Karin Hausen (* 18. März 1938 in Hamburg) ist eine deutsche Historikerin. Sie gilt als eine der Pionierinnen der Frauen- und Geschlechtergeschichte.
Karin Hausen studierte Geschichte, Germanistik und Soziologie an Universitäten in Berlin, Marburg, Münster, Paris und Tübingen und wurde 1969 bei Gerhard A. Ritter an der Freien Universität Berlin promoviert. Von 1978 bis 1995 war sie Professorin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am Institut für Geschichtswissenschaft der Technischen Universität Berlin. Dort gründete sie 1995 das Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG), das sie von 1995 bis zu ihrer Pensionierung 2003 als Professorin für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung leitete. Hausen ist eine der Pionierinnen der Frauen- und Geschlechtergeschichte im deutschsprachigen Raum. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Kolonial- und die Technikgeschichte.
Zusammen mit Gisela Bock und Heide Wunder gründete sie 1992 die Reihe Geschichte und Geschlechter im Campus Verlag und den Arbeitskreis Historische Frauenforschung. Sie war von 1995 bis 2012 Mitherausgeberin von L’Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft und sie gehört dem Beirat der Zeitschrift Feministische Studien an.
Ihr 1976 veröffentlichter Aufsatz „Die Polarisierung der »Geschlechtercharaktere« – Eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben“ wird in der feministischen Theorie als Klassiker angesehen.
Karin Hausen ist Mutter einer 1973 geborenen Tochter.
2002: Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
2012: Robert-René-Kuczynski-Preis
2017: Louise-Schroeder-Medaille Berlin
2021: In Würdigung ihrer Leistungen als Wissenschaftlerin und Forscherin wurde ihr anlässlich der Wissensstadt Berlin 2021 im Rahmen der Ausstellung „Berlin – Hauptstadt der Wissenschaftlerinnen“ eine Ausstellungstafel gewidmet.
Geschlechtergeschichte als Gesellschaftsgeschichte (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 202). Göttingen 2012.
Deutsche Kolonialherrschaft in Afrika. Wirtschaftsinteressen und Kolonialverwaltung in Kamerun vor 1914 (= Beiträge zur Kolonial- und Überseegeschichte. Band 9). Zürich, Freiburg 1970.
mit Reinhard Rürup: Moderne Technikgeschichte. Köln, Berlin 1975.
mit Heinz-Gerhard Haupt: Die Pariser Kommune von 1871. Erfolg und Scheitern einer Revolution. Frankfurt/Main, New York 1979.
Frauen suchen ihre Geschichte. München 1983.
mit Helga Nowotny: Wie männlich ist die Wissenschaft? Frankfurt/Main 1986.
mit Heide Wunder: Frauengeschichte – Geschlechtergeschichte. Frankfurt/Main, New York 1992.
mit Gertraude Krell: Frauenerwerbsarbeit. Forschungen zur Geschichte und Gegenwart. Mering, München 1993.
Geschlechterhierarchie und Arbeitsteilung. Zur Geschichte ungleicher Erwerbschancen. Göttingen 1993.