Hans Martin Klaus Bonhoeffer (* 5. Januar 1901 in Breslau; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Jurist und im Rahmen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus beteiligt am 20. Juli 1944.
Klaus Bonhoeffer war das dritte der acht Kinder von Karl Bonhoeffer (Professor für Psychiatrie und Neurologie) und dessen Ehefrau Paula (geb. von Hase). Er war ein älterer Bruder des ebenfalls im Widerstand aktiven Theologen Dietrich Bonhoeffer. Durch berufliche Veränderungen des Vaters war die Familie bereits fünfmal umgezogen, als Klaus dreieinhalb Jahre alt war. Stationen waren Breslau, Königsberg, Heidelberg und wieder Breslau.
Dort wuchs er dann in den nächsten Jahren auf. Ab dem sechsten Lebensjahr wurde er zunächst mit Geschwistern von der Mutter zuhause unterrichtet.
1909 wurde er in Breslau eingeschult. 1912 erhielt der Vater einen Ruf an die Charité, und die Familie zog nach Berlin. Dort besuchte Klaus Bonhoeffer das Friedrichswerdersche Gymnasium in Berlin-Moabit, wo er am 17. Februar 1920 sein Abitur machte.
1918 erkrankte er an der Spanischen Grippe, wovon er sich erst nach einigen Monaten erholte.
Im Herbst 1918 meldete er sich freiwillig in den Ersten Weltkrieg. Er wurde im ›Vaterländischen Hilfsdienst‹ als Ordonnanz im Hauptquartier in Spa eingesetzt.
Studium und weitere Ausbildung
im Sommersemester 1920 begann er das Studium der Rechtswissenschaft in Tübingen. Dort konnte er im Haus der Großmutter Julie Bonhoeffer wohnen.
Zum Wintersemester 1920/21 wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Im Sommer 1921 setzte er das Studium in Heidelberg fort.
Vom Wintersemester 1921/22 bis zum Sommersemester 1923 war er wieder an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Vor dem Kammergericht Berlin legte er am 17. Dezember 1923 sein erstes juristisches Staatsexamen ab.
Während der Studienzeit unternahm Bonhoeffer einige Reisen, die ihn in den Alpenraum und nach Finnland und Schweden führten.
Im April und Mai 1924 reiste er mit seinem Bruder Dietrich nach Italien und Libyen.
Von 1924 bis 1927 absolvierte Klaus Bonhoeffer sein Referendariat beim Kammergericht in Berlin und wurde in dieser Zeit von einem Vorgesetzten offenbar mit Kleinlichkeiten schikaniert. Es fiel Bonhoeffer – wie schon in der Schulzeit – schwer, sich von ihm als ungerecht empfundener Behandlung unterzuordnen.
Daher bemühte er sich um eine Stelle beim Reichsverband der Deutschen Industrie, wo er 1925 oder 1926 eine Nebentätigkeit in der handelspolitischen Abteilung ausüben konnte.
Am 27. Februar 1925 promovierte Bonhoeffer an der Universität Heidelberg über „Die Betriebsvertretungen als Organe der Betriebsgenossenschaft“.
Im Herbst 1926 schloss sich ein Auslandsaufenthalt und Studium in London an.
Das zweite juristische Staatsexamen legte Bonhoeffer im März 1927 vor dem Kammergericht in Berlin ab.
Im Frühjahr 1928 reiste er nach Genf, zu seinem Bruder Dietrich nach Barcelona und gemeinsam mit ihm nach Spanien und Marokko.