Klagenfurt am Wörthersee (amtlicher Name; bis 2008 und weiter kurz nur Klagenfurt, slowenisch Celovec ob Vrbskem jezeru) ist eine Großstadt im Süden Österreichs sowie die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Kärnten. Mit 105.734 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2026) ist sie die größte Stadt Kärntens und die sechstgrößte Stadt der Republik Österreich. Das Stadtgebiet liegt im Zentrum des Klagenfurter Beckens und hat derzeit eine Fläche von 120 km².
Klagenfurt wurde 1192/1199 erstmals urkundlich erwähnt und war bis zur Schenkung der Stadt durch Maximilian I. an die Kärntner Landstände im Jahr 1518 von geringer Relevanz. Diese Schenkung und die darauf folgende protestantische Reformationsbewegung des 16. Jahrhunderts bedeuteten für die Stadt einen steilen Aufstieg: Klagenfurt wurde zur Hauptstadt Kärntens. Zu dieser Zeit wurden zahlreiche, noch heute bedeutende Bauwerke wie das Landhaus und der Dom errichtet.
Heute ist die Statutarstadt Klagenfurt Sitz bzw. Standort vieler Institutionen wie zum Beispiel der Kärntner Landesregierung, der Bezirkshauptmannschaft Klagenfurt-Land, der Diözese Gurk/Klagenfurt, diverser gesetzlicher Interessensvertretungen wie z. B. der Landwirtschaftskammer Kärnten, der Landespolizeidirektion Kärnten, des Bezirksgerichts Klagenfurt, des Landesgerichtes Klagenfurt, des Bundesfinanzgerichtes (Außenstelle Klagenfurt), des Landesverwaltungsgerichts Kärnten, des Arbeitsmarktservice Kärnten, der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, der Gustav-Mahler-Privatuniversität für Musik, der Viktor-Frankl-Hochschule, einer Expositur der Privaten-Pädagogischen-Hochschule-Augustinum Graz, von zwei Standorten der Fachhochschule Kärnten, des internationalen Flughafens Klagenfurt in Annabichl, des Landesstudios des ORF Kärnten und zahlreicher weiterer Unternehmen und Institutionen, insbesondere jene der Volksgruppe der Kärntner Slowenen. Durch seine attraktive Innenstadt mit vielen Plätzen und Altstadtgebäuden, Kulturangeboten und auch durch den Wörthersee ist Klagenfurt auch touristisch bedeutsam.
Klagenfurt liegt auf dem Klagenfurter Feld im Zentrum des Klagenfurter Beckens und erstreckt sich über jeweils rund 15 km in nordsüdlicher und ostwestlicher Richtung. Die Stadt umfasst das gesamte Ostufer des Wörthersees, die Gebiete nördlich davon sind Teil des Feldkirchen-Moosburger Hügellandes und des Glantaler Berglandes. Teile des nördlichen Gemeindebezirks Wölfnitz zählen bereits zum Zollfeld, der Süden von Klagenfurt liegt am Fuß des Sattnitz-Höhenzugs.
Das Stadtzentrum liegt in etwa 450 m Seehöhe; der höchste Punkt innerhalb des Gemeindegebiets ist der Ulrichsberg mit 1022 m ü. A., der tiefste die Gurkerbrücke (420 m) an der Ostgrenze der Stadt.
Jeweils etwa ein Drittel des gut 120 km² großen Gemeindegebiets ist als landwirtschaftliche Fläche (33,4 %) bzw. Wald (32,9 %) ausgewiesen. 19,3 % der Fläche von Klagenfurt wird als Bauland genutzt, 2,2 % sind Gewässer und 1,3 % Gartenanlagen. Die übrigen 10,9 % fallen unter „sonstige Benützungsarten“, wozu unter anderem Verkehrswege, Abbauflächen und Ödland zählen.
Die Adria ist nur ca. 150 Kilometer von Klagenfurt entfernt. Die Stadt Triest ist über die Autobahn in ca. zwei Stunden erreichbar.
Das gesamte Klagenfurter Becken wurde in der Eiszeit durch den Draugletscher ausgefüllt. Nach dem Abschmelzen der Eismassen bildeten Schwemmkegel der Glan den aus eiszeitlichen Schottern bestehenden Untergrund des heutigen nördlichen Stadtgebiets und des Zollfeldes. Gleichzeitig entstand auch der Wörthersee, der noch vor rund 4000 Jahren bis in das heutige Stadtzentrum reichte, wo sich durch allmähliche Verlandung ein großes Moorgebiet bildete.
Die Hügel im Norden der Stadt bestehen vorwiegend aus altkristallinen Glimmerschiefern und paläozoischen Phylliten, Grünschiefern und Kalken, der Sattnitz-Höhenzug südlich von Klagenfurt aus Konglomeraten.
Im Norden des Stadtgebiets durchfließt die Glan Klagenfurt in west-östlicher Richtung, im Osten streift die Gurk den Stadtbezirk Hörtendorf, kurz bevor sie in Ebenthal die Glan aufnimmt.
In der Innenstadt gibt es zwei im 16. Jahrhundert künstlich angelegte Kanäle: den Lendkanal, der heute noch das Zentrum mit dem Wörthersee verbindet, sowie den Feuerbach, der mittlerweile fast vollständig im unterirdischen Kanalisationssystem der Stadt aufgegangen ist. Durch die südlichen Bezirke fließend, entwässert die 8,8 km lange Glanfurt (im Volksmund „Sattnitz“) den Wörthersee in die Glan. Weitere, kleinere Fließgewässer sind der Kerbach, die Raba sowie Struga-, Wölfnitz- und Viktringer Bach.
Das gesamte Ostufer des Wörthersees gehört zum Stadtgebiet Klagenfurts, das den Namen des Sees seit dem Jahr 2007 im eigenen Namen führt. Außerdem gibt es in Klagenfurt eine Vielzahl von Teichen. Die Hallegger Teiche, die in einem Naturschutzgebiet unterhalb des Schlosses Hallegg liegen, zählen darunter zu den größten.
Klagenfurt ist in 15 Gemeindebezirke bzw. Ortschaften unterteilt.
Bis zum Jahr 1848 umfasste das Stadtgebiet lediglich die heutige Innere Stadt. Durch die Schaffung von sogenannten politischen Gemeinden im Jahr 1850 in Österreich kamen zunächst die unmittelbar angrenzenden vier Vorstädte (St. Veiter, Völkermarkter, Viktringer und Villacher Vorstadt) zur Stadtgemeinde Klagenfurt. Abgesehen von einer kleineren Stadterweiterung im Jahr 1893 erreichte Klagenfurt erst im 20. Jahrhundert durch Eingemeindungen von bis dahin selbständigen Gemeinden in den Jahren 1938 (Bezirke IX bis XII) und 1973 (Bezirke XIII bis XV) seine aktuelle Größe.
Die vier Bezirke der Inneren Stadt bilden grob ein Quadrat aus Quadraten, die links oben (im Nordwesteck) beginnend im Uhrzeigersinn durchnummeriert sind. Die nächsten vier Bezirke (5–8) umschließen das Quadrat etwa kreisförmig, die Nummerierung startet oben, im Norden und geht rechtsherum.
Gleiches gilt für die flächenmäßig größeren Bezirke 9 bis 12, die wiederum einen Gürtel aus Sektoren in den Haupthimmelsrichtungen bilden. Die drei jüngsten Bezirke sind wie alle Zonen rechtsherum nummeriert, stehen allerdings diskret flügelartig ab, sind also nicht untereinander verbunden; die Zählung beginnt nun im Süd(südwest)en mit 13, läuft über 14 im Nordwesten zum relativ kleinen 15. Bezirk im Osten.
Die Stadt besteht aus insgesamt 25 Katastralgemeinden, in Klammern die nicht-amtlichen slowenischen Bezeichnungen sowie die Flächen in Hektar (Stand 31. Dezember 2023):
Blasendorf (Blažnja vas, 241,47 ha)