An diesem Tag

Karl Schmidt-Rottluff

Deutscher Maler des Expressionismus (1884–1976)

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Karl Schmidt-Rottluff (* 1. Dezember 1884 in Rottluff als Karl Schmidt; † 10. August 1976 in West-Berlin) war ein deutscher Maler, Grafiker und Plastiker. Bekannt geworden als Mitglied der Künstlergruppe Brücke, gilt er als einer der wichtigsten Vertreter des Expressionismus.

Das eigentliche Geburtshaus von Karl Schmidt-Rottluff im Dorf Rottluff – heute ein Stadtteil von Chemnitz – ist 1892 abgebrannt. Der Vater des Künstlers ließ 1893 bis 1894 die heute noch erhaltene Mühle mit Wohnteil der Familie Schmidt, die Wohnmühle, errichten. Auf dem Gelände und in der Wohnmühle erlebte der 1884 in Rottluff geborene Expressionist seine Kindheit und Jugend, bis er 1905 mit 20 Jahren nach Dresden ging und die Künstlervereinigung „Brücke“ mit gründete. Die Wohnmühle wurde in ehrenamtlicher Arbeit vom Förderverein Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz e. V. für die Öffentlichkeit saniert und kann auf Anfrage besichtigt werden.

Seit dem Frühjahr 2025 ist im benachbarten Landhaus, das der Vater des Künstlers 1913/1914 errichten ließ, das Karl Schmidt-Rottluff Museum der Kunstsammlungen Chemnitz geöffnet. Hier lebte Karl Schmidt-Rottluff u. a. mit seiner Frau Emy ab 1943, als seine Wohnung und Atelier in Berlin von Bomben getroffen wurden. Ende 1946 ging der Künstler dann wieder zurück nach Berlin.

Karl Schmidts Vater war der Mühlenbesitzer Friedrich Schmidt. Karl Schmidt wurde im Wohngebäude der Mühle in Rottluff bei Chemnitz (Sachsen) geboren und nannte sich ab 1905 Schmidt-Rottluff. Von 1905 bis 1906 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Dresden.

Am 7. Juni 1905 gründeten die Architekturstudenten Schmidt-Rottluff, Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Erich Heckel in Dresden die Künstlergruppe Brücke. Im November folgte deren erste Ausstellung in einer Kunsthandlung in Leipzig. Im Jahr 1907 bat die Hamburger Kunsthistorikerin Rosa Schapire um Aufnahme als passives Mitglied. Der von ihr am höchsten geschätzte Schmidt-Rottluff malte 1911, 1915 und 1919 Porträts von ihr. Auch der Maler Max Pechstein, der als einziger der Gruppe kunstakademisch voll ausgebildet war, stieß dazu; er wurde jedoch ausgeschlossen, als sich herausstellte, dass er zugleich der Berliner Secession angehörte. 1913 löste sich die Brücke auf.

Schmidt-Rottluff beteiligte sich 1910 an den Ausstellungen der Neuen Secession in Berlin, 1912 an der 2. Ausstellung des Blauen Reiters in München und an der Sonderbund-Ausstellung in Köln. 1914, ein Jahr nach Auflösung der Brücke, wurde er Mitglied der Freien Secession in Berlin und hatte dort seine erste Einzelausstellung. Während des Ersten Weltkrieges war er Armierungssoldat in Litauen und Russland von 1915 bis 1918.

Nach Kriegsende heiratete er 1919 Emy Frisch. Zusammen mit Rosa Schapire und Wilhelm Niemeyer gestaltete er die expressionistische Veröffentlichung Die rote Erde und 1920/1921 die Zeitschrift für Kunst Kündung.

Anfangs war Schmidt-Rottluffs Werk noch deutlich vom Impressionismus beeinflusst. Als Motive tauchen häufig norddeutsche und skandinavische Landschaften auf. 1911 zog der Maler von Dresden nach Berlin um. Damit nahmen geometrische Formen in seinem Werk größeren Raum ein, ab 1923 runde, geschwungene Formen.

1931 wurde Karl Schmidt-Rottluff als Mitglied an die Preußische Akademie der Künste berufen, aus der er zwei Jahre später wieder durch Max von Schillings zum Austritt genötigt wurde. Im Jahr 1932 zog er nach Rumbke am Lebasee in Hinterpommern.

Verfemung und Zerstörung von Bildern

Als Mitglied des Deutschen Künstlerbundes seit 1927 (ab 1928 im engeren Vorstand, dann auch Jurymitglied) nahm Karl Schmidt-Rottluff an der letzten DKB-Jahresausstellung 1936 im Hamburger Kunstverein teil. Gezeigt wurden zwei Ölgemälde: Verschneiter Bach und Abend am Bach (1932; 91 × 124 cm). Im Jahr 1937 wurden Schmidt-Rottluffs Werke (608 Arbeiten) in den deutschen Museen als „Entartete Kunst“ beschlagnahmt, einige von ihnen wurden dann in der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. Bei der Gemäldeverbrennung am 20. März 1939 im Hof der Berliner Hauptfeuerwache wurden mehrere seiner Werke vernichtet. Im Jahr 1941 schloss ihn Adolf Ziegler aus der Reichskammer der bildenden Künste aus, was ein Berufsverbot bedeutete.

Im September 1942 war Schmidt-Rottluff zu Gast bei Helmuth James Graf von Moltke auf Schloss Kreisau in Kreisau in Niederschlesien. Dort malte er trotz des 1941 gegen ihn verhängten Berufsverbots zahlreiche Landschaften, insbesondere den Blick über den Park und die Ackerflächen zum Berg Zobten. Nur wenige dieser Aquarelle, die an Freunde verschenkt worden waren, sind erhalten geblieben, die übrigen wurden 1945 vernichtet. Von 1943 bis 1946 zog sich Schmidt-Rottluff nach Chemnitz zurück. Die Berliner Wohnung und das Berliner Atelier wurden durch Bombardierung zerstört.

Im Jahr 1947 erhielt Schmidt-Rottluff eine Berufung zum Professor an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg. Hier gehörten unter anderem Jeane Flieser, Ingeborg Leuthold und Meret Eichler (1928–1998) zu seinen Meisterschülerinnen. Im wiedergegründeten Deutschen Künstlerbund 1950 war er Zweiter Vorstandsvorsitzender. An dessen Jahresausstellungen nahm er zwischen 1951 und 1976 noch fünfmal teil. Im Jahr 1955 beteiligte sich Karl Schmidt-Rottluff an der documenta 1 in Kassel.

In der DDR gerieten die Werke von Karl Schmidt-Rottluff, wie jene der anderen Expressionisten, ab Ende der 1940er Jahre in den Strudel der von der Ideologie des Sozialistischen Realismus bestimmten Formalismus-Debatte. Seine Bilder wurden kaum noch angekauft und es gab in den Jahrzehnten bis 1982 nur ganz wenige Ausstellungen in der DDR. In dieser Zeit unterstützten ihn einige Freunde und Gönner mit Aufträgen, wie zum Beispiel die Schauspielerin und Bestsellerautorin der 1960er Jahre Vera Hartegg, der er zum Dank dafür unter anderem noch 1974 im Alter von fast 90 Jahren einen Privatdruck mit ihren Gedichten herstellte. 1978 edierte der Verlag der Nation zu Gemälden und Holzschnitten Schmidt-Rottluffs den Gedichtband "Pastorale" von Ulrich Grasnick.

Nach seiner Emeritierung von der Hochschule für Bildende Künste im Jahre 1954 hielt der Künstler sich oft in Hofheim am Taunus, am Lago Maggiore und an der Ostsee auf. Emy und Karl Schmidt-Rottluff starben 1975 und 1976 im Abstand weniger Monate in West-Berlin. Er wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem in Berlin-Dahlem beigesetzt. Der erste Direktor des von Schmidt-Rottluff gegründeten Brücke-Museums hielt die Grabrede. Die Grabstätte gehört zu den Ehrengräbern des Landes Berlin und befindet sich in der Abt. 10E-11/12.

Aufenthalte an Nord- und Ostsee

Im Laufe seines Lebens zog es Schmidt-Rottluff immer wieder im Sommer an die Nord- und Ostsee. Es entstanden Bilder der Ostseelandschaft in leuchtenden Farben und großzügiger Abstraktion der Motive. Die Aufenthalte waren:

1907–1912: Sommeraufenthalte in Dangast an der Nordsee

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