Kent Hovind (* 15. Januar 1953 in Pensacola, Florida) ist ein US-amerikanischer Vertreter des christlich-fundamentalistischen Junge-Erde-Kreationismus.
Hovinds Bekehrung erfolgte am 9. Februar 1969. Er schloss die East Peoria High School 1971 ab und 1974 erhielt er einen Bachelor-Grad in „Religiöser Erziehung“ vom nicht akkreditierten Midwestern Baptist College. Hovind ist verheiratet und hat drei Kinder sowie fünf Enkel.
Von 1975 bis 1988 war er als Pastor und Lehrer an privaten baptistischen Schulen tätig. 1989 rief er Creation Science Evangelism ins Leben.
Mit dem Boom des Internets erstellte Hovind seine Website www.drdino.com und begann, Videos, Bücher und Nachbildungen von Fossilien anzubieten. Zu Beginn seiner Tätigkeit waren seine Videos nicht mit einem Kopierschutz versehen. Der Erfolg seiner Arbeit führte zu Popularität und vielen öffentlichen Vorträgen mit teils Hunderten bis Tausenden von Zuschauern. Laut eigenen Angaben hielt er jedes Jahr in Hunderten von Kirchen, Schulen und anderen Plätzen Vorträge. Sein Sohn Eric begann vor einiger Zeit ähnliche Veranstaltungen abzuhalten.
Am 2. November 2006 wurde Hovind von einem Bundesgericht in Pensacola, Florida in 58 Fällen der Steuerhinterziehung und Nichtabführung von Sozialabgaben für schuldig befunden und zu zehn Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Er wurde im Juli 2015 aus der Haft entlassen. Am 21. Oktober 2014 wurde Hovind vor einer Grand Jury eines Bundesgerichtes in Pensacola, Florida, wegen zweifachem versuchten Postbetruges angeklagt. Hovind plädierte auf nicht schuldig. Der Prozess sollte ursprünglich am 1. Dezember 2014 stattfinden, wurde aber auf den 9. Februar 2015 verlegt. Mittlerweile ist Hovind wieder auf freiem Fuß.
Kent und seine Frau Jo ließen sich 2016 scheiden. Im September 2021 wurde Hovind wegen häuslicher Gewalt gegen seine geschiedene Frau verurteilt.
Ablehnung der Evolutionstheorie
Kent Hovind bietet einen großen Geldbetrag für den Beweis, dass die Evolutionstheorie eine überprüfbare Tatsache ist:
„Ich biete $ 250.000 jedem, der einen empirischen Beweis für die Evolution geben kann. Mein Angebot soll demonstrieren, dass die Hypothese der Evolution nicht besser ist als ein religiöser Glaube.“
Seine Argumente werden aber nicht von allen Befürwortern des Kreationismus geteilt. Die Organisation Answers in Genesis hält einen Teil seiner Argumentation für veraltet und schließlich seine 250.000-$-Herausforderung für kontraproduktiv. In einer Präzisierung zu seiner Herausforderung erwähnte er, dass der empirische Beweis der Evolution „ohne jeden vernünftigen Zweifel“ (without any reasonable doubt) erfolgen müsse.
Was Kent Hovind unter Evolution versteht, erklärt er damit:
Wenn ich das Wort „Evolution“ benutze, dann beziehe ich mich nicht auf die kleineren Veränderungen, die innerhalb der verschiedenen Gattungen gefunden werden (Mikroevolution). Ich beziehe mich auf die generelle Theorie der Evolution, welche glaubt, dass folgende fünf größere Ereignisse ohne göttlichen Eingriff stattfanden:
1. Zeit, Raum und Materie entstanden von selbst.
2. Planeten und Sterne bildeten sich aus Weltraum-Staub.
3. Materie erzeugte das Leben von selbst.
4. Frühe Lebensformen haben gelernt, sich selber zu reproduzieren.
5. Größere Veränderungen geschahen zwischen den diversen Lebensformen (d. h. Fische verwandelten sich in Amphibien, Amphibien verwandelten sich in Reptilien, und Reptilien veränderten sich in Vögel oder Säugetiere).
Hovind versteht also die Evolutionstheorie in einem viel weiteren Sinn, als es allgemein üblich ist, denn im Allgemeinen wird damit nur die von Charles Darwin begründete Theorie bezeichnet: Die Veränderung der Lebensformen als Wirkung von Mutation und Selektion. Der stillschweigende Einbezug der Entstehung von Raum, Planeten und des Lebens führt daher schnell zu Missverständnissen über die Reichweite der Behauptungen, für die Hovind einen Beweis verlangt.