Karl, auch in der Schreibweise Carl, ist ein männlicher Vorname.
Die Herkunft des Namens Karl ist nicht endgültig geklärt.
Meist wird der Name vom althochdeutschen karal („Mann, Ehemann, Geliebter“) hergeleitet wie auch das Wort Kerl. Dies geht seinerseits zurück auf urgermanisch *karlaz oder *karilaz („freier Mann; kleiner, junger Mann; alter Mann“, eigentlich eine Diminutivbildung zu *karaz „Mann“). Dies wird jedoch vielfach als Fehlinterpretation angesehen. Stattdessen wird eine Herleitung vom germanischen Element heri „Armee“ vermutet.
Carl gilt als latinisierte Schreibweise und ist im 16. Jahrhundert als Carles belegt (von lateinisch Carolus, vgl. französisch und englisch Charles). Die Bedeutungsentwicklung vom urgermanischen zum althochdeutschen Wort lässt sich aus einer kosenden Verwendung erklären, die über „mein kleiner Mann“ zu „lieber Gatte“ geführt hat. Eine Verkleinerungsform zu Karl lautet Karlchen und wird als Spitzname gebraucht.
kath.: 6. Januar – Sel. Karl von Sezze, Franziskaner zu Rom, Märtyrer
kath., ev.: 28. Januar – Hl. Karl der Große, Römischer Kaiser, Reichstifter
kath.,: 29. Januar – Sel. Karl von Villers, Abt in Villers und Lanaken
kath.: 2. März – Hl. Karl der Gute von Flandern, Märtyrer des Friedens
kath.: 3. Juni – Hl. Karl Lwanga, ugandischer Märtyrer
kath.: 12. August – Sel. Karl Leisner, deutscher Märtyrer im KZ Dachau
angl.: 30. August – Karl I. von England, König von England, Schottland und Irland
kath.: 24. August – Hl. Karl von Borango, österreichischer Ordensmann, Missionar, Märtyrer auf Saipan
ev.: 20. Oktober – Karl Segebrock, deutsch-baltischer Missionar und Märtyrer
kath.: 21. Oktober – Sel. Karl I. von Österreich-Ungarn, letzter Kaiser von Österreich-Ungarn
kath.: 4. November – Hl. Karl Borromäus, Kardinal, Erzbischof von Mailand und Gegenreformator
kath.: 13. November – Sel. Carl Lampert, deutscher Märtyrer der NS-Zeit
Der Name Karl war zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr beliebt. Ungewöhnlich lang, nämlich von 1890 bis Ende der 1930er Jahre, konnte er sich in den Top 10 der meistvergebenen Namen halten und war dabei oft auf Platz eins. Seit den späten 1950er Jahren sank die Beliebtheit stark. Nach einem Tiefpunkt Anfang der 1990er Jahre wurden allmählich wieder mehr Neugeborene Karl genannt. Im Jahr 2021 belegte Karl/Carl Rang 28 der beliebtesten Jungenvornamen Deutschlands. Als Zweitname belegte er sogar Rang 5. In Ostdeutschland belegte er Rang 3 bei den beliebtesten Rufnamen.
In Deutschland tragen derzeit etwa 63 % aller Namensträger die Schreibweise Karl und etwa 37 % die Variante Carl. Seit 2010 wurde der Name rund 18.700 Mal gewählt.