Karl Heinrich Lang, seit 1808 Ritter von Lang, (* 7. Juni 1764 in Balgheim bei Nördlingen; † 26. März 1835 in Ansbach) war ein deutscher Historiker und Publizist.
Karl Heinrich Lang war das dritte von acht Kindern des Pfarrers Konstantin Lang (1732–1770) und dessen Ehefrau Sophie Buttersack. Sein Großvater (1696–1773) war Kammerdirektor des Grafen von Wallerstein. Seine frühe Bildung erwarb Lang durch verschiedene Familienmitglieder, Bekannte und im Selbststudium. Von April 1782 bis Ostern 1785 studierte er an der Universität Altdorf Jura. Anschließend arbeitete er zunächst unentgeltlich, später auf verschiedenen Stellen in der Verwaltungs- und Justizbehörde der Familie Oettingen-Spielberg bzw. Oettingen-Wallerstein. Seit Anfang 1787 gab er ein Oettingisches Wochenblatt heraus.
Im Juni 1788 verließ Lang seine Stellung und ging nach Wien. Dort verdiente er seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer bei verschiedenen adeligen Familien und war auch der Sekretär des württembergischen Gesandten am Wiener Hof. 1790 kehrte Lang nach Wallerstein zurück und wirkte im Hause Oettingen ebenfalls als Sekretär. Unzufrieden mit der Politik seines Dienstherrn ging Lang im Mai 1792 an die Universität Göttingen, wo er bis November 1793 Kameralwissenschaften und Politik studierte. Als Preisträger der Universität bekam er eine Anstellung im preußischen Staatsdienst.
Obwohl Lang in Göttingen begeisterter Anhänger der Ideen Justus Mösers, Christian Friedrich Spittlers, August Ludwig von Schlözers und Wilhelm Ludwig Wekhrlins geworden war, verstand er sich mit Minister Karl August von Hardenberg sehr gut. Im Jahre 1795 avancierte Lang zum Ersten Archivar in Bayreuth und als solcher heiratete er im darauffolgenden Jahr in Truppach Friederike Ammon, welche aber bereits nach einjähriger Ehe 1797 starb.
Im Jahr 1797 nahm Lang zusammen mit Hardenberg am Rastatter Kongress teil. Gefördert durch seinen Dienstherrn betraute man Lang 1798 (inzwischen Kriegs- und Domänenrat) die Bearbeitung und Verwaltung der Lehens- und kirchlichen Belange. 1799 heiratete Lang in zweiter Ehe Henriette Maria von Reitzenstein, eine Tochter des Oberforstmeisters Adam von Reitzenstein; mit ihr hatte er einen Sohn.
Im Jahre 1801 starb Langs zweite Ehefrau und nach dem obligaten Trauerjahr heiratete Lang 1802 in Erlangen Luise Sophie, die Witwe von Johann David Schöpf.
Als 1806 das Fürstentum Ansbach auf Wunsch Napoleons dem Königreich Bayern zugeschlagen worden war, wurde Lang in den bayerischen Staatsdienst übernommen. Man übertrug ihm die Leitung der Verwaltung des Rezatkreises, und der bayerische König Maximilian I. Joseph verlieh Lang 1808 das Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone, womit er in den bayerischen persönlichen Ritterstand erhoben wurde.
Als 1810 das neu errichtete Allgemeine Reichsarchiv in München seine Arbeit aufnahm, berief man Lang zu dessen Leitung. 1812 übernahm er den Vorsitz des Reichsheroldsamtes. Unzufrieden mit der politischen Lage in Bayern und auch durch die persönlichen Anfeindungen durch seine Arbeit, legte er seine Ämter nieder und verließ München. Als Regierungsdirektor kehrte er in den Rezatkreis zurück. Dort gründete er – sozusagen privat – mit dem Historischen Verein des Rezatkreises den ersten regionalen Geschichtsverein in Bayern.
Während seiner Arbeit am Adelsbuch des Königreichs Baiern im Jahr 1815 stieß Lang beim Durchsuchen von Archiven auf eine bedenkliche Urkunde, die einzelne Ordensmitglieder der Jesuiten „des unsittlichen Treibens“ offenbarte. Er veröffentlichte die Urkunde gleichen Jahres, um der Wiedereinführung der Jesuiten an Schulen entgegenzuwirken.
Im Jahr 1817 verließ Lang den bayerischen Staatsdienst. Seit 1817 war er auswärtiges Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 1822 wurde er als korrespondierendes Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.
Lang entfaltete eine breite publizistische und journalistische Tätigkeit und veröffentlichte mehrere historische Bücher. Auf ihn geht das Quellenwerk der Regesta Boica zurück. Bekannt wurde er in der Geschichtsforschung aber vor allem durch seine postum 1842 veröffentlichten Memoiren. In seinen Memoiren hat er die politischen Zustände und seine Zeitgenossen heftig kritisiert. Wegen des satirisch zugespitzten Stils hielt man dieses Werk lange Zeit für unwahr. Erst der Historiker Adalbert von Raumer (1891–1914) konnte nachweisen, dass alle Fakten durchaus auf historischen Tatsachen beruhen.
Memoiren des Karl Heinrich Ritters von Lang. Skizzen aus meinem Leben und Wirken, meinen Reisen und meiner Zeit. In zwei Theilen. Druck und Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1842. ISBN 3-7896-0399-6. (Band 10 der Bibliotheca Franconica. Faksimile der Ausgabe 1842, Palm & Enke, Erlangen 1984. Nachwort Heinrich von Mosch.)
Teil I, Braunschweig 1841 (books.google.de).
Teil II, Braunschweig 1842 (books.google.de).
Neuere Geschichte des Fürstenthums Baireuth.
Teil I: Vom Jahr 1486 bis zum Jahr 1527. Göttingen 1798 (books.google.de).
Teil II: Vom Jahr 1527 bis zum Jahr 1557. Göttingen 1801 (books.google.de).
Teil III: Regierungszeit des Markgrafen Georg Friedrich von 1557 bis 1603. Nürnberg 1811 (books.google.de)