählte auch Rudi Dutschke. Zapf brach das Studium ab, gründete 1975 sein Umzugsunternehmen und wurde Einkommensmillionär. Nach einem ersten Herzinfarkt im Jahr 2000 zog Zapf sich aus dem aktiven Geschäft der Firma Zapf Umzüge zurück, gründete die Pomoschnik Rabotajet GmbH und stieg ins Aktiengeschäft ein. Bundesweit bekannt wurde er als gelegentlicher Talkshow-Gast.
Als einer der größten Umzugsunternehmer Europas besaß Zapf niemals einen Führerschein. Zapf war dreimal verheiratet und hatte eine Tochter aus der zweiten Ehe.
Der Spiegel schrieb im Nachruf: Er war ein linker Kapitalist, ein Pragmatiker unter den Idealisten und ein millionenschwerer Unternehmer, der wie ein Obdachloser in den Mülleimern Berlins nach Pfandflaschen wühlte.
Seit den 2000er-Jahren klagte Zapf gegen bestimmte Beschlüsse von Aktiengesellschaften, die er für unrechtmäßig hielt. In der wirtschaftsfreundlichen Presse wurde er dafür als Berufskläger bezeichnet, obwohl er diese Klagen nicht nur zum eigenen Vorteil, sondern damit vor allem für die Interessen der Kleinanleger eintrat (z. B. gegen die Steuerfreiheit von Susanne Klattens Aktiendepot an Altana). Zu seiner Motivation, bestimmte Aktiengesellschaften zu verklagen, äußerte er in einem Video-Portrait: „Ich verklage immer dann Firmen, wenn die ihre Aktionäre verarschen.“ Mit seiner Firma Pomoschnik Rabotajet GmbH (russisch: ‚Der Helfer arbeitet‘) galt Zapf laut einer Untersuchung des Institute for Law and Finance der Universität Frankfurt am Main aus dem Jahr 2007 als einer der „Top-20-Kläger“ in Deutschland. 2011 wurde er als Spitzenreiter geführt.
Die „Dampfwalze“ mit Tiefgang. (Memento vom 17. November 2010 im Internet Archive) In: ProFirma, November 2005 (PDF; 4 S., archiviert)
Schreck der Konzerne. In: Die Zeit, 17. April 2008, Porträt
Reich sein verpflichtet. Millionäre in Berlin und Brandenburg. Dokumentarfilm, Deutschland, 2012, 43:40 Min., Buch und Regie: Eva Demmler und Axel Friedrich, Produktion: rbb, Reihe: rbb kontrovers, Erstsendung: 30. Oktober 2012 bei rbb, Inhaltsangabe von ARD, u. a. mit Ludwig Maximilian Stoffel, Klaus Zapf, Rolf Eden, Hans Wall, Hasso Plattner.
Klaus Zapf – Antikapitalist, Millionär, Ruheständler. Eine Wanderung mit Klaus Zapf. Reportage, Deutschland, 2013, 6:34 Min., Buch und Regie: Alissa de Vries, Internetpublikation: 25. Januar 2014, online-Video auf YouTube.
Bernd Matthies: Mit 62 Jahren. Der schlaue Möbelpacker: Umzugsunternehmer Klaus Zapf gestorben. In: Tagesspiegel, 21. August 2014
Helmut Höge: Sein letzter Umzug. In: taz, 21. August 2014
Esteban Engel/DPA: Klaus Zapf - vom Entrümpler zum Millionär. In: Der Stern, 22. August 2014, online, abgerufen am 6. Juli 2026
Nachrufe: Klaus Zapf, 62. In: Der Spiegel. Nr. 35, 1983, S. 135 (online – 25. August 2014).
Lothar Uebel: Von hier nach dort. Wohnungsumzüge in von nach Berlin, Hrsg.: Klaus E. H. Zapf Transporte GmbH, Verlag Der Goldene Stern, Berlin 2001, ISBN 3-9806759-3-9.
Tillmann Schrader/Lothar Uebel: Klaus E. H. Zapf: Alles was Dir gehört, dem gehörst Du auch!, zapf umzüge Berlin 2025, ISBN 978-3-9827218-0-4.