Katar (arabisch قطر Qatar, DMG Qaṭar [ˈqɑtˤɑr], im lokalen Dialekt (Golf-Arabisch) Qiṭar [ˈɡɪtˤɑr], im Arabischen auf der ersten Silbe betont, amtlich Staat Katar) ist ein Emirat in Vorderasien und liegt an der Ostküste der Arabischen Halbinsel am Persischen Golf.
Das Land besteht zum Großteil aus einer Halbinsel, die im Süden an Saudi-Arabien grenzt. Vor der Küste im Nordwesten liegt das Königreich Bahrain. Das Staatsgebiet schließt einige Inseln ein. Von Süden nach Norden dehnt sich das Land rund 180 Kilometer, von Westen nach Osten 80 Kilometer aus. Das gesamte Staatsgebiet ist eine Wüste ohne ganzjährige Gewässer und fast ohne Vegetation. Rund 80 % der Bevölkerung Katars leben in der Hauptstadt Doha und deren Vororten.
Katar hat den zweithöchsten Anteil von Einwanderern weltweit. Von den rund dreieinhalb Millionen Einwohnern sind nur rund zehn Prozent Staatsangehörige Katars. Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Arbeitsmigranten ohne permanente Aufenthaltserlaubnis. Katar hat die weltweit höchste Quote an Arbeitsmigranten. Aufgrund der mehrheitlich süd- und südostasiatischen Herkunft dieser Arbeiter machen allein Südasiaten über die Hälfte aller Einwohner Katars aus. Da die Arbeiter größtenteils männlich sind, besitzt Katar zudem den weltweit höchsten Anteil von Männern an der Landesbevölkerung.
Katar erlangte im Jahre 1971 seine vollständige Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. Seitdem ist die Staatsform die absolute Monarchie, die Staatsreligion ist der Islam und die Scharia gilt als eine Hauptquelle der Gesetzgebung. Die Menschenrechtslage im Land gilt als kritisch, besonders die Niedriglohnmigranten werden häufig menschenunwürdig behandelt und befinden sich teilweise in moderner Sklaverei.
Die katarische Regierung wird in den letzten Jahrzehnten außerdem wegen ihrer Unterstützung der Muslimbrüder und anderer radikalislamischer Gruppen sowie Terrororganisationen wie der Hamas kritisiert. Dies führte zur Katar-Krise 2017 bis 2021, während der Katar von einigen Ländern der arabischen Welt boykottiert wurde.
Salzsümpfe und Wüstenstreifen trennen Katar vom Rest der arabischen Halbinsel. Die Salzpfannen – Sabcha – auf Meeresniveau sind Relikte aus der Zeit, als Katar noch eine Insel war. Erst durch eine leichte Hebung des Landes entstand die Verbindung zum arabischen Festland. Aus diesen Sümpfen steigt nach Norden das sanft gewellte Hügelland empor, das für ganz Katar prägend ist. Mit 103 Metern ist der Berg Qurain Abu l-Baul in Katars Süden der höchste Punkt Katars. Nach Osten fällt das Land sanft zum Meer ab. Das überwiegend flache Land ist von Geröll- und Kieswüste geprägt. Sanddünen kommen nur vereinzelt vor, meist an der Küste im äußersten Südosten. Die Küste wird von mehreren langgestreckten Buchten gegliedert. Besonders an der Ostseite sind zahlreiche Korallenriffe vorgelagert.
Das Grundwasser hat einen hohen Salzgehalt; Trinkwasser wird in Meerwasserentsalzungs-Anlagen gewonnen. Im Südosten befindet sich die Meereslagune Chaur al-Udaid.
Mit dem geringen Jahresniederschlag von unter 100 mm gehört Katar zu den trockensten Landschaften der Erde. Aufgrund der Nähe zum Persischen Golf ist das Klima ganzjährig schwül, subtropisch und heiß. Die Luftfeuchtigkeit liegt je nach Monat zwischen 40 und 70 %. Im Sommer sind Temperaturen von 45 °C keine Seltenheit, im Winter sinken sie auf durchschnittlich 17 °C. Allerdings sind gerade in den letzten Wintern auch Temperaturen unter 10 °C häufiger vorgekommen. Oft weht der trocken-staubige Nordwestwind Schamal.
Mit Blick auf Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche, Wirbelstürme, Erdbeben, Dürren und den Anstieg des Meeresspiegels gilt Katar als eines der sichersten Länder der Welt. Im Weltrisikobericht 2024 wies es unter 193 untersuchten Ländern ein sehr geringes Katastrophenrisiko auf; es lag auf dem neunten Platz.
Katar ist vielerorts unfruchtbarer als die anderen arabischen Wüstenstaaten. Nur im Norden, wo die Niederschläge etwas häufiger sind, wachsen Wüstenhyazinthen, Palmen und Dornbüsche. Nach dem seltenen Regen sprießen Gräser und Kräuter, treiben in sehr kurzer Zeit Blüten und Früchte und verdorren wieder. In den Salzpfannen wachsen spärliche salzliebende Gräser und Sträucher (Halophyten).
Nur wenige Tierarten – Wüstenspringmäuse, Igel, Geckos und Warane – können unter den extremen Lebensbedingungen der Wüste existieren. Zugvögel rasten im Winter an der nördlichen Küste. In Katar sind etwa 30 Vogelarten heimisch. Für die gefährdeten Oryxantilopen wurde südlich von Doha ein Wildpark errichtet. Die Gewässer des Persischen Golfes sind sehr fischreich. Gelegentlich sind Pottwale, Delfine und die vergleichsweise seltenen Seekühe zu finden. An der Nordküste befinden sich westlich von Ras Laffan Eiablagestrände von Meeresschildkröten.
Im Wildpark al-Wabra leben 50 der 80 in menschlicher Obhut lebenden Spixaras.
Im Jahr 2023 lebten 99 Prozent der Einwohner Katars in Städten. Die größten Städte sind laut Zensus 2020:
Doha (Ad-Dawhah) mit 872.048 Einwohnern
ar-Rayyan mit 799.933 Einwohnern
ad-Dawhah al-Mintaqat as-Siny'yah mit 313.754 Einwohnern
Umm Salal Muhammad mit 149.701 Einwohnern
al-Wukair mit 134.481 Einwohnern