Katharina Grosse (* 2. Oktober 1961 in Freiburg im Breisgau) ist eine deutsche Künstlerin.
Katharina Grosse ist Tochter der Künstlerin Barbara Grosse und des Germanisten und späteren Rektors der Ruhr-Universität Bochum Siegfried Grosse. Sie besuchte die Schule in Bochum.
Grosse studierte an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf bei Norbert Tadeusz und Gotthard Graubner. Sie war Professorin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee (2000–2010) und Professorin für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf (2010–2018). Seit 2010 ist sie Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Katharina Grosse lebt und arbeitet in Berlin, Groß Kreuz und Neuseeland.
Katharina Grosse verwendet für ihre Malerei eine mit Kompressor betriebene Spritzpistole. Die ersten mit der Spritzpistolen-Technik gemalten Wandarbeiten schuf Grosse 1998 in Sydney als Beitrag zur 11th Biennale of Sydney oder im selben Jahr in der Kunsthalle Bern. In den Folgejahren besprayte Grosse größere Flächen, die sich ab 2001 auch im Außenraum fortsetzen. Die installativen Dispositionen der Arbeiten werden dabei immer komplexer: Boden und Decke werden mit zum Malgrund, Schutt und Stein wird aufgeschüttet, Möbelstücke, Stoffe, Objekte und Gegenstände einbezogen. Museen, Privathäuser, Plakatflächen, Treppenhäuser, Kantinen und Trainingsräume wurden bemalt. Die Sprayarbeiten schaffen Kontrapunkte und Irritationen, die eine Illusion, eine falsche Wahrnehmung der Wirklichkeit, schaffen.
Für das deutsche Modemagazin Vogue gestaltete Grosse zusammen mit der Schriftstellerin Annika Reich die Januar-Ausgabe 2020 unter dem Titel Imagine: Wir machen das.
Werke in öffentlichen Sammlungen
Werke von Katharina Grosse befinden sich unter anderem in Museumssammlungen wie dem Centre Georges-Pompidou, Paris, im Kunsthaus Zürich, in der Staatsgalerie Stuttgart, im Kunstmuseum Bonn, im Albertinum (Dresden), Dresden, in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München, im Museum für Neue Kunst, Freiburg, im Museu Serralves, Porto, im Sprengel Museum Hannover, Arken Museum für moderne Kunst, Kopenhagen, Sammlung des De Pont Museums, Tilburg, FNAC Sammlung, Frankreich, Gallery of Modern Art, Queensland, Magasin 3 Stockholm Konsthall und South Bank Brisbane, Queensland, sowie in Unternehmenssammlungen wie DaimlerChrysler, Berlin, Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt/M., Sammlung UBS AG, München / Zürich und auch im Bundesarbeitsgericht in Erfurt.
CHOIR, temporär während der Art Basel, 2025
Rockaway!, Installation, Fort Tilden, Queens, New York City, USA, 2016.
Untitled, Kölner Verkehrsbetriebe - Haltestelle Chlodwigplatz, Köln, Köln, 2015.
Untitled, Ehrenhof Düsseldorf, 2014.
Just Two Of Us, MetroTech Commons, Public Art Fund, New York, 2013.
Blue Orange, Vara Bahnhof, Schweden, 2012.
Seven Days Time, Kunstmuseum Bonn, 2011.
Untitled, Greater Toronto Airports Authority, 2003.
2020 gründete Grosse die Stiftung Wunderblock. Zweck der Stiftung ist es, das "Verständnis von Malerei zu erweitern und zu vertiefen – und die vielfältige Zukunft dieses Mediums, das immer wieder in Frage gestellt wird, mitzugestalten." Ein zentrales Anliegen ist es, Räumen zu schaffen, in denen Fragen nach der Rolle von Malerei im gesellschaftlichen Gefüge bearbeitet werden. So hat die Stiftung ihren Sitz auf dem Areal eines ehemaligen Rinderkombinats in Schenkenberg, einem Ortsteil von Groß Kreutz an der Havel. Die Bestandsbauten werden vom Architekturbüro Augustin und Frank/Winkler zu Atelier- und Ausstellungsräume umgestaltet. Die Stiftung vergibt zudem den Wunderblock Award, der Künstler mit ungewöhnlichen Positionen und Vorhaben fördert.
2025: Wunderbild, Deichtorhallen, Hamburg
2025/26: Katharina Grosse. The Sprayed Dear, Staatsgalerie Stuttgart