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Kasachstan

Staat in Zentralasien

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Kasachstan (kasachisch Qazaqstan [qɑzɑqˈstɑn], russisch , amtlich Republik Kasachstan, kasachisch Qasaqstan Respublikasy, russisch Республика Казахстан Respublika Kasachstan) ist ein Staat in Zentralasien und Osteuropa. Es grenzt im Norden mit mehr als der Hälfte seiner Grenze an Russland, im Osten an China, im Süden an Turkmenistan, Usbekistan und Kirgisistan, sowie im Südwesten über eine Seegrenze im Kaspischen Meer an Aserbaidschan. Mit mehr als 2,7 Millionen km² Landesfläche ist Kasachstan der größte Binnenstaat und der neuntgrößte Staat der Welt. Das Land ist landschaftlich vor allem von der Kasachensteppe geprägt und verfügt über große Ölressourcen.

Kasachstan hat etwa 20 Millionen Einwohner, mehrheitlich muslimische Kasachen. Die meisten Einwohner sprechen die beiden Amtssprachen: das zu den Turksprachen zählende Kasachisch und das den slawischen Sprachen zugehörige Russisch. Die Hauptstadt ist Astana mit 1,5 Millionen Einwohnern, einwohnerreichste Stadt ist Almaty mit 2,3 Millionen Einwohnern. Weitere wichtige Städte des Landes sind die Millionenstadt Schymkent und Qaraghandy.

Bereits im Altertum bestanden auf dem Gebiet des heutigen Kasachstans verschiedene Reiche. Zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert entstand der westliche Teil des Ersten Türk-Kaganats. Im 13. Jahrhundert fielen die Mongolen unter Dschingis Khan ein. Nach der Eroberung durch den Usbeken Timur im 15. Jahrhundert konnten sich die Kasachen wieder vom muslimischen Usbeken-Khanat trennen und unter einer einheimischen Dschingiskhaniden-Dynastie das Kasachen-Khanat errichten. Im 17. und 18. Jahrhundert breitete sich das Dsungarische Khanat aus, bis sich die Kasachen dem russischen Kaiser unterstellten. 1925 wurde die Kasachische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik gegründet, die seit 1936 als Kasachische SSR eine Unionsrepublik innerhalb der Sowjetunion bildete.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion erklärte sich das Land am 16. Dezember 1991 als Republik Kasachstan unabhängig. Kasachstan ist gemäß seiner Verfassung eine Präsidialrepublik, wurde aber seit Gründung durchgehend autoritär von einem Diktator regiert, zunächst von 1991 bis 2019 von Nursultan Nasarbajew. 2022 kam es erstmals zu größeren Protesten gegen die Regierung, die gewaltsam niedergeschlagen wurden. In der Folge kam es zu einem Machtwechsel – seither ist Kassim-Schomart Tokajew Diktator. Die Lage von Demokratie und Menschenrechten gilt bis heute als kritisch, so ist zum Beispiel die Meinungsfreiheit stark eingeschränkt. Korruption ist weit verbreitet.

Kasachstan steht außenpolitisch seinen ebenfalls autoritär regierten großen Nachbarn China und Russland deutlich näher als dem Westen. Es ist Vollmitglied in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und der Organisation der Turkstaaten (OTS). Kasachstan kooperiert allerdings auch teilweise mit der Europäischen Union und ist durch ein erweitertes Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (EPCA) und weitere Programme wie Erasmus+ mit dieser verbunden.

Kasachstan liegt größtenteils in Zentralasien. Definiert man die innereurasische Grenze gemäß der Grenzziehung von Strahlenberg, würden etwa 5,4 % der Landesfläche dem äußersten Osteuropa zugerechnet.

Kasachstan ist mit einer Fläche von 2.724.900 Quadratkilometern das neuntgrößte Land der Erde und außerdem der größte Binnenstaat. Er liegt etwa in der Mitte Eurasiens und zieht sich von der Ebene der Wolga im Westen bis zum Altai-Gebirge im Osten. Dabei gehören 5 % der Fläche, geographisch betrachtet, zu Europa. Die südliche Begrenzung bilden der Tian-Schan-Gebirgszug, die Flussebene des Syr Darja (Jaxartes der Antike), der Aralsee und die Kysylkum-Wüste. Nach Norden reicht Kasachstan ohne natürliche Begrenzung in das Ural-Gebiet und das Westsibirische Tiefland hinein. Der größte Teil des Landes besteht aus Ebenen (Steppe und Wüste), im Nordwesten liegt das Mugodschar-Gebirge, im Zentrum die Kasachische Schwelle, während sich im Südosten Berge des Tian-Schan bis zu 7010 Meter Höhe erheben.

Kasachstan besitzt im Norden eine 7644 Kilometer lange Grenze mit Russland. Diese bildet die weltweit zweitlängste Landgrenze zwischen zwei Staaten. Im Osten trifft das kasachische Hoheitsgebiet auf die Volksrepublik China (1765 Kilometer) – an deren gemeinsamer Grenze liegt der westlichste Punkt der Mongolei durch unwegsames Bergland nur ca. 38 km Luftlinie entfernt – und weiter südlich auf die zentralasiatischen Staaten Kirgisistan (1212 Kilometer), Usbekistan (2330 Kilometer inkl. des 230 km über den Aralsee verlaufenden Grenzabschnitts) sowie auf Turkmenistan (413 Kilometer). Die Gesamtlänge der Landesgrenzen einschließlich der Küstenlinie am Kaspischen Meer (bislang pseudo-internationaler Gewässer-Status) beträgt 13.364 Kilometer.

Die kasachischen Küstenlinien am nördlichen Ufergebiet des Aralsees – der zunehmend austrocknet – sind 1070 Kilometer und am Kaspischen Meer 1894 Kilometer lang.

Das Relief von Kasachstan ist vielfältig, wobei allerdings der größte Teil des Territoriums aus Ebenen, niedrigen Bergen und Hügeln besteht. Der Westen des Landes wird von der Kaspischen Senke geprägt, ein meist sumpfiges Gebiet unterhalb des Meeresspiegels, das im Osten in das Ustjurt-Plateau übergeht. Westlich dieses Plateaus, auf der Mangghystau-Halbinsel, befindet sich die tiefste Stelle Kasachstans, die Karagije-Senke (132 Meter unter dem Meeresspiegel).

Von Osten wird die Kaspische Senke durch den südlichen Ausläufer des Ural-Gebirges begrenzt, das bis 656 Meter hohe Mugodschar-Gebirge. Weiter südöstlich liegt um den Aralsee die Turanische Senke, die auch die größten Wüsten des Landes mit einschließt, die Kysylkum sowie die Aralkum. Im Zentrum von Kasachstan befindet sich die Kasachische Schwelle (kasachisch Saryarka), ein von Steppen und Halbwüsten geprägtes Gebiet mit vielen mittelgroßen (500 bis 1547 m) Bergen und Gebirgen wie dem Ulutau, dem Kökschetau oder dem Karkaraly. Im Nordwesten wird die Kasachische Schwelle vom Turgai-Plateau und im Norden von der Westsibirischen Ebene begrenzt. In diesen Regionen wird die Landschaft von fruchtbaren Steppen und Waldsteppen mit vielen Seen und Flüssen geprägt. Im Osten der Republik befinden sich die mit Wäldern bedeckten Gebirgsketten des Altai mit dem höchsten Berg der Region, Belucha (4506 Meter), die Sibirien von den mittelasiatischen Wüsten trennen.

Südlich der Kasachischen Schwelle liegt die Hungersteppe (kasachisch Betpak-Dala). Noch weiter südlich dieser Steppe und des Balchaschsees liegt ein Gürtel von Wüsten, Mujunkum, und das in der Vergangenheit fruchtbare Siebenstromland. Ganz im Süden Kasachstans, an den Grenzen zu China und Kirgisistan, liegen Hochgebirge wie das Dsungarische Alatau, das Qaratau und vor allem das Tian Shan (chinesisch „Himmelsgebirge“); letzteres ist eine der höchsten Gebirgsketten der Erde. Die teils von Wäldern und insbesondere von Gletschern bedeckten Gebirge erreichen im benachbarten Kirgisistan 7439 m Höhe. Der höchste Berg Kasachstans ist der Khan Tengri (7010 Meter), im äußersten Südosten gelegen.

Wegen seiner Größe und der Ausdehnung über viele Naturzonen besitzt Kasachstan eine ausgesprochen artenreiche Flora und Fauna. Die vielfältigen Naturschätze werden in 16 kasachischen Nationalparks und Naturschutzgebieten geschützt.

Im Norden, wo die Steppen und Waldsteppen vorherrschen, die zusammen 28,5 % der Fläche Kasachstans ausmachen, wachsen viele Getreidepflanzen und Gräser, besonders häufig in Steppen sind Federgräser. Auch viele medizinisch nützliche Pflanzen kommen vor, so etwa Adonisröschen (Adonis), Johanniskräuter (Hypericum) und Baldriane (Valeriana). Sehr verbreitet ist Wermut. In den Wald-„Inseln“ wachsen Birken, Espen, Weiden, Johannisbeersträucher; weiter westlich Fichten; nach Westen hin Eiche und Linde. In den Wäldern gibt es viele Beeren. Die typischen Bewohner dieser Zone sind Nagetiere wie Zieselmaus, Murmeltiere, Springmäuse, Eichhörnchen. Es gibt aber auch viele Hasen, Hermeline, Dachse, Wölfe und Füchse. In den Wäldern leben vereinzelt Wildschweine, Wapitis und Rehe, in der Steppe die seltene und geschützte Saiga-Antilope. Vögel gibt es besonders viele, auch Wasservögel, da es in dieser Region über 1500 Seen gibt, unter anderem Schwäne, Adler, Trappen (diese sind die größten Vögel Kasachstans, sie erreichen bis zu 16 Kilogramm Gewicht), Geier, Kraniche, Reiher, Enten, Gänse, Waldhühner, Spechte, Lerchen und viele andere.

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