An diesem Tag

Kamala Harris

49. Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten von 2021 bis 2025

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Kamala Devi Harris (* 20. Oktober 1964 in Oakland, Kalifornien; Aussprache des Vornamens: [ˈkɑːməla] ) ist eine US-amerikanische Juristin und Politikerin der Demokratischen Partei. Sie war von 2021 bis 2025 die Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten.

Als Joe Bidens Running Mate bei der Präsidentschaftswahl 2020 wurde sie die 49. Person in diesem Amt. Sie war die erste Frau sowie die erste afroamerikanische und asiatisch-amerikanische Person in dieser Position und die ranghöchste Frau in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Von 2011 bis 2017 war die Juristin Attorney General von Kalifornien. Von 2017 bis 2021 vertrat sie den Bundesstaat im Senat der Vereinigten Staaten. Im Juli 2024 kündigte sie, nachdem US-Präsident Biden seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 zurückzog und sich für Harris aussprach, ihre Kandidatur für das höchste politische Amt an. Als Kandidatin der Demokratischen Partei verlor sie die Wahl gegen Donald Trump, der sich als Kandidat der Republikaner für eine zweite Amtszeit beworben hatte.

Kamala Harris wurde 1964 in Oakland geboren. Sie ist die Tochter von Shyamala Gopalan (1938–2009), einer tamilischen Brustkrebsforscherin, die 1960 aus dem indischen Chennai in die Vereinigten Staaten emigrierte. Ihr Vater ist Donald J. Harris (* 1938), ein aus Jamaika stammender afrokaribischer Wirtschaftswissenschaftler mit teils irischen Vorfahren; die Eltern heirateten 1963. Ihr Großvater mütterlicherseits, P. V. Gopalan (1911–1998), war Beamter der indischen Bundesregierung.

Die Familie lebte in Berkeley in der San Francisco Bay Area, bis sie 1966, um Kamalas zweiten Geburtstag, in den Mittleren Westen umzog, wo ihre Eltern Lehr- und Forschungspositionen an Universitäten in Urbana und Evanston, Illinois und Madison, Wisconsin innehatten. In Urbana wurde 1967 ihre Schwester Maya geboren.

1970 war die Ehe der Eltern gescheitert, und die Mutter zog mit ihren beiden Töchtern zurück nach Berkeley; das Paar ließ sich scheiden, als Kamala sieben Jahre alt war. An Wochenenden besuchten die Schwestern ihren Vater in Palo Alto, der als Wirtschaftsprofessor an der Stanford University unterrichtete. Harris erklärte in einem Interview: „Die Kinder in der Nachbarschaft durften nicht mit uns spielen, weil wir schwarz waren.“

Ihre Mutter machte sie mit dem Hinduismus vertraut. Sie besuchte mit ihren Töchtern regelmäßig Hindutempel sowie ihre Heimatstadt Chennai und führte sie in die indische Mythologie ein. Kamala wuchs dann bis zu ihrem zwölften Lebensjahr in Kalifornien auf und siedelte danach wegen der Arbeit der Mutter, die einen Lehr- und Forschungsauftrag an der McGill University hatte, mit ihr und ihrer Schwester nach Montreal in Kanada um.

In Montreal besuchte Harris bis 1981 die englischsprachige Westmount High School und dann bis 1982 das ebenfalls englischsprachige Vanier College. Im Anschluss studierte sie an der traditionell einen hohen Anteil an afroamerikanischen Studenten aufweisenden Howard University in Washington, D.C., Politik- und Wirtschaftswissenschaft. Dort wurde sie Mitglied der historisch ersten afroamerikanischen Sorority Alpha Kappa Alpha.

Nach dem Bachelorabschluss 1986 kehrte sie nach Kalifornien zurück, nahm am University of California, Hastings College of the Law ein rechtswissenschaftliches Studium auf und schloss 1989 mit dem Grad Juris Doctor ab.

1990 erhielt sie ihre Zulassung als Anwältin. Von 1990 bis 1998 war sie Assistentin des District Attorneys von Alameda County. Schwerpunkt ihrer Tätigkeit dort war die Verfolgung von Sexualverbrechen an Kindern. Im Anschluss arbeitete sie für zwei Jahre im Büro des Bezirksstaatsanwalts von San Francisco, wo sie Vorgesetzte von fünf Anwälten in der Abteilung für schwere Kriminalität war. Im Jahr 2000 wechselte sie in das Büro des Stadtanwalts von San Francisco, wo sie der Abteilung für Familien- und Kinderdienste vorstand, die sich mit Fällen von Kindesmissbrauch und Vernachlässigung befasst.

2003 kandidierte sie für die Demokratische Partei als Bezirksstaatsanwältin in San Francisco und besiegte den Amtsinhaber Terence Hallinan. 2007 gelang ihr die einstimmige Wiederwahl. Sowohl parteiintern als auch von Seiten der Republikaner gab es keine Konkurrenz. In dieser Funktion war sie maßgeblich an der Entwicklung eines Präventionsprogramms gegen den Rückfall von Kriminellen beteiligt. Dieses Programm fand auch auf bundesstaatlicher Ebene Zustimmung, so dass die State Legislature ein Gesetz beschloss, das Gouverneur Arnold Schwarzenegger unterzeichnete.

Wegen eines 2005 in Kalifornien erlassenen Gesetzes entwickelte sie einen mehrstufigen Plan gegen Schulverweigerung, der auch Geld- oder Haftstrafen gegen die Eltern von Schulschwänzern vorsah. In San Francisco wurden deshalb aber keine Haftstrafen verhängt. Während ihrer Kampagne zur Wahl des Generalstaatsanwalts von Kalifornien setzte sie sich für eine Verschärfung des Gesetzes ein und unterstützte eine entsprechende Gesetzesvorlage. 2004 plädierte Harris beim ersten seit vielen Jahren in San Francisco begangenen Polizistenmord nicht für die Todesstrafe, sondern für lebenslange Haft des Täters, was die demokratische Senatorin Dianne Feinstein heftig kritisierte.

Attorney General von Kalifornien

Für die Wahl des Attorney General im Jahr 2010 galt Harris als Favoritin, nachdem der Amtsinhaber Jerry Brown erklärt hatte, nicht mehr antreten zu wollen und stattdessen das Amt des Gouverneurs anzustreben. Bei den parteiinternen Vorwahlen im Juni des Jahres setzte sich Harris gegen sechs weitere Bewerber durch. Bei der Wahl des Attorney General am 2. November 2010 siegte sie unter schlechten landesweiten Bedingungen für ihre Partei über den Republikaner Steve Cooley knapp (46,1 gegen 45,3 Prozent der Stimmen).

Im Januar 2011 trat sie ihr neues Amt als Attorney General an. Auf diesem Posten hatte sie in erster Linie die Funktion einer Generalstaatsanwältin, übernahm jedoch auch Aufgaben einer Justizministerin. Ferner beriet sie die Regierung des Bundesstaates, der sie selbst angehörte, in Rechtsfragen. Harris war sowohl die erste Frau in diesem Amt als auch die erste Person mit afroamerikanischem und indischem Hintergrund. Als Attorney General trat sie wie auch Gouverneur Brown für eine stärkere Kontrolle von Waffen und die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen ein. Sie sprach sich außerdem gegen die Todesstrafe aus. Im Dezember 2011 unterschrieb sie zusammen mit den Attorney Generals von New York und Mississippi ein Amicus Brief an den Supreme Court mit der Empfehlung, die im Voting Rights Act festgelegten bundesstaatlichen Kontrollrechte für die Registrierung von Wählern in Counties mit einer Geschichte von Rassendiskriminierung aufrechtzuerhalten, gegen die das Shelby County in Alabama geklagt hatte. Der Supreme Court verwarf in seinem Urteil (Shelby County v. Holder) die bundesstaatlichen Eingriffsrechte als teilweise verfassungswidrig.

Sie unterstützte mehrere neue Gesetze zur Bekämpfung von Schulverweigerung, die auch das rechtliche Vorgehen gegen die Eltern von Verweigerern verschärften. Aufgrund der Gesetze wurden mehrere Haftstrafen verhängt. 2019 distanzierte sie sich von dem Gesetz und bedauerte seine Folgen; FactCheck.org, ein Projekt der Annenberg School for Communication, beurteilte diese Distanzierung als unglaubwürdig. Im Vorfeld der Wahl des Attorney General im Jahr 2014 entschied sie die Vorwahlen ohne Probleme für sich. Bei der eigentlichen Wahl im November 2014 wurde sie gegen den Republikaner Ronald Gold mit 57,5 Prozent bestätigt. Sie besiegte damit wie auch bei der zeitgleich erfolgten Wiederwahl von Gouverneur Jerry Brown und Vizegouverneur Gavin Newsom ihren republikanischen Kontrahenten mit einer deutlichen Mehrheit. Im Januar 2015 begann ihre zweite Amtszeit von vier Jahren.

Obwohl ausgesprochene Gegnerin der Todesstrafe – dies bekräftigte sie 2004 bei ihrer Kandidatur zum District Attorney im liberalen San Francisco –, ließ sie im Fall des 1983 zum Tod verurteilten Kevin Cooper keine Wiederaufnahme des Verfahrens aufgrund neuer DNA-Beweise zu, eine Entscheidung, von der sie sich 2018 nach Ablauf ihrer Amtszeit als Attorney General öffentlich distanzierte. 2015 legte sie Berufung gegen das Urteil eines Bundesrichters ein, das die jahrzehntelange Inhaftierung eines Todeskandidaten als „grausame und ungewöhnliche“ Strafe bezeichnete und die Todesstrafe für verfassungswidrig erklärte.Nach dem im September 2014 angekündigten Rücktritt von US-Justizminister Eric Holder wurde Harris in den Medien als mögliche Nachfolgerin gehandelt. Präsident Barack Obama entschied sich letztlich aber für Loretta Lynch.

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