An diesem Tag

Karin Kneissl

Österreichische Diplomatin, Nahostexpertin und Buchautorin sowie ehemalige Außenministerin

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Karin Kneissl (* 18. Jänner 1965 in Wien) ist eine ehemalige österreichische Politikerin (parteilos), Diplomatin und Buchautorin, die in Russland lebt. Von Dezember 2017 bis Juni 2019 war sie Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres (nominiert von der FPÖ).

Kneissl steht wegen ihres Verhältnisses zum russischen Präsidenten Wladimir Putin seit dem Jahr 2018 in der Kritik. Ab Mai 2020 war sie als Gastautorin für den staatlichen russischen Propagandasender RT tätig. Von Juni 2021 bis Mai 2022 war sie Aufsichtsrätin im russischen Ölkonzern Rosneft. Im Juni 2023 wurde sie Präsidentin des neu gegründeten staatsnahen russischen Thinktanks Gorki in St. Petersburg und zog dauerhaft nach Russland.

Einen Teil ihrer Kindheit verbrachte Kneissl in Amman, wo ihr Vater als Pilot für den jordanischen König Hussein I. tätig und am Aufbau der nationalen Fluggesellschaft ALIA (Vorläuferin der Royal Jordanian) beteiligt war. Von 1983 bis 1987 studierte sie Jus und Arabistik an der Universität Wien, was sie mit Magister iuris und einem Diplom der Vereinten Nationen in Arabisch abschloss.

In ihrer Jugend- und Studentenzeit war sie unter anderem für Amnesty International aktiv und unterstützte weltweit Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen.

Anschließend recherchierte sie für ihre Dissertation im Völkerrecht über den Grenzbegriff der Konfliktparteien im Nahen Osten. Stationen waren die Hebräische Universität von Jerusalem und eine Universität in Amman. Während des Studiums arbeitete sie als Volontärin im Hospiz St. Louis in Jerusalem und in einer Bank in Amman. Mit einem Fulbright-Stipendium war sie von 1989 bis 1991 am Center for Contemporary Arab Studies an der Georgetown University in Washington, D.C. 1991/1992 absolvierte sie den cycle international der École nationale d’administration (ENA) in Paris. 1992 legte sie der Universität Wien ihre Dissertation vor und wurde zur Dr. iur. promoviert. Anders als in einigen früheren Lebensläufen angegeben, war sie 1992/1993 nicht Mitgründerin der österreichischen Sektion von Ärzte ohne Grenzen, sondern nur an deren Aufbau mitbeteiligt.

Kneissl wohnte ab dem Jahr 1998 in Seibersdorf (Niederösterreich). Im August 2018 heiratete sie ihren Lebensgefährten, den Unternehmer Wolfgang Meilinger, von dem sie sich nach zwei Jahren wieder trennte.

Sie zog im Jahr 2020 nach Frankreich, 2022 in den Libanon und 2023 nach Sankt Petersburg.

Als Begründung für ihren Weggang aus Österreich gab sie an, „politisch verfolgt“ und „beruflich vernichtet“ zu werden.

Aus Frankreich sei sie ausgewiesen worden. Kneissl gilt als exzentrisch, sprunghaft und von Verfolgungswahn geprägt.

Kneissl beherrscht fünf Fremdsprachen (Arabisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch) und hat Grundkenntnisse in Hebräisch, Russisch und Ungarisch.

Kneissl trat im Jahr 1990 in den diplomatischen Dienst des österreichischen Außenministeriums ein. Sie wirkte unter anderem im Kabinett des Außenministers im Völkerrechtsbüro und war in Paris und Madrid auf Auslandsposten. Nach ihrem Ausscheiden aus dem diplomatischen Dienst im Herbst 1998 war sie bis 2003 als freie Journalistin für deutsch- und englischsprachige Printmedien tätig. Unter anderem war sie Slowenien-Korrespondentin für Die Presse und schrieb Artikel für die Neue Zürcher Zeitung. Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie ab 2002 durch ihre politischen Analysen zu den Themenfeldern Nahost und Energiepolitik im Österreichischen Rundfunk (ORF) bekannt.

Daneben unterrichtete Kneissl von 1995 bis 2004 am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Ab 2000 lehrte sie parallel an der Diplomatischen Akademie Wien sowie als Gastlektorin an der Landesverteidigungsakademie und der Militärakademie in Wiener Neustadt. Weitere Lehrtätigkeiten waren an der katholischen französischsprachigen Université Saint-Joseph in Beirut und dem Centre international des sciences de l’homme (CISH) in Byblos (Libanon) sowie ab 2007 an der EBS (European Business School) in Oestrich-Winkel.

Ebenso war sie an der Wiener Dependance der amerikanischen Webster University tätig. Schwerpunkte ihrer Lehrtätigkeit waren Völkerrecht, die Geschichte des Nahen Ostens und der Energiemarkt. Sie ist Autorin mehrerer Fachpublikationen und Sachbücher.

Kneissl war ab 2003 Vizepräsidentin der österreichischen Gesellschaft für politisch-militärische Studien STRATEG und von 2011 bis 2015 im Vorstand der von ihr mitgegründeten Organisation Whistleblowing Austria.

Von Mai bis Dezember 2017 war sie nach eigenen Angaben als Aufsichtsratsmitglied im Wiener Städtischen Versicherungsverein tätig.

Im Mai 2020 kündigte der russische Staatssender RT an, Kneissl werde Gastautorin.

Im Juni 2021 wurde sie auf Vorschlag der russischen Regierung Aufsichtsrätin des staatsnahen Ölkonzerns Rosneft.

In dieser Funktion soll sie laut Presseberichten mindestens 500.000 US-Dollar jährlich verdient haben.

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