Klaus Michael Meyer-Abich (* 8. April 1936 in Hamburg; † 19. April 2018) war ein deutscher Physiker und Naturphilosoph. Meyer-Abich war von 1984 bis 1987 Wissenschaftssenator in Hamburg und bis zu seiner Emeritierung Professor für Naturphilosophie an der Universität Essen.
Klaus Michael Meyer-Abich wurde 1936 als Sohn des Naturphilosophen und Hochschullehrers Adolf Meyer-Abich und der Schriftstellerin Siever Johanna Meyer-Abich, geborene Berghaus, geboren. Sein älterer Bruder war der Marineoffizier und Geologe Helmut Meyer-Abich. Er war evangelisch-lutherisch und ab 1960 mit der Landschaftsarchitektin Ingrid Meyer-Abich, geborener Wluka, verheiratet. Aus der Ehe gingen die Kinder Susanne und Matthias hervor.
Meyer-Abich studierte Physik, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte in Hamburg, Göttingen, Bloomington und Berkeley. Er machte sein Physik-Diplom im Jahr 1961 und wurde 1964 im Fach Philosophie zum Dr. phil. promoviert. 1964 erhielt er auch den Carl Christiansens-Preis. Anschließend war er von 1964 bis 1970 Assistent an der Universität Hamburg und dort unter anderem Mitarbeiter Carl Friedrich von Weizsäckers. Ab 1966 wirkte er zudem (nebenamtlich) als Studienleiter an der Evangelischen Akademie Hofgeismar. Von 1970 bis 1972 war er Mitarbeiter am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg, an dem Weizsäcker einer der Direktoren war. 1972 wurde er zum ordentlichen Professor für Naturphilosophie an die Universität Essen berufen. Dieses Amt übte er bis 1984 aus.
Meyer-Abich amtierte von 1976 bis 1981 als Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW). Von 1979 bis 1982 war er Mitglied der Enquete-Kommission „Zukünftige Kernenergiepolitik“ des Deutschen Bundestages und von 1984 bis 1987 parteiloser Senator für Wissenschaft und Forschung in Hamburg. Von 1987 bis 1994 war er Mitglied der Enquete-Kommission „Schutz der Erdatmosphäre“ des Deutschen Bundestages.
In zahlreichen Publikationen entwickelte er sein Konzept vom „Frieden mit der Natur“.
Klaus Meyer-Abich starb wenige Tage nach Vollendung seines 82. Lebensjahres und wurde auf dem Nienstedtener Friedhof in seiner Geburtsstadt beigesetzt.
Korrespondenz, Individualität und Komplementarität. Wiesbaden 1965.
Energiepolitik ohne Basis. 1978.
Energieeinsparung als neue Energiequelle – wirtschaftspolitische Steuerungsmöglichkeiten und alternative Technologien. 1979.
Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein – Bedürfnisforschung und Konsumkritik. 1979.
mit Bertram Schefold: Wie möchten wir in Zukunft leben? Der „harte“ und der „sanfte“ Weg. C.H. Beck, München 1981.
mit U. Steger: Handlungsmöglichkeiten der Energiepolitik. 1980.
mit U. Steger: Mikroelektronik und Dezentralisierung. 1982.
Physik, Philosophie und Politik. 1982.
Wege zum Frieden mit der Natur. Praktische Naturphilosophie für die Umweltpolitik. Hanser, München 1984, ISBN 3-446-14131-6.
als Hrsg. mit Reinhard Ueberhorst: AUSgebrütet – Argumente zur Brutreaktorpolitik. Birkhäuser, Basel 1985, ISBN 3-7643-1701-9.
Wissenschaft für die Zukunft. Holistisches Denken in ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung. München 1988.
Aufstand für die Natur. Von der Umwelt zur Mitwelt. München 1990.