Khwaja Ahmad Abbas (meist nur K. A. Abbas; Hindi: ख्वाजा अहमद अब्बास, Khvājā Ahamad Abbās; * 7. Juni 1914 in Panipat, Punjab, Britisch-Indien; † 1. Juni 1987 in Bombay, Maharashtra) war ein indischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Journalist. Seine Werke waren stilistisch am sozialistischen Realismus orientiert.
Abbas entstammt einer muslimischen Familie aus der Gegend des Punjab, die heute zum indischen Bundesstaat Haryana gehört. Er machte 1933 seinen B.A. und 1935 einen LL.B. an der Aligarh Muslim University. Er arbeitete zunächst in Delhi als Journalist für die Zeitung ''National Call''. Während seines Jurastudiums in Aligarh gründete er 1934/35 die Studentenzeitschrift ''Aligarh Opinion''. 1935 bis 1947 war er als Filmkritiker für den ''Bombay Chronicle'' tätig. Seine Kolumne „The Last Page“ erschien von 1935 bis zu seinem Tod 1987 und gilt als am längsten gelaufene Kolumne der indischen Pressegeschichte.
Sein Regiedebüt hatte Abbas 1946 mit Dharti Ke Lal, einem Film der Indian People’s Theatre Association (IPTA). Der unter seiner Ko-Regie entstandene russisch-indische Abenteuerfilm Fahrt über drei Meere aus dem Jahr 1957 war für die Goldene Palme nominiert. Der Film lehnt sich an die Reisebeschreibung des Russen Afanassi Nikitin an. Für seine Filme Shehar Aur Sapna (1963), Saat Hindustani (1969) und Zwei Tropfen Wasser (Do Boond Pani) (1971) erhielt Abbas National Film Awards. In Saat Hindustani hatte Amitabh Bachchan in einer Nebenrolle sein Filmdebüt.
Abbas schrieb die Drehbücher zu mehreren Filmen von Raj Kapoor, darunter Awaara (1951), Shri 420 (1955), Mera Naam Joker (1970) und Bobby (1973). Ein großer Teil seiner Regiearbeiten sind Dokumentarfilme.
1966 war Khwaja Ahmad Abbas Mitglied der Berlinale-Jury.
Seine Großnichte Neelima Azeem und deren Sohn Shahid Kapoor sind Schauspieler.
Biografie mit Fokus auf sein literarisches Wirken (mit Foto) (Memento vom 20. April 2010 im Internet Archive) (englisch)