Karl Merkatz (* 17. November 1930 in Wiener Neustadt; † 4. Dezember 2022 in Irrsdorf) war ein österreichischer Schauspieler. Er wirkte in zahlreichen österreichischen Filmproduktionen und Theaterstücken mit. Zu seinen bekanntesten Rollen gehörte die des Karl Bockerer in der gleichnamigen Filmreihe Der Bockerer sowie die des Edmund „Mundl“ Sackbauer in Ein echter Wiener geht nicht unter.
Der Sohn eines Werkzeugmachers und einer Weberin absolvierte zunächst eine Tischlerlehre. Später nahm er in Salzburg, Wien und Zürich Schauspielunterricht und bestand am Mozarteum 1955 seine Abschlussprüfung mit Auszeichnung. Es folgten Theaterengagements unter anderem in Heilbronn, Nürnberg, Salzburg, Köln, Hamburg (Deutsches Schauspielhaus und Thalia Theater), München, Klagenfurt und Wien (Theater in der Josefstadt, Burgtheater, Theater an der Wien). Dabei spielte er mehr als 150 Bühnenrollen, sein Lieblingsstück war Warten auf Godot.
In Heilbronn lernte er seine spätere Ehefrau Martha Metz kennen. Die beiden heirateten 1956 und lebten in Irrsdorf bei Straßwalchen. Der Ehe entstammen zwei Töchter, Gitta (* 2. Juli 1958) und Josefine (* 13. April 1962). Im Oktober 2025 wurde am Irrsdorfer Dorfplatz eine Bronzebüste zu Ehren von Merkatz enthüllt, die von seiner Enkeltochter, der Bildhauerin Magdalena Kasper Bayerl, gestaltet wurde.
Karl Merkatz spielte zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen. Einem großen Publikum wurde er als „Mundl“ Edmund Sackbauer in der Fernsehserie Ein echter Wiener geht nicht unter (1975–1979) bekannt, einer Milieustudie, die das Leben einer Wiener Arbeiterfamilie zeigt. Großen Erfolg hatte er auch in Franz Antels Filmen um den Bockerer als Wiener Fleischhauer Karl Bockerer, der im Kampf gegen den Nationalsozialismus, im besetzten Nachkriegsösterreich, während des Ungarischen Volksaufstandes und im Prager Frühling gezeigt wird. Für den ersten Teil erhielt Merkatz den Preis als bester Schauspieler bei den Filmfestspielen Moskau sowie das Filmband in Gold.
Ab 2005 spielte er die Rolle des Benesch von Diedicz in König Ottokars Glück und Ende – die Inszenierung lief bei den Salzburger Festspielen und stand ab Oktober 2005 auf dem Programm des Wiener Burgtheaters. 2005 und 2006 übernahm er im Salzburger Jedermann zwei Rollen – Gott, den Herrn sowie den Armen Nachbarn.
In den 1970er Jahren hat Karl Merkatz auch gesungen und einige Schallplatten auf den Markt gebracht.
1981: Internationales Filmfestival Moskau: Bester Schauspieler (Der Bockerer, Teil 1)
1982: Deutscher Filmpreis: Filmband in Gold als bester Schauspieler (Der Bockerer, Teil 1)
1995: Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold für seine Verdienste an Wiener Theatern und als exzellenter Darsteller von wienerischen Typen
1995: Ehrenring von Wiener Neustadt
1996: Goldene Romy als beliebtester Schauspieler
1999: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst
2002: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich
2012: World Film Festival Montreal: Bester Schauspieler (Anfang 80)
2012: Zurich Film Festival: besondere Erwähnung (Anfang 80)
2013: Österreichischer Filmpreis: Bester männlicher Darsteller (Anfang 80)
2016: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
2017: Ehrenbürger der Stadt Wiener Neustadt