Karl-Heinz Jungbluth (* 10. Juni 1931 in Erfurt; † 6. Januar 2026 in Hamburg) war ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer.
Karl-Heinz Jungbluth wurde in Erfurt geboren, nach seinem Abitur siedelte die Familie nach Nordrhein-Westfalen über. Mit Hilfe eines Leistungsstipendiums begann er ein Medizinstudium an der Universität zu Köln. Nebenher arbeitete er im Kohlebergbau. 1957 wurde Jungbluth promoviert und arbeitete danach in Krankenhäusern in Heidelberg, Köln und Recklinghausen. 1969 folgte die Habilitation an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Dort wirkte er von 1969 bis 1973 als Oberarzt an der Chirurgischen Klinik.
1973 folgte Jungbluth einem Ruf an die Universität Hamburg und übernahm am 1. Juli des Jahres den Lehrstuhl für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Er war maßgeblich am Auf- und Ausbau der Abteilung beteiligt, ehe er Ende 1997 emeritiert wurde.
Jungbluth entwickelte die nach ihm benannte „Jungbluth-Becken-Zange“. Seine Forschungsergebnisse fanden Niederschlag in zahlreichen Publikationen. Er war Mitgründer und Herausgeber der Fachzeitschrift Der Unfallchirurg (heute Die Unfallchirurgie) und Ehrenmitglied verschiedener nationaler und internationaler Gesellschaften. 1998 fungierte Jungbluth als Präsident der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie in Berlin, 1995 saß er der Jahrestagung der Vereinigung Norddeutscher Chirurgen in Hamburg vor.
Im Ruhestand studierte Jungbluth Archäologie und unternahm Studienreisen in den Nahen Osten. Er verstarb im Alter von 94 Jahren und wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt.
Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie
Joachim-Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften (seit 1981)
Akademie der Wissenschaften in Hamburg (seit 2005)
1956: Untersuchungen über die Konstitution der in den Fischtranen vorkommenden Polyensäuren (Dissertationsschrift)
1969: Quantitative Bestimmung der Knochendurchblutung und selektive Szintigraphie mit Fluor-18 (Habilitationsschrift)
als Mitverfasser (herausgegeben von der Universitätsbibliothek der Universität Stuttgart)
2009: Temperatur-Zeit-Verläufe beim Bohren und Schneiden mit dem fasergeführten Excimerlaser (308 nm) im umgebenden Gewebe
2009: Schneiden und Bohren von Knochen- und Knorpelgewebe mit Excimerlasern
2009: Photoablation von biologischem Hartgewebe durch Excimer-Laserstrahlung
2009: Laser als Ersatz für Säge und Schere in der Unfallchirurgie? : eine vergleichende experimentelle Studie
2009: Knochenablation mit fasergeführtem XeCl-Excimerlaserstrahl
2009: Fluoreszenzspektroskopische Gewebeidentifikation zur gezielten Gewebeabtragung mit dem Excimerlaser (308 nm)
2009: Excimerlaser und Taperfaser : ein effizientes Instrument für die Ablation von Knorpel- und Knochengewebe