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Ken Wilber

US-amerikanischer Autor

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Kenneth „Ken“ Earl Wilber Jr. (* 31. Januar 1949 in Oklahoma City) ist ein US-amerikanischer Autor im Bereich der Transpersonalen Psychologie und der Integralen Theorie. Seine Kernthesen lauten, dass die Menschenbilder der östlichen und der westlichen Kulturen auf ein gemeinsames Grundmodell zurückgeführt werden können und sich die spirituellen Geistesströmungen aller Zeiten trotz unterschiedlicher Ausdrucksweise weitgehend gleichen. Dies versucht er mit seinen Schriften zu den Themen Psychologie, Philosophie, Mystik und spirituelle Evolution nachzuweisen. Ken Wilber kann aus philosophischer Sicht als „kritischer Realist“ oder auch als „integraler Pluralist“ betrachtet werden.

Ken Wilber wurde 1949 in Oklahoma City geboren.

Sein Vater Kenneth Earl Wilber Sr. (1923–2013) war bei der Air Force und Wilbers Familie lebte später auf den Bermudas, in El Paso in Texas, Idaho und Great Falls in Montana, wo er die High School besuchte. Seine Mutter war Allie Lucille (Lucy) Wilber (1924–2019), geborene Simpkins.

Die High School schloss er als Jahrgangsbester in Lincoln, Nebraska, ab. 1967 schrieb er sich als Medizinstudent an der Duke University in Durham, North Carolina, ein, danach an der staatlichen University of Nebraska-Lincoln, wieder in Lincoln. Er verließ die Universität zwar ohne einen Abschluss in Medizin, aber mit dem akademischen Grad eines Bachelors in den Hauptfächern Chemie und Biologie sowie einem Master-Abschluss in Biochemie. Eine Dissertationsschrift in Biochemie und Biophysik über die „Photoisomerisierung von Rhodopsin in den äußeren Segmenten von Rinder-Augenstäbchen“ (englisch Thesis: “On the photoisomerization of rhodopsin in bovine rod outer segments.”) reichte er nicht ein. Er bemerkt zu dieser Epoche seines Lebens:

So widmete er sich verstärkt seinen bereits zuvor betriebenen autodidaktischen Studien auf den Gebieten Psychologie, Religionen der Welt, indische und fernöstliche Philosophie und Spiritualität und begann, regelmäßig zu meditieren. Das erste Ergebnis war das 1977 erschienene Buch The Spectrum of Consciousness. Einfluss auf sein Schreiben hatte Alan Watts, mit dessen Texten er sich intensiv auseinandersetzte. Daneben jobbte Wilber als Tellerwäscher.

1973 hatte er in erster Ehe Amy Wagner Wilber Winn geheiratet. 1981 ließ das Paar sich scheiden, sie blieben aber gute Freunde.

Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, hatte Wilber Nachhilfeunterricht für Studierende gegeben. 1972 lernte er dabei Amy Wagner kennen, eine Teilnehmerin seiner Kurse. Nach einem Jahr heiratete das Paar. Während Wagner in einer Buchhandlung arbeitete, widmete sich Wilber weiterhin seinen Studien. Zur Finanzierung des gemeinsamen Haushalts übte er in den folgenden Jahren verschiedene Tätigkeiten aus, darunter als Tellerwäscher, Geschirrabräumer in Restaurants und Kassierer in einem Supermarkt.

1978 beteiligte sich Wilber, zusammen mit Jack Crittenden, an der Gründung der Zeitschrift „ReVision: A Journal of Consciousness and Transformation“ (deutsch: „Rückschau: ein Journal für Bewusstsein und Transformation.“) und übernahm redaktionelle Aufgaben, die seine Anwesenheit in Cambridge (Massachusetts) erforderlich machten. Als Amy Wagner gleichzeitig ein berufliches Angebot an einem anderen Ort erhielt und die Ehe des Paares bereits belastet war, ließen sich beide 1981 einvernehmlich scheiden. Nach dem wirtschaftlichen Misserfolg von ReVision und einer für ihn unbefriedigenden Zeit in Cambridge folgte Wilber einer Einladung von Roger Walsh und Frances Vaughan nach Tiburon bei San Francisco. Dort begegnete er 1983 Terry (später Treya) Killam, die später seine zweite Ehefrau wurde.

In den Jahren 1988 bis 1990 führten der transpersonale, jungianisch geprägte Psychologe Michael Washburn und Ken Wilber eine einflussreiche Debatte innerhalb der transpersonalen Psychologie, englisch Wilber/Washburn-controversy über die späten 1980er und die 1990er Jahre. Washburn betonte die Bedeutung einer Rückverbindung mit dem psychischen Ursprung, während Wilber spirituelle Entwicklung als einen primär aufsteigenden Prozess verstand. Ihre Kontroverse prägte die theoretische Entwicklung des Fachgebiets nachhaltig.

Als Wilber 1983 seiner großen Liebe, Terry Killam (1946–1989), begegnet war, heirateten sie wenige Monate später, am 26. November 1983. Zeitgleich zur Hochzeit wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Sie lebten zunächst in Muir Beach in der Nähe von San Francisco, bevor sie nach Incline Village, in der Nähe des Lake Tahoe zogen.

Die folgenden Jahre waren stark von ihrer schweren Erkrankung geprägt, die intensive medizinische Behandlungen erforderte und das gemeinsame Leben erheblich belastete. Während der Therapie kam es unerwartet zu einer Schwangerschaft, die nach ärztlicher Beratung im Zusammenhang mit der laufenden Krebsbehandlung nicht ausgetragen wurde. Die Belastungen durch die Krankheit sowie die schwierige Lebenssituation führten zeitweise zu erheblichen Spannungen in der Ehe, die auch persönliche Krisen bei Wilber einschlossen, darunter eine Phase erhöhten Alkoholkonsums. Das Paar suchte daraufhin therapeutische Unterstützung und stabilisierte seine Beziehung wieder.

Mitte der 1980er Jahre kehrten beide von Incline Village zunächst nach San Francisco zurück, um sich dann 1987 in Boulder (Colorado) niederzulassen. Im Herbst 1987 hielt sich das Paar zunächst zu weiteren Behandlungen in der WEGE-Klinik in Bonn auf. Nach Abschluss des Aufenthalts unternahmen Wilber und seine Ehefrau gemeinsam mit deren Eltern eine Reise durch Deutschland, die Schweiz und Frankreich. Die Reise fiel in eine Phase vorübergehender gesundheitlicher Stabilität, bevor sich ihr Zustand infolge der fortschreitenden Krebserkrankung erneut verschlechterte. Die gemeinsamen Erfahrungen dieser Jahre gelten als prägend für Wilbers weitere Entwicklung und fanden später Ausdruck in seinem autobiographischen Werk Grace and Grit. Terry verstarb 1989, an den Folgen ihres Tumorleidens.

1997 lernte Wilber bei seiner Arbeit an der Naropa University die Sozialarbeiterin Marcia Kay Walters kennen; sie heirateten am 24. Juni 2001, trennten sich aber schon nach einem Jahr. Nach biographischen Darstellungen sollen unterschiedliche Vorstellungen über eine Familiengründung zur Trennung beigetragen haben.

In den zahlreichen Veröffentlichungen nach dem Tod Terrys arbeitete Wilber seine Thesen und Theorien weiter aus. 2011 war er Mitbegründer des Center for World Spirituality, das 2014 in Center for Integral Wisdom umbenannt wurde. Dort arbeitete er mit dem ehemaligen orthodoxen Rabbiner Marc Gafni u. a. zusammen.

Wilber lebt und arbeitet in Denver (Colorado).

Die Theologin Sandra Hauser (2024) unterscheidet in ihrer Darstellung des Werkes von Ken Wilber „fünf Schaffensphasen“, die unterschiedliche theoretische Schwerpunkte seiner Entwicklung markieren und an eine von Wilber selbst vorgenommene Einteilung in vier Schaffensphasen anknüpfen.

1. Phase (1977–1979): romantisch-jungianische Phase. Sie ist geprägt durch die Vorstellung einer ursprünglichen Einheit des Bewusstseins; Spiritualität erscheint als Rückkehr zu einer ursprünglichen Einheit. Zentrales Werk: The Spectrum of Consciousness (1977).

2. Phase (1980–1982): entwicklungspsychologische Phase. Spirituelle Entwicklung wird nun als auf die Ich-Entwicklung folgend verstanden; Wilber integriert Ansätze der westlichen Entwicklungspsychologie und formuliert die sogenannte „Prä/Trans-Verwechslung“ (englisch pre/trans fallacy). Zentrale Werke: The Atman Project (1980) und Up from Eden (1981).

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