Karl Ludwig Graf von Nassau-Saarbrücken (* 6. Januar 1665 in Saarbrücken; † 6. Dezember 1723 in Idstein) war der Sohn des Grafen Gustav Adolf von Nassau-Saarbrücken und der Eleonore Clara, geborene Gräfin von Hohenlohe-Neuenstein.
Er wurde zunächst vom Bruder seiner Mutter, Wolfgang Julius von Hohenlohe-Neuenstein, erzogen und setzte seine Studien in Tübingen und Paris fort. Während sein Bruder Ludwig Crato in französische Dienste ging, entschied sich Karl Ludwig für den Dienst bei Markgrafen von Baireuth. 1686 wechselte er in kaiserliche Dienste und diente im Großen Türkenkrieg er als Offizier im Heer von Kaiser Leopold I. Er kämpfte in Mohacz, Ofen, Erlau, Kronstadt, Peterwardein, Belgrad und anderen. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg kämpfte er wieder in Deutschland. Zunächst 1689 als Freiwilliger in der kursächsischen Heeresabteilung des Grafen Reuß, dann ab 1691 bei den fränkischen Kreistruppen. Er blieb bis zum Ende des Kriegs 1697 und stieg bis zum Oberstleutnant auf. Es folgte der spanische Erbfolgekrieg, wo er 1702 im Gefecht bei Hüningen stand. Am 20. September 1703 geriet er bei Höchstädt, wurde aber bald ausgetauscht und kehrte zu seinem Regiment zurück. Mit dem Regiment nahm er dann an den folgenden Kämpfen teil.
Als sein Bruder Ludwig Crato 1713 verstarb, übernahm er die Regierung in Nassau-Saarbrücken. Im selben Jahr heiratete er Christiane Charlotte von Nassau-Ottweiler, die Tochter seines Cousins Friedrich Ludwig von Nassau-Ottweiler.
In seiner Regierungszeit förderte er die Industrialisierung seines Landes. Im Warndt baute er das Glashandwerk, das bereits unter Ludwig II. durch Ansiedlung von Hugenotten begründet wurde, weiter aus. In Sulzbach/Saar errichtete er die Salzwerke ab 1719 neu und ließ ein Gradierwerk errichten. Nach ihm wurde auch der neu gegründete Ort Karlingen benannt (heute französisch: Carling).
Als sein Cousin 2. Grades, Georg August Samuel von Nassau-Idstein, 1721 verstarb, übernahm er zusammen mit seinem Cousin und Schwiegervater, Friedrich Ludwig von Nassau-Ottweiler, die Regierungsgeschäfte in Nassau-Idstein-Wiesbaden. Dazu verlegte er kurzzeitig 1722 die Residenz nach Wiesbaden, kehrte aber noch im selben Jahr nach Saarbrücken zurück, um im darauffolgenden Jahr nach Idstein zu ziehen. Dort verstarb er 1723 und wurde am 21. Dezember in der Schlosskirche von Idstein beigesetzt. In der Schlosskirche in Saarbrücken erinnert an ihn ein Grabmal.
Da seine beiden Söhne im Kleinkindalter verstarben, ging die Herrschaft in Nassau-Saarbrücken an seinen Cousin und Schwiegervater Friedrich Ludwig von Nassau-Ottweiler über.
Ernst Joachim: Karl Ludwig von Nassau-Saarbrücken. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 15, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 311 f.
Albert Ruppersberg: Geschichte der Grafschaft Saarbrücken. Bd. 2, Saarbrücken 2. Aufl. 1910 (Nachdruck St. Ingbert 1979), S. 195–203
Nassau-Saarbrücken Karl Ludwig von in der Datenbank Saarland Biografien
Nassau-Saarbrücken, Karl Ludwig Graf von. Hessische Biografie. (Stand: 6. Januar 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).