An diesem Tag

Karl Friedrich Franciscus von Steinmetz

Preußischer Generalleutnant und Kartograf

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Karl Friedrich Franciscus von Steinmetz (* 26. Oktober 1768 in Namslau; † 11. März 1837 in Potsdam) war ein preußischer Generalleutnant und Kartograf. Er war der Onkel des Generalfeldmarschalls Karl Friedrich von Steinmetz.

Er war der Sohn von Johann Werner von Steinmetz (1727–1778), gebürtig aus der Landgrafschaft Hessen-Kassel und der Ritterschaft des Eichsfeldes angehörend, und der aus Breslau stammenden Maria Magdalena, geborene Held (1736–1796). Sie bekamen vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter. Sein Vater kämpfte im Siebenjährigen Krieg im preußischen Heer. Nach mehreren Verwundungen wurde er in ein Garnisons-Bataillon versetzt. Bei Ausbruch des Bayerischen Erbfolgekrieges erhielt er die Erlaubnis, ein Freibataillon aufzustellen und als Oberstleutnant zu befehligen. Am 24. November 1778 fiel er an der Spitze seines Bataillons in einem Gefecht bei Komeise in der Nähe von Jägerndorf. In Anerkennung seiner Verdienste teilte der König Friedrich II. persönlich der Witwe mit Bedauern den Verlust an und bewilligte ihr eine Pension. Zugleich befahl er, dass die zwei Söhne im Kadettenkorps aufgenommen und erzogen werden sollen. Zu Ehren des Vaters wurde ihm ein Gedicht gewidmet, das in Steinmetz' Wohnung hing und folgenden Wortlaut hat.

Steinmetz wurde zu Hause von einem Hofmeister unterrichtet und kam am 30. September 1781, wie es der Befehl des Königs war, in die Kadettenanstalt Berlin. Der Ruhm des Vaters, die Anerkennung seiner Verdienste durch den König, so wie die häufigen Anfragen hoher Offiziere der alten Armee und selbst des späteren Königs Friedrich Wilhelm III., ob er der Sohn des bei Komeise gebliebenen Oberstleutnant sei, waren sein Ansporn in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und ein rechtschaffener Offizier zu werden. Er entsprach allen Anforderungen im wissenschaftlichen Bereich, aber nicht den physischen, da es ihm an Körpergröße fehlte. So wurde er bei allen Vorstellungen für den Eintritt in das Heer zurückgewiesen. Im März 1787 kam Steinmetz nach Potsdam als Kadett in das Bataillon Königs Grenadier-Garde des Generals von Rohdich. Am 15. Juni desselben Jahres aber wurde er, wegen eines für ihn vorteilhaften Berichtes seines Kommandeurs General von Rohdich, nach Treuenbrietzen in das Füsilierbataillon von Bork versetzt. Dort wurde er, ohne vorher Junker gewesen zu sein, vom Kadetten zum Secondeleutnant.

Das außerdienstliche Leben des Offizierskorps in der Garnison Treuenbrietzen, wo General von Scholten 1781 eine Akademie und dazu die Gesellschaft der Freunde der Wissenschaft und des guten Geschmacks gegründet hatte, förderte seine Neigungen mit der Beschäftigung von Wissenschaft, Malerei und Musik. So lernte er perfekt Violine zu spielen. Dieses Leben wurde 1790 durch eine Mobilmachung mit einem anschließenden Marsch an die Grenze von Böhmen und 1791 mit einer zweiten Mobilmachung und anschließendem Marsch nach Pommern unterbrochen. Hier machte Steinmetz seine ersten militärischen Erfahrungen außerhalb der Garnison.

Im Mai des Jahres 1794 marschierte sein Bataillon im Feldzug dieses Jahres an den Rhein, ohne dabei in nennenswerte kriegerische Handlungen verwickelt zu werden. Dafür bekam er die Gelegenheit, einen großen Teil von Deutschland kennenzulernen. Im Winter 1794 stand seine Einheit bei Mainz und er fand neben dem militärischen Dienst noch Muse, sich den Künsten hinzugeben. So sah er in Frankfurt Die Zauberflöte, die ihn inspirierte, selbst Flöte blasen zu lernen, da seine Violine nur schwer zu befördern war. Mit dem Basler Frieden 1795 gehörte sein Bataillon zu den Demarkationstruppen im Herzogtum Westfalen und wurde im Winter 1795 auf 1796 weitläufig bei Feuchtwangen stationiert.

Vermessung des Herzogtums Westfalen

Von 1796 bis 1805 war er, mit einigen Unterbrechungen, mit der von General von Le Coq geleiteten Vermessung des Herzogtums Westfalen beschäftigt. Hier konnte er nun zum ersten Mal sein geistiges Wissen und Können anwenden. So waren die Vermessungen der Grafschaften Rietberg und Steinfurt sowie der Fürstentümer Paderborn und Waldeck sein Werk. Den Winter 1799 verbrachte er in Ringenberg, wo er sich schriftstellerisch in statistischen und militärischen Schriften, hauptsächlich über Westfalen, betätigte. Über diese Schriften wurde später in der Vereinigung Militärische Gesellschaft, deren Mitglied Steinmetz war, diskutiert. 1800 ließ er seine Familie nachkommen und begann damit, seine Töchter, so wie ihm Zeit blieb, zu unterrichten. In der Befürchtung einer britischen Landung an der Nordseeküste, wurden Truppenkorps zusammengezogen und so kam Steinmetz über Lingen (Ems) und Aurich ins Harlingerland. Doch schon im Juli konnte er zur Vermessung zurückkehren. In Warburg beschäftigt, wurde er 1804 nach Potsdam zum Generalstabsexamen berufen. Wissend, dass für ihn mit einer so großen Familie und keinem Vermögen der Eintritt in den Generalstab nicht annehmbar sei, unterwarf er sich dennoch dem Examen und bestand.

Als im Herbst 1805 die Vermessung abgeschlossen war, wurde er nach Hildesheim versetzt. Doch kaum da angekommen musste Steinmetz, inzwischen zum Premier-Leutnant befördert, die Formierung eines Depots für sein Bataillon in Magdeburg übernehmen und am 1. Januar 1806 wurde er, im Rang eines Hauptmanns, als Vize-Kommandant in den Stab der Berliner Kadettenanstalt versetzt. Einen Monat später verstarb seine Frau. Da im Oktober 1806 infolge des Feldzuges von 1806 Berlin von den napoleonischen Truppen besetzt war, wurden die Kadetten nach Königsberg verlegt. Steinmetz erhielt den Befehl in Fischhausen das 2. Pommersche Reserve-Bataillon aufzustellen, mit dem er den zur Sicherung des königlichen Hauses nach Memel rückte. Als im März 1807 die Belagerung Kolbergs bevorstand, sollte er mit seinem Bataillon die Besatzung der Festung verstärken. Damit seine noch unerfahrenen Soldaten Erfahrungen sammeln konnten, leitete Steinmetz die Einschiffung am 23. März nach Pommern mit einem Manöver ein.

Am 26. April 1807 in Kolberg, das seit dem 14. März belagert wurde, mit vierzehn Offizieren und 540 Mann angekommen, wurde sein Bataillon am 29. April ins Gefecht geschickt. Es übernahm die Verteidigung eines Teils der Lauenburger Vorstadt und des Cörliner Dammes. Am 17. Mai trug es zur Wiedereroberung der Wolfsbergschanze bei. Nach dem Tod von Waldenfels am 15. Juni, ernannte der Festungskommandant Major von Gneisenau Steinmetz zum zweiten Kommandanten.

Gneisenau schrieb an den König:

Nach der erfolgreichen Abwehr der Belagerung wurde er mit der Kabinettsorder als zweiter Kommandant bestätigt und mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet. Am 16. August 1807 wurde er, nach Gneisenaus Abgang zur Heeres-Neuorganisation, vom König zum Kommandanten der Festung ernannt.

Der König schrieb am 25. Juli aus Memel an Gneisenau:

Sein Bataillon wurde als das 1. Bataillon in das Leibgrenadierregiment übernommen. Nach seiner Ernennung zum Kommandanten, wurde er zum Major befördert. Seit dem Ende der Belagerung kamen immer mehr Streitigkeiten zwischen den Bürgern und dem Militär, so wurden zum Beispiel Soldaten in Wohnhäusern untergebracht, auf und auch Joachim Nettelbeck äußerte sich kritisch über einzelne Begebenheiten, Personen und Offiziere. Als sich dann doch einzelne Offiziere Dinge zu Schulden kommen lassen hatten, steigerte sich der Unwille zur Versöhnung beider Seiten.

Nettelbeck schrieb im November an Gneisenau:

Steinmetz versuchte das Problem zu lösen, er war aber ohne Einfluss auf die Bürgerschaft und bekam in seiner militärischen Stellung keine Hilfe von seinem Vorgesetzten General von Blücher. Sei es nun, dass der General ihm damals abgeneigt war, oder wie er dazu meinte,

gelöst wurden sie dadurch aber nicht. Um die schuldigen Offiziere zu bestrafen, schickte er einen Antrag an Blücher, der aber die Genehmigung mit den Worten,

verweigerte. In der Garnison wurde dem Alkohol zugesprochen, so dass Steinmetz vom König zur Verantwortung gezogen wurde. Gneisenau schrieb daraufhin an alle Bataillonskommandeure harte Worte, die auch wirkten. Da die Zeitungen immer mehr Berichte über die Streitigkeiten in Kolberg druckten, schickte der König im Juni 1808 eine Kommission nach Kolberg. Die entschied am 1. Juli nach eingehender Untersuchung für das Militär und gegen die Bürger. Fortan entspannte sich das Verhältnis und Steinmetz und Gneisenau wurden als Mitglied in die Bürgerschaft aufgenommen. Im September 1808, seines Amtes als Kommandant müde geworden, beantragte er seine Versetzung, die auch noch vor Jahresende erfolgte. Im Juni 1810 bekam er das Kommando über das Colbergsche Infanterie-Regiment, welches die Kontinentalsperre vom Peenestrom bis nach Rügenwalde aufrechterhalten sollte.

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