Kevin Norwood Bacon (* 8. Juli 1958 in Philadelphia) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur, Sänger und Produzent. Bacon, der unter anderem Golden-Globe-Preisträger ist, wurde einem breiteren Publikum erstmals durch den Tanzfilm Footloose (1984) bekannt.
Nach dem Abschluss am Julia Reynolds Masterman Laboratory verließ Kevin Bacon 1975 seine Heimat Philadelphia und zog nach New York City, um Schauspieler zu werden. Nach einer kurzen Grundausbildung an verschiedenen Akademien stand er mit siebzehn Jahren erstmals im Circle In the Square Theatre auf der Bühne, welches er im Alter von 18 Jahren verließ. 1978 gab er in der Komödie Ich glaub’, mich tritt ein Pferd sein Leinwanddebüt.
Nach Auftritten in Freitag der 13., American Diner und dem Broadway-Stück Slab Boys (mit Sean Penn) gelang Bacon mit dem Tanzfilm Footloose 1984 der Durchbruch.
The Big Picture war zwar ein Misserfolg, trotzdem wurde Bacons Arbeit von Ron Underwood entdeckt, mit dem er Tremors (1990) drehte. Nach dem Erfolg dieses Blockbusters bekam Bacon sehr viele Filmangebote: Flatliners, Geboren in Queens, Na typisch!, JFK – Tatort Dallas und Ari & Sam.
In den Folgejahren spielte Bacon hauptsächlich Theater an diversen New Yorker Bühnen und Rollen in kleineren Filmproduktionen, um seinem Image als Teenageridol entgegenzusteuern.
1991 verschaffte ihm Oliver Stone ein Comeback, indem er ihn für seinen Polit-Thriller JFK – Tatort Dallas besetzte. Die eher kleine Rolle eines homosexuellen Zeugen im Garrison-Prozess brachte Bacon viel Kritikerlob und den Ruf eines hervorragenden Charakterdarstellers ein.
Mit Eine Frage der Ehre, Apollo 13, Sleepers und Hollow Man – Unsichtbare Gefahr konnte er weitere Erfolge verbuchen. 1996 gab er mit Losing Chase sein Regiedebüt, für das er drei Golden-Globe-Nominierungen erhielt. 2003 war er in Clint Eastwoods viel gelobtem Drama Mystic River zu sehen, ein Jahr später übernahm er die Rolle eines aus dem Gefängnis entlassenen Pädophilen in The Woodsman. 2009 übernahm er die Hauptrolle in dem auf wahren Ereignissen beruhenden Fernsehfilm Taking Chance. Für den Part eines Lieutenant Colonels, der den Leichnam eines US-Soldaten aus dem Irak seiner Familie überbringt, erhielt er 2009 seine erste Emmy-Nominierung sowie 2010 den Golden Globe und Screen Actors Guild Award. Im 2022 produzierten Kurzfilm The Guardians of the Galaxy Holiday Special spielt Kevin Bacon sich selbst.
Bacon ist auch als Musiker aktiv. Gemeinsam mit seinem Bruder Michael spielt er in der Band The Bacon Brothers, mit der er bereits sechs Alben und eine Live-CD sowie DVD veröffentlicht hat.
Bacon lebt mit seiner Frau, der Schauspielerin Kyra Sedgwick, und ihren gemeinsamen Kindern in New York City. Sie lernten sich 1987 bei der TV-Produktion Lemon Sky kennen und sind seit 1988 verheiratet. Beide Kinder (Travis und Sosie Bacon) sind ebenfalls Schauspieler bzw. Musiker. Bacons Neffe ist der Sänger Justin Nozuka.
Bacons maßgebliche deutsche Synchronstimme ist Udo Schenk. Schenk lieh ihm seit den 1990ern immer wieder seine Stimme, wie in Eine Frage der Ehre (1992), Hollow Man – Unsichtbare Gefahr (2000) oder Beverly Hills Cop: Axel F (2023). Seit etwa 25 Jahren gibt es nur wenige Ausnahmen.
Vor allem in den 1990er Jahren kamen auch andere bekannte Synchronsprecher wie Benjamin Völz, Sven Hasper, Tobias Meister oder Torsten Sense für Kevin Bacon zum Einsatz. Sense sprach Bacon auch in dessen Durchbruch Footloose.
Gemeinsam mit seinem Bruder Michael Bacon in der Band The Bacon Brothers:
2003: No Food Jokes Tour (CD/DVD)
2012: Philadelphia Road – The Best Of
1995: Nominierung als Bester Nebendarsteller für Am wilden Fluß
2010: Bester Hauptdarsteller – Mini-Serie oder Fernsehfilm für Taking Chance
2018: Nominierung als Bester Serien-Hauptdarsteller – Komödie/Musical für I Love Dick
2009: Nominierung als Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie oder Fernsehfilm für Taking Chance