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Karl Hofer

Deutscher Maler des Expressionismus (1878–1955)

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Karl Christian Ludwig Hofer (Schreibweise auch Carl Hofer; * 11. Oktober 1878 in Karlsruhe; † 3. April 1955 in Berlin) war ein deutscher Maler des Expressionismus und des expressiven Realismus. Er war Direktor der Berliner Hochschule für die bildenden Künste.

Karl Hofer wurde 1878 in Karlsruhe geboren. Sein Vater, der Militärmusiker Karl Friedrich Hofer, starb vier Wochen später an einem Lungenleiden. Da seine Mutter Ottilie (Schwester des Bildhauers Theodor Hengst und des Glasmalers Max Hengst) den Lebensunterhalt verdienen musste, wurde Karl ab 1879 bei zwei Großtanten untergebracht, bevor er 1892 in einem Waisenhaus lebte. Mit 14 Jahren begann er eine Buchhändlerlehre, die er drei Jahre später abschloss. 1896 lernte er den drei Jahre jüngeren Philosophen Leopold Ziegler kennen.

Im Jahr 1897 nahm Hofer das Studium der Malerei an der Kunstakademie Karlsruhe auf. Seine Begabung wurde frühzeitig erkannt, er erhielt ein Stipendium aus dem Stipendienfonds des Großherzogs von Baden. Nach der Berufung Hans Thomas an die Karlsruher Kunstakademie wurde Hofer 1899 dessen Schüler. Zu seinen zahlreichen Auslandsaufenthalten von 1897 bis 1900, wie u. a. in der Schweiz, gehört auch sein erster Aufenthalt in Paris 1899. Bei seinem zweiten Paris-Aufenthalt 1900 machte er die Bekanntschaft mit dem Kunsthistoriker und Schriftsteller Julius Meier-Graefe. Hofer wurde 1901 Meisterschüler bei Thoma und im Jahr darauf Meisterschüler bei Leopold von Kalckreuth an der Kgl. Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. In dieser Zeit begann seine Freundschaft mit dem Bildhauer Hermann Haller.

1903 heirateten Karl Hofer und Mathilde Scheinberger in Wien. Sie gehörte einer jüdischen Familie an, wurde aber nicht im jüdischen Glauben erzogen und trat später in die evangelische Kirche ein. Das Paar hatte drei Söhne: Karl Johannes Arnold, genannt Carlino (1904–1947), Titus Wolfgang (* 1905), der bereits drei Monate später verstarb, und Hans-Rudi (1911–1961).

1902 schloss Hofer einen Fünfjahresvertrag mit dem Schweizer Unternehmer und Mäzen Theodor Reinhart, in dem eine regelmäßige Unterstützung vereinbart wurde. Im Gegenzug erhielt Reinhart jedes Jahr zunächst drei, später vier Bilder Hofers. Der Vertrag wurde später um fünf Jahre bis 1913 verlängert. Reinharts Stipendium ermöglichte Karl und Mathilde Hofer die Übersiedlung nach Rom. Dort bewohnten die Hofers zunächst ein Studio in der Villa Strohl-Fern, das wurde dem Kunsthistoriker Heinrich Wölfflin überlassen, und um 1904 bezog die Familie die Nr. 98 in der Via Flaminia in Rom. Von 1908 bis 1913 lebte die Familie Hofer in Paris. Während dieser Zeit reiste Hofer zweimal, 1910/11 und 1911/12, nach Indien und zog schließlich mit seiner Familie 1913 nach Berlin.

Seit 1905 wurden Hofers Bilder regelmäßig auf Ausstellungen gezeigt, 1908 war er auf der Ausstellung der von Max Liebermann gegründeten „Berliner Secession“ vertreten. In Berlin wurde Hofer 1913 Mitglied der neuen „Freien Secession“ und war auf deren erster Ausstellung 1914 vertreten, zusammen mit Max Liebermann, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff.

Für Hofer veränderte sich das Leben schlagartig, als er bei einem Sommeraufenthalt 1914 in dem französischen Seebad Ambleteuse bei Boulogne kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit anderen Deutschen zusammen verhaftet wurde. Mathilde und die Söhne durften Ende 1914 nach Deutschland zurückkehren. Hofer wurde 1917 durch die Vermittlung von Reinhart in die Schweiz entlassen, zunächst nach Churwalden, dann nach Zürich. Nach dem Zwischenaufenthalt in der Schweiz kehrte er erst 1919 nach Deutschland zurück.

In Berlin sicherte ein Zweijahresvertrag mit der Kunsthandlung Cassirer vorerst seine Existenz, nachdem sein Gönner Reinhart im selben Jahr verstorben war. 1920 wurde er an die Akademische Hochschule für die bildenden Künste in Charlottenburg berufen, 1921 wurde er zum Professor ernannt. Die Hochschule für die bildenden Künste wurde 1924 mit der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums zu den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst zusammengeschlossen. In Anerkennung seiner Verdienste als Künstler und als Hochschullehrer wurde Hofer 1923 in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen.

Anfang der zwanziger Jahre nahm Karl Hofer eine Beziehung zu Elisabeth Schmidt auf, die er als Modell kennengelernt hatte. Im Sommer 1926 hatte er ein kurzfristiges Liebesverhältnis mit Ruth Wenger. Seit 1927 lebten Karl und Mathilde Hofer getrennt, blieben aber verheiratet.

Bereits vor 1933 hatte er sich gegen den Nationalsozialismus positioniert. So wandte er sich 1931 gegen Kritik in der von Goebbels herausgegebenen Zeitung Der Angriff, die behauptete, Hofer wäre Jude und würde dafür sorgen, dass der Staatspreis der Akademie der Künste an Juden vergeben werde. Im selben Jahr beteiligte er sich mit dem Beitrag Faschismus, die dunkle Reaktion! an der Umfrage Wie kämpfen wir gegen ein Drittes Reich? der Berliner Zeitung Welt am Abend. In diesem argumentierte er für eine überparteiliche Initiative gegen die NSDAP. Am 1. April 1933 wurde Hofer auf einem Plakat gemeinsam mit Oskar Schlemmer und weiteren Lehrern der Berliner Kunsthochschule als „Vertreter des zersetzenden liberalistisch-marxistisch-jüdischen Ungeistes“ diffamiert. Er wurde daraufhin beurlaubt und im Sommer 1934 entlassen.

Trotz seiner Ablehnung des Nationalsozialismus konnte Hofer seine Verfemung durch diesen zunächst nicht nachvollziehen, da er seine Kunst als deutsch verstand, und hielt seine Beurlaubung für einen Kollateralschaden. Noch in der Ausstellung der Berliner Secession im Sommer 1933 besagte das Katalogvorwort, dass sich in Hofers Kunst das Deutschtum offenbare. Zur selben Zeit beteiligte er sich mit dem Artikel Der Kampf um die Kunst an einer Reihe von Wortmeldungen zur deutschen Kunst in der Deutschen Allgemeinen Zeitung. Dort argumentierte er unter anderem, dass neben dem Militär kein Bereich der Gesellschaft so „judenfrei“ gewesen sei wie die Kunst. Er beschwor zudem die Gefahr, dass einzelne Künstler als national herausgestellt und die anderen damit der Vernichtung anheimfallen würden. Zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft versuchte also auch Hofer, auf deren Ideologie bis zu einem gewissen Grad einzugehen. Später blendete Hofer seinen Artikel in der DAZ aus, als er etwa seinen Freund Leopold Ziegler für seinen Versuch kritisierte, in einer Rede 1934 Ähnlichkeiten zwischen seiner Position und der Ideologie der Nationalsozialisten herauszustellen, um seine Berufung zum Rektor der Frankfurter Universität zu erreichen.

1937 wurde im Rahmen der deutschlandweiten konzertierten Aktion „Entartete Kunst“ Arbeiten Hofers aus einer Vielzahl von Museen und öffentlichen Sammlungen nachweislich 400 Arbeiten Hofers beschlagnahmt. Ein wesentlicher Teil davon ging zur „Verwertung“ auf dem Kunstmarkt an den Kunsthändler Bernhard A. Böhmer. 1937 wurden acht Werke in der NS-Propagandaausstellung „Entartete Kunst“ in München präsentiert. Heinz Lederer, der Chef der Landesleitung Berlin der Reichskammer der bildenden Künste, attestierte am 31. Januar 1938, Hofer habe sich

1938 wurde Hofer aus der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossen. Wegen der Ehe mit Mathilde, die nach den nationalsozialistischen Ehegesetzen als Jüdin galt, obwohl sie der evangelischen Kirche angehörte, drohte Karl Hofer auch der Ausschluss aus der Reichskammer der bildenden Künste. Im Juli 1938 wurde die Ehe von Karl und Mathilde Hofer auf Drängen Karl Hofers geschieden. Hofer lebte bereits seit den 1920er Jahren getrennt von seiner Familie und seit 1927 zusammen mit seinem Modell, Elisabeth Schmidt. Bereits 1931 und 1933 hatte er seine Ehefrau Mathilde zur Scheidung gedrängt, die jedoch nicht einwilligte, sodass die Gerichte die Scheidungsklage abwiesen. 1938 willigte Mathilde Hofer in den neuerlichen Scheidungswunsch Hofers ein, um dessen Karriere nicht im Wege zu stehen. Da die Bestätigung der Ehescheidung das Propagandaministerium spät erreichte, wurde Karl Hofer im Oktober 1938 zunächst aus der Reichskammer der bildenden Künste ausgeschlossen. Er durfte daraufhin seine Werke nicht mehr öffentlich im Kunsthandel oder auf Auktionen verkaufen. Im November 1938 heirateten Karl Hofer und die nach NS-Bestimmungen „arische“ Elisabeth Schmidt. Im Februar 1939 war Hofer vom Präsidenten der Reichskammer wieder in die Kammer aufgenommen worden.

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