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Kickers Offenbach

Deutscher Fußballverein

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Der Offenbacher Fußball Club Kickers 1901 e. V. (abgekürzt Offenbacher Kickers, Kickers Offenbach oder OFC) ist der größte Fußballverein in der Stadt Offenbach am Main. Bereits 1899 gegründet, zerfiel der OFC aus finanziellen Gründen wieder. Am 27. Mai 1901 wurde er unter dem heutigen Namen neu gegründet. Bis in die 1960er Jahre waren die Kickers so gut wie immer in der höchsten Spielklasse und gehörten bis Mitte der 1980er Jahre auch sieben Saisons der Bundesliga an. Größte Erfolge waren die deutschen Vizemeisterschaften von 1950 und 1959 sowie der Gewinn des DFB-Pokals 1970.

Der OFC trägt seine Heimspiele im Stadion am Bieberer Berg aus, dessen Umbau im Sommer 2012 nach eineinhalbjähriger Bauzeit fertiggestellt wurde. Von den Fans wird das Stadion auch schlicht als Bieberer Berg bezeichnet. Es bietet 20.500 Zuschauern Platz, mit der Option, die Kapazität auf 22.500 zu erweitern.

Neben Fußball werden im Verein die Sportarten Boxen, American Football, Cheerleading, Handball und Darts betrieben.

Die Anfänge des Offenbacher Fußball Club (1901–1930)

→ Siehe auch: Saisonbilanzen von Kickers Offenbach

Der Offenbacher Fußballclub Kickers 1901 wurde am 27. Mai 1901 in der Offenbacher Gaststätte Rheinischer Hof gegründet. Das erste Spiel der Kickers fand am 28. Juli 1901 gegen den 1. Bockenheimer FC 1899 statt und endete auf der Hausener Wiese mit einem 3:0. Das Rückspiel auf dem Offenbacher Friedrichsplatz war das erste Heimspiel überhaupt. Ein Jahr nach der Gründung hatte der OFC 65 Mitglieder und trat dem Süddeutschen-Fußballverband bei. Im Jahre 1906 gewann der OFC die erste Fußballmeisterschaft im Main-Ost-Gau und Nordkreis. Vom Exerzierplatz am Bieberer Berg wechselte er 1907 an die Heylandsruhe. Dort entstand die erste eigene Sportanlage. Vor dem Ersten Weltkrieg konnte der OFC bereits einige Achtungserfolge verbuchen. Unter anderem gewann die Mannschaft 2:1 gegen den Karlsruher SC sowie 5:0 gegen den FC Basel. Den anschließenden Ersten Weltkrieg überstand der OFC mit wenigen Todesopfern, sodass die Mannschaft im Anschluss einige Titel gewinnen konnte.

Das erste Ligaspiel am Sportgelände auf dem Bieberer Berg fand bereits am 17. Oktober 1920 statt. Kickers Offenbach besiegte Union Niederrad mit 2:1. Durch die Staffelaufteilung in einen Nordmainkreis und einen Südmainkreis traf man in der Finalrunde der süddeutschen Meisterschaft im April 1921 zweimal auf den späteren Rivalen Eintracht Frankfurt. Das Hinspiel ging 0:4 verloren, die Kickers konnten im anschließenden Heimspiel aber mit 3:2 gewinnen. Am 29. Mai 1921 wurde das erste Stadion am Bieberer Berg mit einem Spiel gegen Wacker München (3:5) eingeweiht, dort waren 12.000 Zuschauer anwesend.

In den Jahren 1921 bis 1925 firmierte man unter dem Namen VfR Kickers 1900 e. V., nach einer Fusion mit dem V.f.R. Offenbach. Auf Grund interner Streitigkeiten trennten sich beide Vereine im Jahr 1925 wieder.

Die Ära unter den Nationalsozialisten (1930–1945)

Seine erste Blütezeit erlebte der OFC in den 1930er und 1940er Jahren. Die Kickers gewannen zwischen 1934 und 1944 sechs Mal die Meisterschaft der Gauliga Südwest bzw. der Gauliga Hessen-Nassau und qualifizierten sich damit jeweils für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Als größten Erfolg erreichten die Kickers in der Endrunde 1942 das Halbfinale, in dem sie dem späteren Meister FC Schalke 04 mit 0:6 unterlagen.

Der Offenbacher Rechtsanwalt Dr. Manfred Weinberg (* 21. April 1902 in Offenbach; † 1982 in Hannover) war bis 1932 Vorstandsmitglied des OFC und konnte in dieser Eigenschaft in letzter Minute verhindern, dass Adolf Hitler am 16. Juni 1932 im Kickers-Stadion eine Rede halten durfte.

Nach der „Machtergreifung“ Hitlers am 30. Januar 1933 bekam Manfred Weinberg wegen seines mutigen Eintretens gegen Hitler die Rache der Nationalsozialisten zu spüren. Gemeinsam mit dem Kaufmann Ernst Oppenheimer wurde er gezwungen, auf dem Wilhelmsplatz mit einer Zahnbürste kommunistische Parolen zu entfernen. Nach vorübergehender Schutzhaft und Berufsverbot ging er 1933 zunächst nach Südfrankreich und danach nach Afrika ins Exil. 1946 kehrte er nach Mainz zurück und reorganisierte das Arbeitsamt. An Weinberg erinnert heute ein Stolperstein vor dem Kickers-Stadion auf dem Bieberer Berg.

Das letzte offiziell verzeichnete Spiel vor Kriegsende fand am 29. Oktober 1944 gegen Germania Ober-Roden statt und endete mit 12:1.

Nachkriegszeit und Wiederaufbau (1945–1959)

Am 9. September 1945 fand die Wiedergründung nach Kriegsende statt. Die Kickers gehörten zu den Gründungsmitgliedern der Oberliga Süd und gehörten dieser Spielklasse bis zur Einführung der Bundesliga im Jahr 1963 ununterbrochen an. 1946 wurde Paul Oßwald als Trainer verpflichtet und prägte das Spiel der Kickers für die nächsten zwölf Jahre. 1949 und 1955 wurde der OFC Meister der Oberliga Süd und gehörte in nahezu jeder Saison zur Spitzengruppe. In der ewigen Rangliste der damals höchsten Spielklasse belegen die Kickers hinter dem 1. FC Nürnberg Rang zwei.

Bereits 1949 hatten die Kickers als Süddeutscher Meister kurz vor ihrer ersten Endspielteilnahme gestanden, waren jedoch im Halbfinale mit 1:2 am späteren Deutschen Meister VfR Mannheim gescheitert. 1950 führte Paul Oßwald die Kickers erstmals in das Finale um die deutsche Meisterschaft, wo man in Berlin gegen den VfB Stuttgart mit 1:2 unterlag. 1958 verließ Paul Oßwald den OFC nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten Hans Winter und wechselte zu Eintracht Frankfurt. Die Kickers erreichten unter Oßwalds Nachfolger Bogdan Cuvaj zum zweiten Mal das Finale um die deutsche Meisterschaft. Endspielgegner im Berliner Olympiastadion war ausgerechnet die nun von Oßwald trainierte Frankfurter Eintracht. In einer hart umkämpften Partie setzte sich die Eintracht in der Verlängerung am Ende mit 5:3 durch und den Kickers blieb zum zweiten Mal nur der Titel Deutscher Vizemeister.

Über Deutschland hinaus wurde der OFC in den 50er Jahren durch zahlreiche Auslandsreisen bekannt. So reisten sie in die Sowjetunion, nach Ostasien und in die USA.

Gründung der Bundesliga (1963–1968)

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