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Katy Jurado

Mexikanische Schauspielerin (1924-2002)

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Katy Jurado (* 16. Januar 1924 als María Cristina Estela Marcela Jurado de García in Guadalajara; † 5. Juli 2002 in Cuernavaca) war eine mexikanische Schauspielerin und Sängerin. Jurado wurde 1953 als erste lateinamerikanische Schauspielerin mit dem Golden Globe Award für die beste weibliche Nebenrolle als Helen Ramirez in High Noon ausgezeichnet. Ihre Oscar-Nominierung, 1954, für ihre Rolle in Die gebrochene Lanze, war die erste einer mexikanischen Schauspielerin.

Insgesamt wirkte Katy Jurado bei rund 70 Filmen mit und war u. a. an der Seite von Gary Cooper, Marlon Brando und Burt Lancaster zu sehen.

Herkunftsfamilie und Karrierebeginn

Katy war das älteste Kind von Luis Jurado Ochoa, der als Anwalt tätig war, und Vicenta Estela García de la Garza, einer Sängerin. Die Familie bekam danach noch zwei Söhne: Luis Raúl und Óscar Sergio. Den Großgrundbesitzern gehörten umfangreiche Ländereien auf dem Gebiet des heutigen Texas, die jedoch – ebenso wie das Vermögen der Familie – am Ende der Mexikanischen Revolution konfisziert wurden.

Ihr Cousin Emilio Portes Gil war von 1928 bis 1930 Präsident Mexikos. Ihr Pate Pedro Armendáriz war ein mexikanischer Schauspieler.

Der mexikanische Schauspieler und Regisseur Emilio Fernández wollte sie für einen seiner Filme engagieren. Ihre Familie war jedoch gegen ihre Pläne, Schauspielerin zu werden, und drohte, sie in ein Internat zu schicken. Auch um sich dem Einfluss ihrer Familie zu entziehen, heiratete Katy Jurado bereits im Alter von 15 Jahren. Den Vertrag für ihre erste Filmrolle in dem mexikanischen Film No matarás (engl. Do Not Kill) unterschrieb Katy Jurado ohne das Einverständnis ihrer Eltern.

Aufgrund ihrer Schönheit und ihres schauspielerischen Talents konnte sie sich im mexikanischen Filmgeschäft etablieren und avancierte dort zum Star. Die 1940er-Jahre werden auch als Golden Age des mexikanischen Kinos genannt, da Mexiko damals mehr Filme produzierte und exportierte als je zuvor. Die Frauenrollen der damaligen Filme verkörperten in der Regel entweder die Tugendhafte (Typ: „Heilige“) oder die Femme Fatale (Typ: „Hure“), wobei gefallene oder besonders verführerische Frauenrollen jetzt erst aufkamen.

Katy Jurado erhielt vom mexikanischen Regisseur Chano Urueta bereits mit 19 Jahren zum ersten Mal die Rolle einer Femme Fatale in No matarás. Sie arbeitete auch mit dem mexikanischen Regisseur Miguel Contreras Torres (1944 La vida inútil de Pito Pérez) sowie Ismael Rodríguez (1948 Nosotros los pobres) zusammen.

In den ersten sieben Jahren ihrer Karriere war sie an insgesamt 17 Filmen beteiligt, die alle erfolgreich waren. In Mexiko hatte sie schon damals den Status eines Stars, da es ihr gelang, auch stereotyp angelegten Filmcharakteren durch ihre Art der Darstellung Komplexität zu verleihen. Obwohl sie im mexikanischen Kino damals die sinnliche Femme Fatale verkörperte, hielt sich Katy Jurado nicht für besonders schön.

Wenn sie gerade nicht vor der Kamera stand, arbeitet Katy Jurado in dieser Zeit nebenbei als Berichterstatterin von Stierkämpfen, Radiomoderatorin und Journalistin.

Katy Jurado fiel 1951 dem Regisseur Budd Boetticher auf, als er mit John Wayne eine mexikanische Stierkampfarena besuchte. Er gab ihr noch im selben Jahr ihre erste Filmrolle in Hollywood, als Chelo Estrada, der Frau eines Stierkämpfers, in Bullfighter and the Lady.

Ihren Durchbruch in Hollywood hatte sie 1952 als Hotelbesitzerin Helen Ramirez und ehemalige Geliebte von Marshal Will Kane (Gary Cooper) im Westernklassiker High Noon von Fred Zinnemann. Sie war für diese Rolle in zwei Kategorien für einen Golden Globe nominiert und gewann den Preis als beste Nebendarstellerin. Ihre Darstellung in High Noon gilt als bahnbrechend für die Aufwertung, die lateinamerikanische Frauen seitdem in Hollywood-Filmen erfahren haben. Ihre schauspielerische Leistung und die große Würde, die sie ihrer Figur verlieh, veränderten das bis dahin einseitige Bild der „leidenschaftlichen Mexikanerin“.

Zu den Regisseuren, mit denen Katy Jurado zusammenarbeitete, zählen auch John Huston, Sam Peckinpah, Edward Dmytryk und George Sherman. Dabei vermied sie es stets, bei einem der großen Filmstudios unter Vertrag zu gehen, da sie auch außerhalb der USA weiterhin an Filmen mitwirken wollte. Dabei gab der Erfolg ihr recht: als Hauptdarstellerin in El Bruto, der Starke (1953), des surrealistischen Filmemachers Luis Buñuel, gewann sie ihren ersten Ariel Award, den wichtigsten mexikanischen Filmpreis.

1954 wurde sie für ihre Darstellung der Señora Devereaux, an der Seite von Spencer Tracy, in Die gebrochene Lanze als erste lateinamerikanische Schauspielerin in der Kategorie Beste Nebendarstellerin für einen Oscar nominiert. Ursprünglich war Dolores del Río für den Part vorgesehen, sie erhielt jedoch aus politischen Gründen keine Einreiseerlaubnis, da man ihr Nähe zum Kommunismus unterstellte.

In den späten 1950er-Jahren war Katy Jurado an zahlreichen amerikanischen Filmen wie The Racers (Regie: Henry Hathaway, 1955), Trial (Regie: Mark Robson, 1955) und Trapez (Regie: Carol Reed, 1956) mit. Klassische Western machten den Großteil ihrer Engagements aus, z. B. Der Mann von Del Rio, wo sie 1956 an der Seite von Anthony Quinn die weibliche Hauptrolle spielte, Massaker von 1957, der auch unter dem Titel Der Galgen muss warten gezeigt wurde, sowie Geraubtes Gold (Regie: Delmer Daves, 1958).

1961 spielte sie an der Seite von Marlon Brando in dem einzigen von ihm produzierten Western Der Besessene mit.

Bevor sie nach Mexiko zurückkehrte, wirkte Katy Jurado noch an dem italienischen Historienepos Barabbas (Regie: Richard Fleischer, 1961) sowie der italienischen Komödie The Italian Brigands (Regie: Mario Camerini 1962) mit.

Rückkehr nach Mexiko und späte Jahre

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