Karl Thomas Robert Maria Franziskus Georg Bahnam Habsburg-Lothringen (* 11. Jänner 1961 in Starnberg) ist ein österreichischer Medienunternehmer, Land- und Forstwirt und ehemaliger Politiker (ÖVP). Von Jänner 2002 bis Jänner 2003 war er Generalsekretär der Organisation der nicht-repräsentierten Nationen und Völker (UNPO). Als Militärpilot der Luftstreitkräfte ist er Hauptmann der Miliz im österreichischen Bundesheer. Von 2014 bis 2020 war er Präsident der Kulturgüterschutz-Organisation Blue Shield International und davor von 2008 bis 2014 Vorsitzender der Vorgängerorganisation ANCBS (Association of National Committees of the Blue Shield).
Karl Habsburg war von 1986 bis 2024 Präsident der Paneuropa-Bewegung Österreich. Seitdem ist er ihr Ehrenpräsident. Von 1994 bis 2019 war er Mitglied des Präsidiums der Paneuropa-Union, ab 2015 als Vizepräsident. Außerdem ist er seit 1980 Gründer und Vorsitzender des „Paneuropakreises Alpen-Adria“.
Als ältester Sohn von Otto von Habsburg, dem letzten Kronprinzen von Österreich-Ungarn, und dessen Frau Regina, geborene Prinzessin von Sachsen-Meiningen, ist er von Geburt an Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies, dessen Souverän und Großmeister er seit dem 30. November 2000 ist. Seit dem 1. Jänner 2007 ist er familienintern das Oberhaupt der Familie Habsburg.
Habsburg wuchs in Bayern auf, wo seine Eltern seit 1954 in Pöcking am Starnberger See die Villa Austria bewohnten. In seinen ersten Lebensjahren bestand gegen die Familie ein Einreiseverbot nach Österreich. Mit seinen Geschwistern reiste er 1968 erstmals nach Österreich. Habsburg absolvierte die Volksschule in Pöcking und anschließend das neusprachliche Gymnasium in Tutzing.
Im Alter von 20 Jahren zog Karl Habsburg-Lothringen nach Anif bei Salzburg. 1981 begann er an der Paris-Lodron-Universität Salzburg ein Studium der Rechtswissenschaften, 1983 nahm er zusätzlich das Studium von Spanisch und Politikwissenschaften auf. Das rechtswissenschaftliche Studium beendete er 1993 ohne Abschluss und nahm stattdessen ein Studium irregulare auf, das Elemente der Alten Geschichte mit rechtswissenschaftlichen Aspekten kombinierte. 2012 gab er in einem Imagevideo der Privatuniversität IMADEC University auf Youtube ein Interview anlässlich des Abschlusses mehrere Kurse dort. Sie behandelten unter anderem das Thema "Conflict Resolution" und bereiteten, so Herr Habsburg, auf eine Tätigkeit als Mediator vor, vermittelten aber auch allgemein nutzbare Fähigkeiten. Laut eigenem Internetauftritt immatrikulierte er sich 2011 an einer nicht genannten Bildungseinrichtung für drei Studiengänge im Bereich Betriebswirtschaft und Rechtswissenschaft, welche er 2012 abschloss. Seinen Militärdienst leistete Karl Habsburg beim Bundesheer ab, wo er als Einjährig-Freiwilliger die Piloten-Ausbildung machte und aktuell (Stand: 2011) Hauptmann der Reserve in der Fliegertruppe ist.
Berufsleben und politische Funktionen
In den frühen 1980er-Jahren war er Assistent von Alfons Goppel im Europaparlament für Fragen der Rechte ethnischer Minderheiten in Europa. Goppel war politisch eng mit Otto von Habsburg verbunden und zeitgleich mit diesem in das EU-Parlament eingezogen.
Seit seiner Jugend ist Habsburg in der Paneuropa-Union aktiv, 1986 übernahm er die Position des Präsidenten des österreichischen Ablegers. Im Mai 1990 leitete Habsburg persönlich einen Hilfskonvoi nach Vilnius mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und Bekleidung als Vertreter der Paneuropa-Union, als Reaktion auf die von der Sowjetunion verhängte Rohstoffblockade nach dem Ausruf der Unabhängigkeit Litauens im März 1990. 1991 organisierte er internationale Hilfe gegen die Zerstörungen in Dubrovnik und im ehemaligen Jugoslawien.
Mit Blick auf seinen geplanten Einstieg in die Politik leitete Habsburg vom September 1992 bis April 1993 kurzzeitig einige Folgen einer neuen Fernsehquizshow im öffentlich-rechtlichen Sender ORF („Who is Who“), die ihm zu öffentlicher Bekanntheit verhelfen sollte: „Ich habe natürlich auch meine Tätigkeit beim Fernsehen unter dem Aspekt gesehen […] Und wenn ich in Österreich auch politisch tätig werden mochte […], da ist ein Bekanntheitsgrad immer etwas Wichtiges. So etwas trägt enorm dazu bei, dass man einen gewissen Bekanntheitsgrad hat.“
Habsburg war für die ÖVP neben seiner Tätigkeit als enger Mitarbeiter des Salzburger Landeshauptmanns Wilfried Haslauer senior nach einem sehr erfolgreichen Vorzugsstimmenwahlkampf von 1996 bis 1999 Abgeordneter des Europäischen Parlaments und setzte sich besonders für Minderheiten ein. Er sorgte für Aufsehen, als er das Abtreibungsmedikament Mifegyne mit der Todesstrafe verglich.
Seine politische Karriere endete mit dem sogenannten World-Vision-Spendenskandal. Dabei wurden u. a. von Wolfgang Krones, dem damaligen Generalsekretär von Paneuropa Österreich, Spenden von World Vision Österreich – Christliches Hilfswerk u. a. zu Paneuropa umgeleitet. Ein Prüfbericht von KPMG bestätigte Geldflüsse von rund 640.000 Schilling (rund 46.500 Euro), ein Teil davon floss 1996 in Habsburgs Wahlkampf. 2004 wurde Krones rechtskräftig verurteilt. Karl Habsburg wurde in diesem Zusammenhang von manchen Journalisten eine zu geringe Überwachung seines Generalsekretärs zur Last gelegt. Sein Vater, Otto Habsburg, wurde heftig kritisiert, als er die Vorwürfe und Rücktrittsaufforderungen gegen Karl Habsburg mit der nationalsozialistischen Judenverfolgung verglich. Erst 2004 zahlte Karl Habsburg jene 36.899 Euro an den Nachfolgeverein World Vision – Gesellschaft für Entwicklungshilfe und Völkerverständigung zurück, die – laut Habsburg ohne sein Wissen – in die Finanzierung seines Wahlkampfs geflossen waren.
Karl Habsburg wurde 1999 wegen versuchten Schmuggels eines Diadems im Jahr 1996 schuldig gesprochen. Der Berufungssenat der Finanzlandesdirektion für Vorarlberg bestätigte das Erkenntnis der ersten Instanz vollinhaltlich. Habsburg musste insgesamt 180.000 Schilling (13.081 Euro) Strafe bezahlen. In einer ersten Stellungnahme räumte der ehemalige ÖVP-EU-Abgeordnete ein, er habe „vielleicht einen Fehler gemacht“. Er habe aber jedenfalls nie etwas schmuggeln wollen. Für Richter Erich Wieder, Vorsitzender des Berufungssenates, hat Habsburg aber keineswegs aus Unwissenheit, sondern mit Vorsatz gehandelt.
Nachdem die ÖVP Karl Habsburg-Lothringen nicht wieder für die Europawahlen aufgestellt hatte, verfehlte er 1999 mit der eigenen Liste CSA – Christlich Soziale Allianz (Liste Karl Habsburg) (1,54 %) den Wiedereinzug in das Europäische Parlament.
Habsburg ist Medienconsultant mit Projekten in Osteuropa und den Niederlanden bzw. Miteigentümer von Fernseh- und Radiostationen in den Niederlanden (z. B. Radio 10, SLAM!-TV), in Mittel- und Osteuropa sowie Land- und Forstwirt. Das Digitalradio SoundTraxx ist zum Beispiel ein Medienprojekt Habsburgs in Bulgarien bzw. der Ukraine und sendet Filmmusik. Er ist Mehrheitsgesellschafter einer Medienholding, die in der Ukraine Kraina FM betreibt, den nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 einzigen ukrainischen Radiosender mit selbstgestaltetem Programm. Habsburg war ein persönlicher Freund Alexei Nawalnys und äußerte sich wiederholt kritisch gegenüber der Politik Wladimir Putins.
Am 24. Juni 2026 traf er Petr Pavel in dessen Amtsräumen auf der Prager Burg. Dieses Treffen war nicht nur das erste Treffen zwischen dem tschechischen Präsidenten und einem Mitglied des ehemaligen Herrscherhaues, es war auch der erste offizielle Besuch des Chefs des Hauses Habsburg auf dem Hradschin seit 1918.
Von 2008 bis 2014 war Habsburg Vorsitzender der Association of National Committees of the Blue Shield mit Sitz in Den Haag bzw. von 2014 bis 2020 Präsident der Nachfolgeorganisation Blue Shield International. Für das Blaue-Schild-Komitee leitete er wiederholt Fact Finding Missions im Nahen Osten – so etwa 2011 in Ägypten und Libyen, um Zerstörungen und Plünderungen während der dortigen Revolutionen zu dokumentieren. In Mali leitete Habsburg die Ausbildung von malischen Offizieren für den Kulturgüterschutz. Er kann diesbezüglich auch auf Erfahrungen zu einer Mission im ersten Afghanistan-Krieg Mitte der 1980er Jahre über die kriegsrechtlichen Beurteilungen von damals neuen Waffensystemen (vergleiche Mini-Kalaschnikow) zurückgreifen. Dazu ist Habsburg Kulturgüterschutz-Offizier beim österreichischen Bundesheer mit Zuteilung zum Institut für Human- und Sozialwissenschaften.