An diesem Tag

Kara Lang

Kanadische Fußballspielerin

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Kara Elise Lang (* 22. Oktober 1986 in Calgary) ist eine ehemalige kanadische Fußballspielerin und Journalistin. Sie erhielt zu Beginn ihrer Sportlaufbahn insbesondere deshalb große mediale Aufmerksamkeit, weil sie bereits im Alter von 15 Jahren in der Nationalmannschaft debütierte. Nachdem sie ihre sportliche Laufbahn Anfang 2011 zunächst für beendet erklärt hatte, startete sie Ende 2013 einen Comebackversuch, der allerdings durch den dritten Kreuzbandriss ihrer Karriere im Februar 2014 scheiterte.

Sie ist die Tochter von Brian und Moya Lang, hat mit Pierce einen Bruder und wuchs in Oakville, Ontario, auf. Dort besuchte sie die römisch-katholische Highschool St. Thomas Aquinas Secondary. 2005 immatrikulierte sie sich an der University of California, Los Angeles (UCLA) und studierte als Hauptfächer Geschichte und Kunstgeschichte, wandte sich aber auch der Kommunikationswissenschaft zu. Im April 2010 graduierte sie.

2011 wurde Lang anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland vom kanadischen Fernsehsender Sportsnet als Expertin engagiert. Nach dem für das kanadische Team enttäuschenden Wettbewerb setzte sie ihre journalistische Tätigkeit im Sender fort und berichtet als sideline reporter beispielsweise von Big 10-Basketballspielen. Zudem schreibt sie Artikel für die Sportsnet-Homepage und hatte eine regelmäßige Kolumne in der Tageszeitung The Province. Lang lebt vegan, ist – ebenso wie ihr Vater – zertifizierte Yogalehrerin und engagiert sich als technische Direktorin und Trainerin beim Sozialprojekt Street Soccer Canada. Vormals hat sie auch als Fitnessberaterin im John Wooden Recreation Center der UCLA (universitätsinternes Sportzentrum) sowie als Designerin bei dem kleinen in Vancouver ansässigen Sportbekleidungs-Hersteller Capleoa Athletic gearbeitet.

Lang begann im Alter von fünf Jahren mit dem Fußballspielen, spielte jedoch zunächst im nicht wettkampforientierten houseleague-System. Später entschied sie sich für eine ernsthaftere Hinwendung zum Sport und schloss sich den competitive- oder Rep-Jugendteams (von representative) des Oakville Soccer Club, den Oakville Angels, an. Dort bestritt sie im April 2001 ihr erstes Spiel.

2003 wechselte sie zu den Vancouver Whitecaps Women und spielte mit diesem vier Jahre in der W-League, der damals höchsten Spielklasse im US-amerikanischen und kanadischen Frauenfußball. Musste man sich 2003 im Finale der Western Conference noch den Seattle Sounders Women geschlagen geben, konnte die Mannschaft 2004 durch einen 4:2-Sieg im Elfmeterschießen gegen die New Jersey Wildcats die Meisterschaft gewinnen. Das Team aus Mercer County, New Jersey, revanchierte sich jedoch im Folgejahr 2005, als es Langs Mannschaft im Halbfinale besiegte und wenig später seinerseits Meister wurde. In diesen drei Spielzeiten hatten die Whitecaps die reguläre Wertung der Western Conference stets als überlegen führendes Team abgeschlossen.

Nach ihrem Highschool-Abschluss wurde sie als Nummer 1 von der UCLA gescoutet und schloss sich mit ihrem Studienbeginn im Sommer 2005 den dortigen Bruins an. Gleich in ihrer ersten dortigen Spielzeit, in der sie bei 24 von 26 Begegnungen auflief, entwickelte sie sich unter Cheftrainerin Jillian Ellis zu einer wichtigen Führungsspielerin, setzte bezüglich der Anzahl an Toren und Vorlagen zwei neue UCLA-Freshman-Rekorde (Freshman = Student des 1. und 2. Semesters), erzielte einen Hattrick in ihrem zweiten Spiel und drei spielentscheidende Tore, schoss in fünf Partien jeweils mindestens zwei Tore und konnte mit der Mannschaft nach 22 Siegen und nur je zwei Unentschieden und Niederlagen die Pacific-12 Conference-Meisterschaft feiern. Darüber hinaus führte sie die Bruins ins Finale der NCAA Championships, das man allerdings deutlich mit 4:0 gegen die Portland Pilots mit Langs Landfrau und Nationalmannschaftskollegin Christine Sinclair verlor – während des Turniers traf Lang acht Mal in sechs Spielen, allen mit Ausnahme des Finales. Aufgrund der besonderen Auslegung der W-League als „offene Liga“ konnte Lang parallel zum Studium und in den Spielzeitpausen der Bruins weiterhin für die Whitecaps aktiv sein und verhalf diesen 2006 zu einem weiteren Meistertitel. Dabei zog sie sich jedoch eine Kreuzbandverletzung zu und nahm daraufhin ein medizinisches redshirt, das ihr eine Verlängerung ihrer Collegesportzeit um drei Jahre ermöglichte. Erst am 28. September 2007 bestritt sie beim 2:1-Sieg über ebenfalls die Portland Pilots ihr nächstes Spiel für die Bruins und steuerte beide Treffer bei. Insgesamt gelangen ihr in der Saison 2007 sieben Tore, zudem gewann sie mit der Mannschaft abermals – ihr zweiter Titel, da sie in der ebenfalls erfolgreichen Spielzeit 2006 wie erwähnt pausierte – die Pacific-12 Conference-Meisterschaft und erreichte in den NCAA Championships das Halbfinale. 2008 konnte Kara Lang verletzungsfrei wieder zu alter Stärke zurückfinden. Sie absolvierte 24 Spiele, schoss fünf Tore, bereitete neun weitere direkt vor und verhalf den Bruins damit zu einer ungeschlagenen Saison mit 18 Siegen und zwei Unentschieden und dem vierten Conference-Titel in Serie. Anschließend kämpfte sich die Mannschaft in den NCAA Championships unter anderem durch zehn Tore von Lang abermals ins Halbfinale und hatte damit seit 2003 sechs Mal in Folge mindestens den vierten Rang belegt.

Am 25. März 2009 gaben die Pali Blues aus Pacific Palisades, einem Stadtteil von Los Angeles, die Verpflichtung Langs bekannt. Parallel zum Studium kehrte sie somit in den Ligabetrieb der W-League zurück. Diese war mittlerweile allerdings im Zuge der Etablierung der Women’s Professional Soccer auf die zweite Leistungsebene heruntergestuft worden. Zwar konnte das kalifornische Team den Titel gewinnen, doch Lang hatte nur zwei Einsätze. Im Sommer gleichen Jahres absolvierte sie für die Bruins die ersten neun Partien der neuen Pacific-12 Conference-Saison, bevor sie sich am 25. September in einem Spiel gegen die Cal State Northridge Matadors eine erneute schwere Knieverletzung zuzog und daraufhin ihre Collegesport-Karriere beendete. Nach Langs Genesung unterschrieb sie im März 2010 einen Einjahresvertrag bei ihrem ehemaligen Verein, den Vancouver Whitecaps. Mit diesen erreichte sie nochmals das Finale um den W-League-Titel, dort siegte jedoch Western New York Flash mit 3:1.

Am 5. Januar 2011 verkündete Kara Lang in den Räumen des Oakville Soccer Club vor Pressevertretern, Trainern, Vereinsangestellten und jungen Fans im Alter von nur 24 Jahren ihren Rücktritt vom aktiven Sport – als Gründe gab sie fortwährende Kreuzband- und Knieverletzungen an.

Nach zahlreichen Einsätzen in der kanadischen U-20-Nationalmannschaft debütierte Lang am 1. März 2002 während des Algarve-Cups im Seniorinnen-Kader und hält damit den Rekord als jüngste Kanadierin, die in einem A-Länderspiel auflaufen durfte. Zwei Tage später erzielte sie am 3. März im Alter von 15 Jahren und 132 Tagen gegen die walisische Auswahl ihren ersten Treffer und ist damit bis dato die weltweit jüngste Spielerin, die ein offiziell anerkanntes Tor in einem A-Länderspiel der Frauen geschossen hat.

Wenig später wurde sie in den Kader der in ihrem Heimatland ausgetragenen ersten U-19-Weltmeisterschaft der Frauen 2002 berufen. Im Verlauf des Turniers erzielte sie in sechs Partien drei Tore und traf darüber hinaus im Halbfinale auch im Elfmeterschießen gegen Brasilien. Das kanadische Team unterlag erst im Finale den Vereinigten Staaten. Im Alter von 16 Jahren stand sie im Aufgebot für die Weltmeisterschaft 2003, lief dort zu allen sechs Spielen Kanadas auf und schoss zwei Tore. Zunächst traf sie in der Gruppenphase gegen Japan und verwandelte schließlich im Halbfinale einen Freistoß sehenswert direkt zur 1:0-Führung gegen Schweden. Die Nordeuropäerinnen drehten die Partie jedoch noch und gewannen mit 2:1. Letztendlich beendete Kanada das Turnier – nach der anschließenden 3:1-Niederlage gegen die Vereinigten Staaten im Spiel um Platz drei – auf dem vierten Rang. Nach ihren ersten zwei Jahren war Lang jene Nationalspielerin mit den meisten gespielten Minuten in diesem Zeitraum, 2003 stellte sie mit 21 Partien und 1740 Spielminuten sogar zwei neue Rekorde auf.

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