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Karl Günther (Tiermediziner)

Deutscher Tiermediziner

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Karl Wilhelm Adalbert Günther, auch Carl Günther (* 28. Juli 1822 in Hannover; † 13. oder 14. Juli 1896 in Winne bei Wernshausen) war ein deutscher Tiermediziner.

Karl Günther war der Sohn des Lehrers und späteren Direktors der Hannoverschen Tierarzneischule (heute Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover) Friedrich Günter und dessen Ehefrau Dorothee Friederike Luise (1793–1864), die Tochter des Guts-Admodiateurs Johann Gottfried Dittmar; er hatte noch einen Bruder, die die juristische Laufbahn einschlug und Oberlandesgerichtsrat wurde.

Am 8. Oktober 1850 heiratete er Mathilde (geb. Wedekind) († 1895), die Tochter eines Fabrikanten aus Hannover; gemeinsam hatten sie zwei Söhne und zwei Töchter.

Er wohnte anfangs mit der Familie in Hannover in der Taubenstr. 9. Als er bei seinem Sohn auf der Domäne Winne starb, war er am Georgsplatz 18 in Hannover gemeldet.

Karl Günther verstarb an einer Darmperforation und wurde nach einer Überführung auf dem Engesohder Kirchhof (siehe Stadtfriedhof Engesohde) in Hannover beigesetzt.

Karl Günther besuchte die Privatschule von Ernst Thierbach und das Lyzeum (siehe Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Hannover) in Hannover; nach dem Schulbesuch bildete er sich innerhalb von zwei Jahren beim Amtmann Toppius in Eldagsen in der Landwirtschaft aus und somit auf seinen späteren Beruf als Tierarzt vor.

An Ostern 1841 kam er an die Tierarzneischule in Hannover, deren Lehrpersonal nur aus dem Direktor Ulrich Friedrich Hausmann und seinem Vater Friedrich Günther als Vize-Direktor.

Hausmann unterrichtete im Wintersemester über Osteologie, Beurteilung des Pferdes und theoretische Hufbeschlagkunde und im Sommer über Naturgeschichte der Wirbeltiere und Naturlehre und über äußere und innere Krankheiten. Sein Vater unterrichtete im Winter über Anatomie, Physiologie sowie Geburtshilfe und hielt anatomische und Operationsübungen ab, im Sommer dagegen unterrichtete er die Studenten in Botanik, Chemie, gerichtliche Tierheilkunde und Arzneimittellehre; unterstützt wurden die beiden durch den Sohn des Direktors, der das vermittelte Wissen in der Osteologie und Syndesmose wiederholte. Weil es keine klinischen Einrichtungen gab, bestand die praktische Ausbildung der Studenten in der Mitbesichtigung von Patienten, die dem Direktor Hausmann zugeführt wurden und in der Hilfeleistung bei Operationen. Das vermittelte Wissen wurde auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten, weil die Studenten mit sehr wenigen Kenntnissen bereits aufgenommen wurden.

An Ostern 1843 bestand Karl Günther die tierärztliche Maturitätsprüfung und besuchte darauf noch ein Jahr lang die Berliner Tierarzneischule (siehe Anatomisches Theater der Tierarzneischule) und erhielt Unterricht bei Ernst Friedrich Gurlt als Anatom, Joachim Friedrich Christian Dieterichs als Chirurg sowie Hugo Hertwig und Werner Theodor Joseph Spinola (1802–1872) als Kliniker.

Zur weiteren Vervollständigung seiner Ausbildung reiste er im Frühjahr 1844 für ein Jahr zur Nationalen Veterinärschule (siehe École nationale vétérinaire d’Alfort) nach Maisons-Alfort in Frankreich und hatte Unterricht beim Direktor Eugene Renault (1805–1863), dem Anatom Félix Jean Jacques Rigot (1803–1847), dem Kliniker Henri-Onésime Delafond (1805–1861) und dem Hygieniker Jean-Henri Magne (1804–1885); anschließend hielt er sich an den Veterinärschulen in Toulouse und Lyon auf und reiste dann weiter an die Tierarzneischule in Stuttgart zum Direktor Eduard Hering sowie nach München zum Anatom Konrad Ludwig Schwab und abschließend nach Wien an das Tierarznei-Institut zu Georg Strauß (1800–1845).

Im August 1845 kehrte er wieder nach Hannover zurück und beschäftigte sich unter anderem mit Untersuchungen über die Lähmung von Oberschulternerven und veröffentlichte hierzu seine Ergebnisse 1865 im Magazin für die gesammte Thierheilkunde. Es ist sein Verdienst die Paralyse des Nervus suprascapularis diagnostisch und in der Hauptsache auch ätiologisch erforscht zu haben; er gab dadurch Anregungen zur Feststellung anderer durch Nervenlähmung veranlasster Lahmheiten.

Am 29. Oktober 1845 wurde er für ein Jahr als interimistischer Lehrer der Chirurgie an die Berliner Tierarzneischule berufen und hielt neben Vorlesungen über Chirurgie auch Operationsübungen ab. Am 20. Februar 1846 wurde er bereits wieder, auf eigenen Wunsch, entlassen, um als Hilfslehrer an der Tierarzneischule in Hannover tätig zu werden.

Nachdem Direktor Hausmann verstorben war, wurde Friedrich Günther im November 1847 zum Direktor und sein Sohn zum zweiten Hauptlehrer ernannt. Nachdem die Studienzeit auf fünf Semester festgelegt worden war, wurden noch ein Hilfslehrer für Fachdisziplinen und ein Hilfslehrer für die Hilfswissenschaften angestellt.

Eine der ersten Neuerungen in der Tierarzneischule, war der Bau einer Hospitalklinik mit Stallräumen sowie einer Anatomie- und Operationshalle und eine Instruktionsschmiede.

1853 wurde im Königreich Hannover das Studium auf drei Jahre erhöht und eine staatliche Prüfungsordnung für Tierärzte erlassen.

Karl Günther hielt in den Jahren von 1847 bis 1859 Vorlesungen über Anatomie, Chirurgie, gerichtliche und polizeiliche Tierheilkunde und leitete die Sezierübungen sowie die externe Klinik und, gemeinsam mit seinem Vater auch die stationäre Klinik und die Operationsübungen; in dieser Zeit veröffentlichte er 1851 im Journal des vétérinaires du midi einen französischen Beitrag Über die Behandlung der Strychninvergiftung mit Opium. Zusätzlich beschäftigte er sich, gemeinsam mit seinem Vater, mit der Bearbeitung der Schrift Beurteilungslehre des Pferdes und veröffentlichte 1859 hierzu ein umfangreiches Werk, unter anderem auch zu Zahnkrankheiten; gemeinsam erstellte er mit seinem Vater eine Kollektion kranker Gebisse, die im Besitz des Museums der Tierärztlichen Hochschule Hannover verblieb.

Nachdem sein Vater im März 1858 aus gesundheitlichen Gründen pensioniert worden war, übernahm Karl Günther die Geschäfte des Direktors sowie die Vorlesungen seines Vaters.

1859 wurde Andreas Christian Gerlach aus Berlin als Direktor an die Tierarzneischule nach Hannover berufen; dies führte dazu, dass Karl Günther weiterhin Unterricht in Anatomie und der gesamten Chirurgie gab, dazu hielt er Vorträge zum Exterieur des Pferdes und über Geburtshilfe. Anfänglich hatte er auch noch die Leitung der ambulatorischen Klinik, musste diese jedoch 1863 an den Hauptlehrer Carsten Harms abgeben, der auch die Operationsübungen übernahm. Mit der Abgabe der Klinikleitung bekam er nun zusätzlich die Aufgabe noch Vorträge über Pferdezucht und Hufbeschlag zu halten.

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